Machen die Masken wirklich Sinn?

Corona: FFP2-Masken im Alltag sinnvoll? EU-Behörde hat Zweifel

Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von FFP2-Masken im Alltag ebt nicht ab. Nun hat auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC Bedenken geäußert.

Stockholm - FFP2-Masken gelten als besonders sicher. Sie sollen nicht nur andere, sondern auch den Träger vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. Nicht zuletzt wurde deshalb bei der letzten Bund-Länder-Konferenz beschlossen, dass nun eine verschärfte Maskenpflicht mit FFP2- oder OP-Masken in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr gelten soll. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC äußert nun aber ihre Bedenken an der Sinnhaftigkeit dieser dieser Maßnahme.

EU-Behörde/Agentur Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC)
AufgabeStärkung der Abwehrmechanismen der EU gegen Infektionskrankheiten
SitzSolna in der Provinz Stockholm (Schweden)
Gründung2005
DirektorinAndrea Ammon

FFP2-Masken im Alltag: EU-Gesundheitsbehörde spricht von Kosten und Nachteilen

Der Streit über den Sinn der medizinischen Masken und deren Einsatz in der breiten Bevölkerung ist nicht neu. Sogar das Robert Koch-Institut hatte schon auf Probleme beim Tragen der FFP2-Maske im Alltag hingewiesen und eingeräumt, dass Risiken für gewisse Personengruppen nicht auszuschließen seien.

Zudem ist eine Debatte über die Kosten der medizinischen Masken für ärmere Menschen entfacht. Empfänger von Arbeitslosengeld-II sollen die FFP2-Masken zwar kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, allerdings wurden die Berechtigungsscheine zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht von den Krankenkassen verschickt. Nun gießt die EU-Behörde ECDC ebenfalls Öl ins Feuer, indem sie von „potenziellen Kosten und Nachteilen“ spricht.

FFP2-Masken wegen Corona: EU-Behörde äußert Zweifel an Alltagsgebrauch

So geht die Behörde davon aus, dass es keinen konkreten Vorteil für die Bevölkerung gebe, wenn eine FFP2-Maske getragen werde. „Der erwartete Mehrwert der universellen Verwendung von FFP2-Atemschutzmasken in der Gemeinschaft ist sehr gering“, so ein Sprecher der EU-Gesundheitsbehörde gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Auch würden die Kosten für die medizinischen Masken und die potenziellen Risiken keine Empfehlung für FFP2-Masken anstelle von Alltagsmasken rechtfertigen. Die Beweislage für die Effektivität von FFP2-Masken im Alltag sei zudem noch nicht stark genug. Details zu den Risiken und Nachteilen wurden allerdings nicht genannt.

Beweislage für Effektivität von FFP2-Masken im Alltag nicht stark genug

Die ECDC hatte bereits im April 2020 ein Schreiben (PDF) mit Empfehlungen zum Maskengebrauch im Alltag und im sozialen Umfeld veröffentlicht. Dort heißt es, dass „medizinische Gesichtsmasken vorrangig für die Verwendung durch Angehörige der Gesundheitsberufe anstatt durch die Allgemeinbevölkerung reserviert werden.“

Gleichzeitig verwies man allerdings auch auf die geringe Filterwirksamkeit bei Alltagsmasken. Nach eigenen Angaben sei man jedoch derzeit dabei, die Einschätzung zu aktualisieren (alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie bei RUHR24.de).

EU-Behörde unterstützt das Tragen von FFP2-Masken im Alltag nicht

Nach aktuellem Standpunkt „unterstützt das ECDC das Tragen von FFP2-Masken in der Gemeinschaft nicht, gemäß den ihnen vorliegenden Hinweisen“, bestätigte Stella Kyriakides, EU-Gesundheitskommissarin, die Zweifel der EU-Behörde.

Auch die neu auftretenden Coronavirus-Mutationen würden keine anderen Maskentypen notwendig machen. Wichtig sei vielmehr, überhaupt eine Maske korrekt zu tragen, Abstand zu halten und die Hygieneregeln zu beachten.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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