Schutz vor Covid-19

FFP2-Maskenpflicht in Deutschland: RKI korrigiert Warnhinweis über medizinische Masken im Alltag

FFP2 Maske
+
FFP2-Masken: Doch das Robert Koch-Institut (RKI) weist nun auf Probleme hin.

Die Corona-Krise hält weiter an. Nun wurde die Maskenpflicht verschärft und medizinische Masken wie FFP2-Masken sind Pflicht. Doch das Robert Koch-Institut (RKI) weist nun auf Probleme hin.

Update, Donnerstag (28. Januar), 08.30 Uhr: Eigentlich hatte das RKI bei den FAQs zur FFP2-Maske darauf hingewiesen, dass diese zur „zur privaten Nutzung“ nicht empfohlen seien. Doch die neue Maskenpflicht sieht genau das seit ein paar Tagen vor, viele Menschen scheint das zu irritieren.

Das RKI bezog sich bei dem ursprünglichen Hinweis auf die Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und dem daraus abgeleiteten Hinweis der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Die Institutionen haben ihre Empfehlungen aber inzwischen angepasst. Seit dem 22. Januar ist bei der BAuA ein neues Dokument zu finden, in welchem folgender Hinweis zu finden ist:

FFP2-Masken im Alltag: RKI passt Hinweise an

Die Nutzung einer FFP2-Maske außerhalb des Gesundheitswesens wird dann empfohlen, wenn „Anforderungen der Raumbelegung oder Mindestabstand (1,5 m) nicht eingehalten werden“ können. Dies diene „zur Erhöhung des Eigenschutzes, oder wenn das Gegenüber keinen MNS trägt.“

Auf Anfrage des correctiv-Verlags teilte ein Sprecher des BAuA jedoch mit, dass man „aktuell weder eine Empfehlung für noch gegen die Nutzung von FFP2-Masken im privaten Bereich“ gebe. Dennoch hat das RKI seine Angaben zur Nutzung der FFP2-Masken dementsprechend angepasst. In der aktualisierten Version (Stand 22. Januar) der Hinweise zu FFP2-Masken steht Folgendes:

  • Bei der Anwendung von FFP2-Masken durch Laien als „medizinische Maske“ muss sichergestellt sein, dass A) die Medizin- und Pflegebereiche prioritär mit FFP2-Masken versorgt werden, B) die individuelle gesundheitliche Eignung sichergestellt ist und C) der Dichtsitz und die korrekte Handhabung gewährleistet ist.
  • Beim Einsatz von FFP2-Masken bei Personen mit z.B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind negative gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen. Das Tragen von FFP2-Masken [...]sollte möglichst ärztlich begleitet werden, um einen korrekten Dichtsitz zu gewährleisten.
  • Außerhalb des Gesundheitswesens wurden noch keine Untersuchungen zu den gesundheitlichen, gegebenenfalls auch langfristigen Auswirkungen ihrer Anwendung (z.B. bei Risikogruppen oder Kindern) durchgeführt. In Untersuchungen mit Gesundheitspersonal wurden Nebenwirkungen wie z.B. Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis infolge des abschließenden Dichtsitzes beschrieben.

FFP2-Masken: Institut sieht Einsatz der Masken im Alltag kritisch

Das Robert Koch-Institut warnt somit nicht konkret vor dem Tragen einer FFP2-Maske im privaten Bereich, weist aber auf die Risiken hin, die für gewissen Personengruppen entstehen können. Auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene sieht den Einsatz der Masken weiterhin kritisch. In einer Stellungnahme heißt es:

„Mit den bisherigen, sich gegenseitig ergänzenden Maßnahmen wie Abstandsregel, Alltagsmaske, Hygienemaßnahmen und ausreichende Lüftung werden die Ziele des Infektionsschutzes bei korrekter und konsequenter Einhaltung in der Öffentlichkeit gewährleistet. Eine weitere Verbesserung des Infektionsschutzes könnte durchaus erzielt werden, wenn ausreichend medizinische Mund-Nasenschutz-Masken vorhanden wären, ohne dass es zu Engpässen in Kliniken und Pflegeheimen käme. Der medizinischen MNS hat im Gegensatz zu Alltagsmasken definierte Filtereigenschaften und ist im Vergleich zu FFP-2 Masken kostengünstig und kann auch länger getragen werden.“

Und weiter: „Die jetzige Verpflichtung zum Tragen von FFP2-Masken in Bayern verunsichert die Bevölkerung im Hinblick auf die Sinnhaftigkeit der bisherigen AHA+L-Regel. Wenn eine Optimierung des Infektionsschutzes durch Masken erforderlich ist, dann sollte die Bevölkerung stattdessen zum korrekten Tragen, Prüfung auf Dichtsitz und Vermeidung von Leckagen der bisherigen Mund-Nasenbedeckungen motiviert werden. Hier sind dringend eine verbesserte Kommunikation und Schulung nötig.“

FFP2-Masken: Laut RKI ist beim Tragen Vorsicht geboten

Erstmeldung, Montag (25. Januar), 09.30 Uhr: NRW - Seit Montag (25. Januar) gelten zum Schutz vor dem Coronavirus neue Regeln. Dazu gehört, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften ab sofort ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Allerdings ist bei der Verwendung von FFP2-Masken laut dem Robert Koch-Institut (RKI) Vorsicht geboten.

