Falscher Fisch

Betrug bei Sushi aufgedeckt: „Oft kaum zu erkennen“

Neben Reis und Gemüse besteht Sushi meistens auch aus Fisch. Und gerade da ist nicht immer drin, was dem Kunden versprochen wird.

Dortmund – Fisch und Meeresfrüchte gehören zu den teureren Lebensmitteln. Deswegen ist hier für Lebensmittelfälscher der Anreiz besonders groß. Sie tauschen den deklarierten teureren Fisch gegen eine preiswertere Art und steigern somit illegal ihren Gewinn. Doch wie oft der Kunde beim beliebten Sushi hinters Licht geführt wird, dazu hier mehr.

Sushi mit Lachs oder Thunfisch – der Klassiker: So oft wurde hier getäuscht

Der Sushi-Hype ist in Deutschland definitiv angekommen. Ständig eröffnet irgendwo ein neues Restaurant mit den kleinen Reisrollen auf der Karte, wie im Dezember 2022 in Dortmund. Auch Supermärkte haben mittlerweile oft eine eigene Theke, nur für das japanische Gericht.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nahm im Jahr 2021 in ganz Deutschland Proben. „Der überwiegende Teil der Proben (81 %) wurde in Gaststätten und Imbissen genommen“, erklärte das BVL gegenüber RUHR24. Bei den 186 Sushi-Proben waren die meisten mit Lachs und Thunfisch. Doch hier gibt es Entwarnung: „Bei diesen stimmte die deklarierte mit der nachgewiesenen Fischart in allen untersuchten Proben überein“.

Nicht nur im Sushi ist Lachs sehr beliebt. Auch Räucherlachs ist für viele am Frühstückstisch kaum wegzudenken. Mit diesen Tipps kann man die Fisch-Delikatesse lange frisch halten.

Betrug beim Sushi aufgedeckt: „In mehr als einem Drittel der Proben“ wurde betrogen

Bei den Klassikern, Lachs und Thunfisch, wurde kein Betrug festgestellt. Aber andere Fischsorten schnitten besonders schlecht ab. Denn da wurden „in mehr als einem Drittel der Proben eine andere als die angegebenen Tierarten nachgewiesen“.

Folgende Fischart fiel da nochmal besonders auf: der Butterfisch. Bei 9 von 10 Proben war der nämlich gar nicht verwendet worden. Sondern die fetthaltige Buttermakrele (mehr Service-News bei RUHR24).

Betrügerischer Austausch von teuren Fischarten „kann zu gesundheitlichen Problemen führen“

Auch wenn sich die Namen der beiden Fische sehr ähneln, sind die Unterschiede größer als man denkt. Die Buttermakrele ist lediglich ein Beifang der Thunfisch-Fischerei. Der echte Butterfisch, der laut Angaben im Sushi hätte sein sollen, gehört zu den Barschen und ist ein „ausgezeichneter Speisefisch“.

Der Verzehr des Betrüger-Sushis kann bei „empfindlichen Personen zu gesundheitlichen Problemen führen“, erklärt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit. „Magen-Darm-Erkrankungen“ und „Durchfälle, die zum Teil von heftigen Bauchkrämpfen begleitet werden“ seien die Folge.

Nicht immer ist beim Sushi auch der Fisch drin, der angegeben wird. Bei bestimmten Fischarten wird besonders oft betrogen.

Es sei daher gesetzlich vorgeschrieben, dass diese Fische (wie die Buttermakrele) nur angeboten werden dürfen, wenn auf das Risiko von Magen-Darm-Beschwerden hingewiesen wird. Offenbar halten sich viele Gastronomen aber nicht daran.

Falscher Fisch im Sushi ist für den Verbraucher „oft kaum zu erkennen“

Wurde der Fisch erstmal kleingeschnitten und in das Sushi mit eingearbeitet, ist es für den Verbraucher fast unmöglich, den Betrug zu erkennen. Daher lohnt es sich für die Hersteller, „preiswerte Fische aus Aquakulturen, wie Pangasius oder Tilapia, statt teurer Seefische zu verarbeiten“.

Friedel Cramer, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, ist daher eins besonders wichtig: „Dass die amtliche Lebensmittelüberwachung hier weiterhin aktiv ist und den Fälschern das Handwerk legt“.

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/Imago

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