Impfstatus-Speicherung

3G-Regel im Fitnessstudio: Experten warnen vor Gefahr

Viele Sportbegeisterte freuen sich nach monatelangem Lockdown über den Fitnessstudio-Besuch. Auch hier bekommen Impfungen zunehmend größere Bedeutung.

Deutschland – Endlich wieder in die „Mucki-Bude“: Fitnessstudios zählen zweifelsohne zu den Betrieben, die besonders unter den pandemiebedingten Schließungen zu leiden hatten. Kein Wunder also, dass viele von ihnen jetzt besonders streng auf die Einhaltung der Corona-Regeln achten. Auch der Impfstatus der Mitglieder wird dabei immer wichtiger – die Verbraucherzentrale NRW sieht das kritisch (weitere Corona-News aus NRW bei RUHR24).

Coronavirus Sars-CoV-2
InfektionskrankheitCovid-19
häufige SymptomeHusten, Fieber, Schnupfen, Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns

Corona-Regeln: Im Alltag wird der Impfstatus immer wichtiger

2G oder 3G? Diese Frage spaltet derzeit die Politik. Während viele Bundesländer wie NRW aktuell noch an den Tests festhalten, setzt Hamburg bereits auf 2G. Der Gegenwind für Ungeimpfte wird aber in den anderen Bundesländern ebenfalls stärker.

Auch im Alltag wird die Corona-Impfung dabei immer wichtiger. Insbesondere bei Unternehmen, die besonders von den Einschränkungen betroffen waren – wie Gastronomiebetriebe oder Fitnessstudios. So setzt eine bekannte Dortmunder Bar jetzt beispielsweise 2G als Hausrecht um.

Grundsätzlich gilt hier derzeit aber (noch?) 3G: Wer Zutritt haben möchte, muss geimpft, genesen oder getestet sein. Um es ihren Kunden einfacher zu machen und den lästigen Check-in für Geimpfte zu verkürzen, setzen Fitnessstudios nun zudem verstärkt darauf, den Impfstatus ihrer Mitglieder digital zu speichern. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Speicherung des Impfstatus in Fitnessstudios – Gesundheitsdaten sind besonders geschützt

Tatsächlich zählt die Registrierung des Impfstatus zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten. Diese sind nach Artikel 9 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besonders geschützt. Das bedeutet auch, dass Betriebsinhaber für die Einhaltung des Datenschutzes selbst verantwortlich sind, erklärt der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Führe der Inhaber einer Gaststätte oder eines Fitnessstudios die Kontaktdaten der Gäste auf einer Liste und lasse diese offen für alle sichtbar ausliegen, so stelle dies beispielsweise einen Verstoß gegen die DSGVO dar. Denn die verantwortlichen Stellen müssten die Daten vor dem Zugriff Unberechtigter schützen und sicher aufbewahren.

Verbraucherzentrale NRW: Impfstatus besser nicht speichern lassen

Gemäß der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sei eine Speicherung solcher Gesundheitsdaten aber zulässig – vorausgesetzt, sie passiere freiwillig und mit ausdrücklicher Einwilligung, verdeutlicht die Verbraucherzentrale NRW. Dennoch sehen die Verbraucherschützer die derzeitige Entwicklung kritisch.

Zunächst könne das Risiko eines Datenmissbrauchs nie ganz ausgeschlossen werden. Daher sollten Verbraucher grundsätzlich vorsichtig mit der Weitergabe solcher Gesundheitsdaten sein – und „sparsam“ damit umgehen.

Einlasskontrollen in Zeiten von Corona: Impfpass vorzeigen ist risikoärmer als speichern lassen

Kunden sollten sich deshalb „gut überlegen“, ob es die gesparte Wartezeit wert sei, dass man seinen Impfstatus digital – eventuell sogar in einer Cloud – speichern lasse. Denn die Sichtkontrolle des Impfausweises oder des digitalen Covid-Impfzertifikats beim Check-in sei, was den Datenschutz angeht, die risikoärmere Form.

So bestünde theoretisch zwar auch beim digitalen Impfnachweis die Gefahr, dass die Daten durch spezielle Spionage-Apps in falsche Hände gerieten. Die Daten würden aber bei CovPass und der CWA nur auf dem Handy gespeichert.

Beim Check-in den digitalen Impfnachweis oder den gelben Impfpass vorzeigen – für Verbraucherschützer „risikoärmer“ als Impfstatus speichern. (Symbolbild)

Verbraucherschützer: Digitale Speicherung des Impfstatus darf kein Einlasskriterium sein

Ein echtes Problem entstünde dann, mahnen die Verbraucherschützer, wenn ein Studio die Registrierung des Impfstatus als alleinige Voraussetzung für das Training verlange – und die Vorlage des Impfpasses als Alternative gar nicht mehr möglich sei. Denn in diesem Fall könne man schließlich nicht von einer Einwilligung sprechen.

Kunden müssten daher immer die Wahl haben, ob sie den Impfpass vorzeigen oder aber den Impfstatus registrieren lassen möchten. Ein seriöser Anbieter würde außerdem eine mögliche Einwilligung stets schriftlich oder elektronisch festhalten. Verbraucher können diese dann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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