Corona-Schutzmasken

FFP2-Masken bei Stiftung Warentest: Unfassbar – nur ein Produkt empfehlenswert

FFP2-Maske mit Zertifikat
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FFP2-Masken im Test: Wegen schlechter Passformen fallen mehrere Masken durch.

Stiftung Warentest hat FFP2-Masken getestet. Doch nur eine Maske bekommt ohne Einschränkung eine Empfehlung.

Nordrhein-Westfalen – In allen Geschäften müssen aktuell FFP2-Masken aufgrund der Coronavirus-Schutzmaßnahmen getragen werden. Doch sind alle gleich gut? Stiftung Warentest hat den Test gemacht.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
GeschäftsführerHubertus Primus (2. Jan. 2012–)
RechtsformSelbständige rechtsfähige Stiftung

Coronavirus: FFP2-Masken bei Stiftung Warentest – mehrere Modelle fallen durch

Insgesamt wurden zehn Masken untersucht. Die Test-Masken gibt es in Drogerien, Baumärkten, Online oder in Apotheken zu kaufen. Sie kosten zwischen 1,04 Euro und 6,85 Euro. Bei dem Test war für Stiftung Warentest wichtig, wie hoch die Filterleistung der Aerosole der verschiedenen Masken ist.

Und so wurde getestet: Die FFP2-Masken wurden auf einen Halter gespannt, durch den Partikel strömen. Dadurch wurde bestimmt, wie viele Aerosole die Masken passieren und wie viele von der Maske aufgehalten werden. Bei diesem Test überzeugten alle geprüften Masken. Sie filtern allesamt mindestens rund 99 Prozent der Partikel.

FFP2-Masken bei Stiftung Warentest: Von teuer bis günstig – schlechte Passform wird zum Problem

Doch das Problem bei der Wirksamkeit vieler Masken ist nicht die Filterfähigkeit selbst, sondern die Passform. Wenn eine Maske nicht richtig passt und eine Lücke entsteht, können nicht alle Aerosole gefiltert werden. Das gilt für die eigenen, wie auch die von anderen. Denn FFP2-Masken bieten Eigen- und Fremdschutz, wenn sie richtig sitzen. Durch die verschiedenen Gesichtsformen und verschiedene Maskenformen passt nicht jede Maske allen Trägern.

Stiftung Warentest testete die Passform-Variabilität mit der Berufsfeuerwehr. Jedes Masken-Modell wurde von verschiedenen Probanden getragen. Unter den Testern waren Frauen und Männer, sowie verschiedene Gesichtstypen vertreten. Vor allem Bärte können den Schutz der FFP2-Maske beeinträchtigen.

Masken im Passform-Test: Stiftung Warentest bemängelt undichte Stellen in FFP2-Masken

Beim Passform-Test überzeugten allerdings nicht alle Masken. Sechs Masken sind laut Stiftung Warentest nur „mit Einschränkung geeignet“. Der Grund ist, dass bei mindestens drei von zehn Prüfpersonen die jeweilige Maske undicht war. Bei einigen Masken gab es sogar bei bis zu sechs Prüfpersonen ein Leck. Drei der zehn Test-Masken wurden erst gar nicht auf ihre Passform geprüft, da sie beim Atemkomfort-Test durchgefallen waren.

Um selber festzustellen, ob die Maske nicht richtig sitzt und offene Stellen hat, gibt es einen Trick: Bei angezogener Maske ein- und ausatmen. Wenn sie sich dabei zusammen zieht und wieder aufbläht, hat sie wahrscheinlich ein Leck. Doch schützt eine nicht perfekt sitzende FFP2-Maske überhaupt? Sobald sie undicht ist, schützt sie nicht besser als eine medizinische Maske oder eine aus Stoff. Allerdings mindert sie trotzdem die freigesetzten Aerosole bis zu 50 Prozent. Jedoch ist klar: Je besser die Maske sitzt, desto mehr schützt sie den Träger und andere.

Coronavirus: Keine Schadstoffe in FFP2-Masken bei Stiftung Warentest – nur ein Testsieger

Im Test gab es dafür auch eine erfreuliche Nachricht: Keine der getesteten FFP2-Masken enthalten Schadstoffe. Sie wurden alle unter anderem auf Weichmacher, PAK (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe), Form­aldehyd und Nickel getestet (alle Testberichte auf RUHR24.de).

Insgesamt stuft Stiftung Warentest nur eine der zehn Masken als „geeignet“ ein, die damit der Testsieger ist. Die FFP2-Maske Aura 9320+ von 3M soll einen hohen Atemkomfort bieten, aber trotzdem den meisten Gesichtsformen gut passen. Sechs Masken wurden wegen ihrer mittelmäßigen bis schlechten Passform mit „mit Einschränkung geeignet“ bewertet.

Video: Angst vor Corona: Sind FFP2-Masken an der frischen Luft sinnvoll?

Die drei Masken mit einem schlechten Atemkomfort erreichten nur ein Gesamturteil von „wenig geeignet“. Wer also sicher gehen möchte, dass die Maske gut passt, sollte zum teuren Testsieger greifen. Oder aber Masken anprobieren und testen, um eine mit einer geeigneten Passform zu finden.

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