Mund-Nasen-Schutz zum Spazieren

FFP2-Masken draußen tragen: Sinnvoll oder gefährlich?

Bei einem Spaziergang sollte man immer eine FFP2-Maske oder OP-Maske bei sich haben.
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Bei einem Spaziergang sollte man immer eine FFP2-Maske oder OP-Maske bei sich haben.

FFP2-Masken oder OP-Masken sind oft Pflicht. Das freiwillige Tragen wie im Park ist allerdings nicht immer sinnvoll.

NRW - Die Maskenpflicht in den geöffneten Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr sorgt dafür, dass die FFP2-Maske oder auch OP-Maske mittlerweile ein unverzichtbarer Begleiter geworden ist. Auch freiwillig tragen viele Personen ihren Mund-Nasen-Schutz, wenn sie draußen beispielsweise in Wäldern und Parks unterwegs sind. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

BehördeRobert Koch-Institut (RKI)
GründerRobert Koch
Gründung1. Juli 1891
Staatliche EbeneBund
HauptsitzBerlin

FFP2-Masken beim Spaziergang oder Joggen tragen - Mund-Nasen-Schutz nicht immer notwendig

Der Einkauf und die Fahrt mit Bus und Bahn sind durch die Corona-Pandemie in Deutschland ohne Bedeckung von Mund und Nase kaum noch vorstellbar (Alle Infos zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker bei RUHR24). Umso wichtiger ist es daher, die FFP2-Masken korrekt zu tragen.

Doch nicht immer ist ein Mund-Nasen-Schutz tatsächlich so sinnvoll wie gedacht. Bei Aktivitäten außerhalb des Hauses, wo der Mindestabstand eingehalten werden kann und keine Maskenpflicht besteht, sei die Nutzung einer FFP2-Maske oder OP-Maske nicht unbedingt notwendig, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt.

„Joggen, Laufen, Wandern, Spazierengehen, das halte ich für absolut ungefährlich“, zitiert die dpa einen Berater der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Das liege daran, dass die Viren, die bei dem Vorbeilaufen an einer Person übertragen werden könnten, nicht für eine Infektion ausreichen würden.

FFP2-Maske oder OP-Maske draußen tragen: Mund-Nasen-Schutz kann Corona-Ansteckung begünstigen

Diese Aussage bestätigt auch die Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF). „Im Freien finden so gut wie keine Infektionen durch Aerosolpartikel statt“ steht im Positionspapier der GAeF geschrieben. Personen, die trotzdem für längere Zeit am Stück einen Mund-Nasen-Schutz tragen, können dadurch sogar eine Ansteckung und Verbreitung begünstigen.

FFP2-Masken können durch langes Tragen eine Ansteckung mit dem Coronavirus begünstigen.

Denn die Luft, die Personen in die Maske ausatmen, vermindert „die Wirksamkeit der FFP2-Masken“, schreibt die dpa. Daher warnen Behörden wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sogar vor der übermäßigen nutzen und empfehlen dringend, den durchfeuchteten Mund-Nasen-Schutz abzunehmen und bei Bedarf zu wechseln.

Warnung vor FFP2-Maske: Worauf man beim Tragen achten sollte

Eine weitere Warnung kommt vom Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik. Denn durch das häufige Atmen, Husten oder Niesen in den Mund-Nasen-Schutz kann es zu einer „Infektionsbrücke“ zwischen dem Träger und seiner Umgebung kommen. Das bedeutet, dass „Tröpfchen von der Außenfläche der Maske in die Umgebung geschleudert werden“ können, schreibt die dpa.

Daher ist es auch nicht empfohlen, einen solchen Mund-Nasen-Schutz ein zweites Mal zu verwenden. Wer eine FFP2-Maske oder eine OP-Maske trotzdem wiederverwenden möchte, kann auf einige Tipps zurückgreifen. Dazu gehört beispielsweise, das Produkt bei genau 80 Grad im Backofen zu reinigen.

Im Video: Frühling ist da - wann eine Maske entscheidend ist

Aber Achtung. Trotzdem sollten Personen, die sich bei dem aktuell frühlingshaften Wetter in NRW und vielen anderen Teilen Deutschlands draußen aufhalten, immer eine FFP2-Maske oder OP-Maske parat haben. Das sei vor allem in Situationen wichtig, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, Gruppen entstehen oder bei längeren Unterhaltungen.

In solchen Situationen kann ein ordnungsgemäßer Mund-Nasen-Schutz entscheidend sein, wenn es um eine mögliche Ansteckung geht. Einen noch besseren Schutz sollen zwei übereinander getragene Masken bieten. Wer mehr als 15 Minuten und mit weniger als 1,5 Metern Abstand bei einem Infizierten steht, zählt für das Robert Koch-Institut (RKI) als Kontaktperson mit „höherem Infektionsrisiko“.

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