BehördeRobert Koch-Institut (RKI)
Staatliche EbeneBund
GründerRobert Koch
Gründung1. Juli 1891
HauptsitzBerlin

FFP2-Masken statt Stoffmasken - RKI mit Warnung vor falscher Nutzung

Selbstgenähte Stoffmasken wandern bei vielen Personen momentan vermutlich in Schubladen oder Schränke. Denn für Erledigungen im Alltag reichen diese aktuell nicht mehr aus. Stattdessen werden die blauen OP-Masken und die FFP2-Varianten zum täglichen Begleiter.

Medizinische Masken sollen dem Coronavirus entgegenwirken. Doch auch die FFP2-Masken sollen Nachteile mit sich bringen. Darauf weist jetzt ausgerechnet das RKI hin.

Das RKI verweist dabei auf die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die online schreibt: „In den ‚Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2‘ werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.“

Maskenpflicht zum Schutz vor Corona: Was problematisch an FFP2-Masken ist

Das liege etwa daran, dass die „durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt“ sei. So soll der Mund-Nasen-Schutz in der Regel nur 75 Minuten ohne Unterbrechung getragen und daraufhin für 30 Minuten beiseite gelegt werden.

Außerdem gibt es auch wissenschaftlich gesehen aktuell noch eine große Unsicherheit. Denn zu den gesundheitlichen oder langfristigen Auswirkungen der Nutzung von FFP2-Masken im Alltag gibt es bislang noch keine gesicherten Erkenntnisse.

Da die FFP2-Masken schon seit einiger Zeit im medizinischen Bereich genutzt werden, gibt es jedoch bereits Hinweise auf einige Nebenwirkungen. Demnach soll es beim Gesundheitspersonal beispielsweise zu „Atembeschwerden oder Gesichtsdermatitis“, also Hautausschlag aufgrund der dicht sitzenden Maske gekommen sei. Eine Gefahr bestehe außerdem bei sogenannten Fake-Masken, die nicht den Sicherheitsstandards entsprechen.

+++ ANZEIGE +++

Wer dennoch nicht auf hochwertige und zertifizierte FFP2-Masken im Alltag verzichten möchte, kann diese online in günstigen Mehrfach-Boxen schon ab 17,99 Euro für 10 Stück kaufen. Wir verraten euch, worauf ihr dabei achten solltet.

Häufige Nutzung von FFP2-Masken im Alltag: Auswirkungen auf Gesundheit noch unklar

Außerdem gibt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene eine Warnung heraus für ältere Personen und Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion. Für sie seien „gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen“. Dabei könnte vor allem der erhöhte Atemwiderstand problematisch für den Körper sein.

Allerdings ist es trotz der unklaren Spätfolgen wichtig, dass die FFP2-Masken dicht sitzend getragen werden. Andernfalls strömen die Aerosole seitlich vorbei und es ist kein ausreichender Schutz mehr geboten. Für eine sichere Nutzung müsse daher vorab eigentlich eine medizinische Vorsorgeuntersuchung angeboten werden, um mögliche Gefahren ausschließen zu können. Ein weiteres Risiko stellen Bärte bei der Verwendung eines solchen Mund-Nasen-Schutzes dar.

Trotzdem solle niemand außerhalb der Wohnung aktuell auf das Utensil verzichten. Auch beim Autofahren mit mehreren Personen kann ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Im Video: Trotz Kritik - wie FFP2-Masken und OP-Masken vor Corona schützen können

Die FFP2-Maske biete im Vergleich zur einfacheren OP-Maske bei korrekter Verwendung sowohl einen Eigen- als auch einen Fremdschutz. Das sei aber erst wirklich wirksam, wenn der Mund-Nasen-Schutz in Kombination mit den anderen Maßnahmen genutzt wird. Dazu gehört besonders, Abstand zu anderen Personen zu halten.

Ebenso wichtig ist das Einhalten der Hygiene-Regeln, wie das gründliche Waschen und Desinfizieren der Hände, um eine Ansteckung mit Covid-19 zu verhindern. Auch sollten soziale Kontakte eingeschränkt werden. Zudem ist es wichtig, die Corona-Warn-App zu nutzen und regelmäßig zu lüften.

Mehr zum Thema