Stiftung Warentest prüft Handyspiele: Fortnite fällt komplett durch

Jugendliche spielen in einem Park Pokemon Go auf ihren Smartphones. Foto: Silas Stein/dpa
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Jugendliche spielen in einem Park Pokemon Go auf ihren Smartphones. Foto: Silas Stein/dpa

Pokémon Go und Fortnite ziehen weltweit vor allem junge Zocker in ihren Bann. Doch Stiftung Warentest warnt. Denn die Handyspiele seien nicht kindgerecht.

Pokémon Go begeistert Fans auf der ganzen Welt. Auch das Spiel Fortnite fesselt vor allem junge Zocker vor den Bildschirmen. Aber Stiftung Warentest warnt nun vor den Apps.

  • Pokémon Go, Fortnite und zwölf weitere Spiele bekommen ein schlechtes Urteil von Stiftung Warentest.
  • Alle 14 untersuchten Spiele sind demnach nicht für Kinder geeignet sein.
  • In den Apps soll es Nazi-Parolen und Werbung für Spiele mit Schießereien geben.

Fortnite und Pokémon Go fallen bei Stiftung Warentest durch

Insgesamt 14 beliebte Handyspiele haben Experten vor allem im Hinblick auf die jungen Nutzer unter die Lupe genommen - mit schockierendem Ergebnis.

Nicht nur wegen Verweisen auf Pornoseiten sind sämtliche getesteten Spiele wie Minecraft und Pokémon Go, das im Sommer ein Festival in Dortmund veranstaltete, bedenklich. Bei Fortnite und Clash of Clans hat Stiftung Warentest sogar Nazi-Parolen entdeckt.

Dort hatten die Spieler rechtsradikale Namen wie "Siegheil" oder "Judentöter". Und obwohl es theoretisch möglich sein soll, solche Mitglieder zu melden, habe diese Funktion im Test nur mäßig funktioniert. Damit seien die Apps nicht für Kinder geeignet.

Nazi-Parolen und Aufforderungen zum Erschießen: Spiele beinhalten heftige Inhalte

Auch das seit Jahren beliebte Pokémon Go sei nicht ungefährlich, schneidet aber im Test unter den schlechten Spielen mit dem Fazit "bedenklich" noch am besten ab. Trotzdem kann Stiftung Warentest, keines der Spiele empfehlen.

Extrem war auch die Entdeckung beim Smartphone-Game "Subway Surfers". Diese App ist eigentlich für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Allerdings gab es dort Werbung für ein Spiel ab 18 Jahren, das dazu auffordert, Menschen zu erschießen.

Nicht nur bei "Subway Surfers", sondern auch bei Fortnite und den anderen getesteten Apps sei die Altersgrenze entweder zu niedrig oder gar nicht erst vorhanden. Stiftung Warentest, die auch Zahnpasta getestet haben, kritisiert bei Pokémon Go und Co. zudem einen weiteren Aspekt.

Apps haben oft versteckte Kosten

Denn obwohl der Download einiger Spiele zunächst kostenlos ist, gibt es oftmals sogenannte In-App-Käufe. Dabei müssen die Nutzer mit ihrem realen Geld virtuelle Zusätze im Spiel kaufen, um im Level aufzusteigen. Beim Spiel Minecraft seien diese Optionen nicht transparent genug.

In der App Angry Birds 2 können solche Einkäufe sogar 110 Euro kosten. Candy Crush dränge die Kinder vor dem Bildschirm sogar regelrecht dazu, ihr Geld dafür auszugeben.