Verzehr mit schlechtem Gewissen

Warnung vor Fisch: Verzehr von Traditionsessen hat fatale Folgen

Nicht nur die Vorfreude auf Geschenke beherrscht Weihnachten, auch die auf gutes Essen. Ein traditionelles Gericht sollte jetzt jedoch aus dem Rezeptbuch gestrichen werden.

Deutschland – Weihnachten steht vor der Tür. Das heißt nicht nur Geschenke besorgen, sondern auch ein Festmahl für Heiligabend vorbereiten. Besonders beliebt ist dafür neben Raclette oder Fondue auch Fisch.

FischEuropäischer Aal
Wissenschaftlicher NameAnguilla anguilla
ErhaltungszustandVom Aussterben bedroht

Fisch als Weihnachtsessen? Warnung vor einer Sorte

Ein beliebter Speisefisch ist neben dem Räucherlachs – bei dem das Bundesamt allerdings vor Keimen warnt –, auch der Aal. Die langen schlangenähnliche Unterwassertiere sind ein traditionelles Weihnachtsessen. Jetzt raten Tierschützer aber dringlichst vom Verzehr ab.

Die Fischexpertin Valeska Diemel vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) lässt sich in einer Pressemitteilung zitieren: „Trotz seiner dramatischen Gefährdungsstufe darf der Aal in Deutschland weiterhin sowohl zu kommerziellen Zwecken als auch in der Freizeitfischerei gefangen werden.“

Aal vom Aussterben bedroht: Tierschützer mit klarer Forderung vor Weihnachten

Der Europäische Aal steht schon seit 2008 auf der internationalen Roten Liste und sei als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Mit reinem Gewissen kann man Aal an Weihnachten also kaum genießen. Daher hat der BUND eine ganz klare Forderung: „Die neue Bundesregierung muss beim Schutz des Europäischen Aals eine Vorbildrolle übernehmen und jegliche Fischerei auf Aal verbieten.“

Einige Länder in Europa, etwa Portugal und Irland, haben bereits 2007 ein Fangverbot für die Fische ausgerufen. Der rückläufige Bestand fiel bereits dem Anglerverband Niedersachsen auf. Wie Öko-Test berichtet, habe der Verband festgestellt, dass sich der Bestand der Glasaale (Jungtiere) von 1980 bis heute um 90 Prozent verringert habe.

Der Aal ist ein beliebter Speisefisch an Weihnachten. Tierschützer warnen jetzt aber.

Aal an Weihnachten: Von Verzehr raten Tierschützer ab

Eine Zucht von Aalen ist mit Blick auf das drohende Aussterben auch keine Lösung. Der WWF teilt in seinem Fischratgeber mit, dass junge Glasaale aus dem Meer verwendet werden, „denn Aale pflanzen sich in Gefangenschaft nur in wenigen Fällen fort“.

Die Folge: „Somit belastet auch der Konsum von Aal aus Zucht den vom Aussterben bedrohten Bestand.“ Aale sind indes nicht die einzigen Speisefische, von deren Verzehr abzuraten ist: Auch Dornhai, Zackenbarsch, Rochen und Roter Thunfisch sind bedrohte Arten und gehören nicht auf den Essenstisch.

Wem jetzt der Appetit auf Aal vergangen ist, sich allerdings schon auf Fisch an Weihnachten freut, hat noch Alternativen. Beispielsweise Lachs kann mit einem simplen Trick super-lecker zubereitet werden, ist aber nicht vom Aussterben bedroht. Als klassische Weihnachtsgerichte bieten sich auch Raclette oder Fondue an. Tipps für das perfekte Fleisch-Fondue hat Merkur*.*RUHR24 und Merkur sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Yoshikazu Tsuno/AFP

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