Verträge, Kündigung, Verlängerung

Fitnessstudios im Corona-Lockdown: Was Kunden über die Beiträge jetzt wissen sollten

Wegen des Coronavirus sind Fitnessstudios aktuell geschlossen.
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Wegen des Coronavirus sind Fitnessstudios aktuell geschlossen.

Während des Corona-Lockdowns sind Fitnessstudios zwar geschlossen, doch viele Verträge laufen weiter. Dabei gibt es neben der Kündigung noch eine andere Option.

NRW - Fitnessstudios bleiben wegen des Lockdowns und der Corona-Pandemie (alle Infos zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker bei RUHR24) geschlossen. Wer seinen Vertrag im neuen Jahr kündigen oder verlängern möchte, sollte die entscheidenden Regeln und Gesetze kennen.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Fitnessstudio wegen Coronavirus geschlossen: Was bei aktuellen Verträgen zu beachten ist

Auch in NRW stehen Besucher von Fitnessstudios aktuell vor verschlossenen Türen. Wann die Betreiber ihre Räumlichkeiten wieder öffnen dürfen, steht zunächst noch in den Sternen. Mindestens bis zum 31. Januar gelten die aktuellen Corona-Regeln noch. Und bislang sieht es danach aus, dass die Maßnahmen verlängert werden könnten. Bereits am kommenden Mittwoch (20. Januar) wollen Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten über einen möglichen „Mega-Lockdown“ diskutieren (alle Infos zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker bei RUHR24.)

Allerdings laufen viele Verträge von Fitnessstudios trotz der Schließungen weiter. Dabei ist es wichtig, dass sowohl Kunden als auch Betreiber ihre schriftlichen Vereinbarungen und die damit einhergehenden Rechte für 2021 kennen.

Sich Zuhause fit halten ist für viele Personen momentan die Devise. Auf die Geräte im Fitnessstudio muss momentan verzichtet werden. Wer daher überlegt, seinen Vertrag zu kündigen, sollte sich gut informieren. Denn Kunden brauchen Beiträge nicht immer zu bezahlen.

Fitnessstudios geschlossen: Zahlung der Beiträge keine Pflicht

Wer aktuell wegen Kurzarbeit und Schließungen Probleme hat, die Kosten für das Fitnessstudio zu bezahlen, kann zunächst durchatmen. Denn wie die Verbraucherzentrale Hamburg mitteilt, seien „Besucher nicht dazu verpflichtet, Zahlungen zu leisten, wenn eine vereinbarte Leistung nicht erbracht wird.“ Anders sieht dies hingegen bei Sportvereinen aus. Dort müssen Mitgliedsbeiträge weiterhin gezahlt werden.

Bei Verträgen von Fitnessstudios gilt es, genauer hinzuschauen. Denn nicht jeder Betrieb verzichtet automatisch auf die Zahlungen der Kunden. Online-Angebote zählen für viele Mitglieder nicht als gleichwertiger Ersatz. Wer bereits zu Beginn des Monats einen kompletten Jahresbeitrag bezahlt hat, kann nach Informationen von Stiftung Warentest bereits gezahltes Geld zurückverlangen, das auf die Corona-Zeit entfalle.

Fitnessstudios bleiben in NRW geschlossen.

Das Fitnessstudio kann seinen Kunden aber auch Alternativen anbieten. So seit laut den Experten der Stiftung Warentest das Unternehmen unter bestimmten Bedingungen dazu berechtigt, das entfallene Geld in Form eines Wertgutscheins auszustellen. Das sei bei Kunden möglich, „die ihre Mitgliedschaft vor dem 8. März 2020 abge­schlossen haben“.

Corona-Schließung beim Fitnessstudio: Gutschein gilt nicht immer als Option zu Geld

Doch dabei gibt es einige Einschränkungen. Dazu gehört, dass der Gutschein die Information enthalten müsse, dass er „während der Corona-Krise ausgestellt wurde“. Allerdings müssen Kunden dies nicht einfach hinnehmen. So gibt es eine Ausnahme, falls diese Option für das bisherige Mitglied „unzumutbar“ sei oder der Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst wurde.

