Experten liefern Einschätzung

Fieberthermometer im Test: Bedenkliche Stoffe in Geräten entdeckt

Wer erhöhte Temperatur hat, sollte Fieber messen. Dafür benötigt man lediglich ein Thermometer. Stiftung Warentest stellte jetzt 20 Modelle auf den Prüfstand.

Dortmund – Auch wenn in den vergangenen Monaten vornehmlich Corona die Welt beschäftigt hat, kursieren auch noch andere Infektionskrankheiten. Etwa die Grippe, die sich im Herbst wieder anbahnt und sich unter anderem durch Fieber ankündigt.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
CEOHubertus Primus (2. Jan. 2012–)

Fieber, Husten, Schnupfen sind die bekanntesten Symptome der Grippe. Ob man einfach nur eine erhöhte Temperatur oder gar Fieber hat, kann man zu Hause am besten mit einem Fieberthermometer messen. Stiftung Warentest überprüfte jetzt 20 von ihnen (Bezahlartikel) für die September-Ausgabe.

Unter den Testobjekten waren drei Geräte für die Ohren, sechs Infrarot-Stirn- und drei kombinierte Ohr-Stirn-Messgeräte. Auch acht Stab-­Thermo­meter wurden geprüft. Test-Kriterien waren Praktikabilität, Messgenauigkeit, Handhabung, Schadstoffe und ihr Datensendeverhalten.

Stiftung Warentest: Fieber messen – günstige Thermometer sind oft gute Wahl

Eines dürfte Verbraucher sicherlich erfreuen. Einer der Testsieger zählt zugleich auch zu den günstigsten: Das Stab-Thermomenter von Uebe Domotherm kostet nur sechs Euro und erhielt die Bewertung gut (1,9).

Alle Gewinner im Test von Stiftung Warentest im Überblick.

  • Stabmessgerät Uebe Domo­therm Rapid 10 s: 6 Euro (Note: 1,9)
  • Ohrthermo­meter Braun Thermos­can 6: 45 Euro (Note: 1,8)
  • Stab­mess­gerät von Hartmann: 7,85 Euro (Note: 2,0)
  • Ohrmess­gerät von Sanitas: 26,50 Euro (Note: 2,0)

Fieber: Thermometer mit zu hohem Nickel-Gehalt – Metall kann Allergie auslösen

Von den kontaktlosen Fieber-Thermo­metern kann nur das Easypix Thermo­gun für 35 Euro über­zeugen. Bei den Probanden haben zehn Erwachsene die Messgeräte selbst benutzt und zehn Kinder wurden von Erwachsenen getestet – so sollte die Alltagstauglichkeit geprüft werden (mehr Testberichte auf RUHR24).

Doch neben Handhabung und Praxisnähe war ein Kriterium auch Schadstoffe. Während bei 17 Fieberthermometern die Schadstoffe überhaupt kein Problem darstellten, wurden bei drei Geräten ein hoher Nickel-Gehalt festgestellt. Das kann zu einer Allergie führen.

Nickel auf Fieber-Thermometer: Experten geben jedoch Entwarnung

Auf den Messspitzen der drei Stab-Thermometer von Boso, Gera­therm Rapid und Aponorm Sensitive wurden Spuren von Nickel gefunden. Wie Stiftung Warentest mitteilt, dürfen Bedarfs­gegen­stände „bei längerem Haut­kontakt nicht mehr als 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzenti­meter und Woche abgeben“.

Stiftung Warentest fand bei drei Fieberthermometern. Trotz Nickel-Rückstände geben Experten Warnung.

Die im Labor ermittelten Werte lägen weit über dem zugelassenen Wert, doch Experten geben Entwarnung: Der Kontakt mit den Fieberthermometern sei zu kurz, damit er gefährlich werden könnte.

Allergie-Experten des Informations­verbunds Dermatologischer Kliniken sind der Meinung, dass Personen, die bisher keine Probleme mit Nickel hatten, auch nach dem Gebrauch des Fieberthermometers keine Reaktion erwarten müssten. Eine akute Gefahr bestünde also nicht.

Rubriklistenbild: © Indranil Mukherjee/AFP

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