Zu der Unzumutbarkeit zählen die Rechtsexperten der Stiftung Warentest beispielsweise persönliche Gründe. Dazu zählt es, wenn eine Person aufgrund des Preises für das Fitnessstudio „existenziell wichtige Lebens­haltungs­kosten wie Miet- oder Energierechnungen“ nicht mehr begleichen kann. Ist dies der Fall, muss die betroffene Person dem Betrieb mitteilen, warum sie das Geld aktuell dringend braucht.

Als Kompromiss biete sich daher eine kostenlose Vertragsverlängerung an. Aber Achtung: Denn nach Informationen der Verbraucherzentrale darf die Laufzeit des Vertrages nicht automatisch aufgrund der Corona-Schließung verlängert werden. Das heißt, die Option ist für den Kunden freiwillig und keine Pflicht. Bei wem die Mitgliedschaft trotzdem weitergeführt wird, der sollte sich an das Vorgehen halten, das die Verbraucherzentrale empfiehlt.

Vertrag beim Fitnessstudio kündigen - worauf Kunden achten müssen

Wichtig ist zunächst, die Beweise zu sichern. Wer die Kündigung fristgerecht eingereicht hat, sollte dies belegen können, um seine Ansprüche geltend zu machen. Eine Option wäre es dabei, einen Ansprechpartner persönlich zu treffen. So kann das Dokument dem Betrieb persönlich überreicht und auch die Kopie für die eigenen Unterlagen mit einem Eingangsstempel oder Datum und Unterschrift versehen werden.

Da dies in Zeiten von Coronavirus und Lockdown nicht so einfach ist, gibt es außerdem die Option, die Kündigung per Post zu versenden. Wichtig dabei ist, dass das Dokument als Einschreiben mit Rückschein verschickt wird. Auch dabei gilt wieder, alles zu dokumentieren und gut aufzubewahren, da es sich im Falle eines Rechtsstreits um Beweismittel handelt.

Ab dem Zeitpunkt der fristgerechten Kündigung ist es nun entscheidend, die Zahlungen an das Fitnessstudio einzustellen. Dabei sind die Mitglieder im Vorteil, die einen Dauerauftrag als Zahlungsmethode gewählt haben. Dieser kann bei der Bank einfach gestoppt werden. Wer die Beiträge bislang über ein Lastschriftverfahren beglichen hat, muss dem Fitnessstudio schriftlich die Einzugsermächtigung entziehen.

Corona: Übertragung im Gym? Studie zeigt die häufigsten Übertragungsorte

Wer sich nach dem Lockdown wieder ins Fitnessstudio traut, sollte allerdings vorsichtig sein. Denn an einigen Orten kann das Virus sehr leicht übertragen werden. Diese Ecken sollten daher gemieden werden.

Kündigung beim Fitnessstudio: Wann Kunden den Vertrag (nicht) fristlos beenden dürfen

Neben der fristgerechten Kündigung gibt es auch die Möglichkeit auf ein Sonderkündigungsrecht oder eine außerordentliche (fristlose) Kündigung. Die Corona-Pandemie zählt allerdings nach bisherigem Stand nicht als Grund, um dies in Anspruch nehmen zu können. Denn sobald eine Öffnung der Anlagen wieder möglich ist, können Kunden den Service wieder nutzen.

Ein Grund für ein fristloses Auflösen des Vertrages liege nach Einschätzung der Verbraucherzentrale vor, wenn das Fitnessstudio „wesentliche Vertragsdaten“ über mehrere Monate oder auf unbestimmte Zeit nicht erbringen kann. Ein Beispiel dafür sind Sanitäranlagen, die für einen längeren Zeitraum nicht nutzbar sind.

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