„Echte“ Atemschutzmasken erkennen

FFP2-Masken: Warnung vor Fake-Produkten - worauf man achten sollte

Vorsicht beim Kauf von FFP2-Masken. Es sind unzählige Billigprodukte legal im Handel, die keinen ausreichenden Schutz bieten. Worauf man achten sollte.

Deutschland – Rund 4 Milliarden ungeprüfte Masken waren nach einem Medienbericht im Herbst 2020 in Deutschland im Umlauf. Denn aufgrund des Masken-Mangels zu Beginn der Corona-Pandemie erhielten Produkte aus dem Ausland eine Sonderzulassung. Vor allem die billigen Masken entsprechen daher oft nicht den Sicherheitsstandards. Wie man die „richtigen“ FFP2-Masken erkennen kann.

Dekradeutsche Prüfgesellschaft
SitzStuttgart
Gründung1925, Berlin

Warnung vor Fake-Masken: Viele FFP2-Masken sind gar keine

Mit den neuen Regelungen werden ab Montag auch in NRW bessere Schutzmasken zur Pflicht, „normale“ Alltagsmasken reichen jetzt nicht mehr aus (alle Infos zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Zulässig sind dabei entweder FFP2-Masken, die unter die Produktgruppe persönliche Schutzausrüstung (PSA) fallen, oder medizinische Masken, die als solche ein Medizinprodukt sind. Ebenfalls zulässig sind N95- oder KN95-Masken. Bei ersteren handelt es sich um Atemschutzmasken nach US-Standard, bei Letzeren um solche nach chinesischem Standard.

Das Problem: Entsprechend der Medizinischer Bedarf Versorgungssicherstellungsverordnung – MedBVSV, die die Bundesregierung im letzten Jahr erlassen hatte, konnten befristet auch solche Masken in den deutschen Handel kommen, die keinen europäischen CE-Nachweis haben.

Erschreckender Medienbericht: Ungeprüfte FFP2-Masken sind legal im Handel

Um zugelassen zu werden, mussten die oftmals ausländischen Produkte lediglich einen Schnelltest bestehen, der die Händler zwischen 6.000 und 8.000 Euro kostete. Ganz zu Beginn durften die Schutzmasken sogar komplett ungeprüft auf den Markt. Diese Verordnung wurde zwar zum 1. Oktober 2020 wieder zurückgenommen, da es mittlerweile ein großes Angebot an Masken gab, Masken, die bereits im Handel waren, dürfen aber weiter verkauft werden.

Oft werden daher Mund-Nasen-Masken als FFP2-Masken benannt, obwohl sie den Sicherheitsanforderungen an diese Bezeichnung nicht entsprechen. Auf den ersten Blick sind diese Masken mit geringerer Schutzwirkung nicht von „guten“ Atemschutzmasken zu unterscheiden. Selbst die CE-Kennung wird häufig gefälscht.

+++ ANZEIGE +++ FFP2-Masken mit Echtheitszertifikat: Anti-Fake-Labels schützen vor Betrug

Mit Inkrafttreten der neuen Regelungen benötigt man jeden Tag eine neue Maske – das kann schnell aufwendig und teuer werden. Dieses Unternehmen bietet ihre CE-zertifizierten FFP2-Masken mit Anti-Fake-Label in praktischen Mehrfachpacks – und das zu deutlich reduzierten Sonderpreisen.

Über die Missstände berichtete erstmalig das Verbrauchermagazin WISO am 26. Oktober im ZDF. Das Absurde sei demnach: Durch die genannte Verordnung sind diese Masken dennoch legal im Handel.

Prüfgesellschaft Dekra: Mehr als die Hälfte der FFP2-Masken nicht geprüft – Rückrufe häufen sich

Laut Schätzungen der Prüfgesellschaft Dekra sind 60 bis 80 Prozent der aktuell auf dem Markt befindlichen Produkte nicht konform zugelassen. Viele schützen im Dekra-Test nicht einmal halb so gut, wie sie müssten. Besonders kritisch: Diese minderwertigen Masken wurden auch in Apotheken verkauft.

Der Markt für Corona-Masken ist dadurch mittlerweile extrem unübersichtlich geworden. Zahlreiche Produkte wurden seit Sommer letzten Jahres zurückgerufen. Darunter sogar solche, die von der Bundesregierung bereitgestellt wurden. Woran erkennt man also solche Masken, die ausreichenden Schutz bieten?

Echte FFP2-Masken erkennen: CE-Kennzeichnungen und Prüfziffern hinterfragen

Als sicherstes Kriterium gilt die CE-Kennzeichnung mit kompletter, vierstelliger Prüfziffer. FFP2-Masken ohne diese vierstellige Kennziffer sind keine „echten“ FFP2-Masken. In der NANDO-Datenbank der Europäischen Union können Verbraucher ihre Masken auf Echtheit überprüfen. Das Portal Produktwarnungen.eu weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die folgenden Kennzeichnungen hingegen aus Kroatien stammen und keine Gültigkeit besitzen:

  • ECM (CE 1282)
  • ICR (CE 2703)
  • CELAB (2037)
FFP2-Masken mit CE-Kennzeichnung und vierstelliger Prüfnummer nach europäischer Norm EN 149.

FFP2-Masken bieten den besten Schutz gegen Corona – wie man sie noch erkennen kann

Mit der CE-Zertifizierung wird die Filterleistung des Maskenmaterials sichergestellt. Diese Filterleistung wird anhand der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 mit Aerosolen getestet. FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent der Aerosole filtern. Zertifizierte FFP2-Masken sind vor allem daher beim Schutz gegen Coronaviren die beste Wahl, weil sie sowohl andere als auch den Träger selbst schützen. Im Gegensatz zu OP-Masken bieten FFP2-Masken also sowohl Eigen- als auch Fremdschutz.

Einen weiteren Aufschluss geben laut WISO-Bericht auch eigene Prüfungen. So hätten minderwertige Masken oft schlechte Schweißnähte oder ein sehr raues Material. Außerdem könne man die Maske auch aufschneiden, die mittlere Lage herausnehmen und ans Licht halten. Lässt sie kein Licht durch, gilt sie als hochwertig. Sieht man hingegen kleine Lichtpunkte im Material, schützt die Atemmaske auch nicht vor Aerosolen.

Gute, aber günstige Corona-Masken – so schützt man sich vor minderwertigen Produkten

Das Problem bei „echten“ FFP2-Masken ist, dass sie oft teurer sind als die importierte China-Ware. Gerade jetzt, wo man bestenfalls jeden Tag eine neue Maske verwenden soll, kann das schnell ins Geld gehen.

Wer daher weiterhin auf günstige Produkte setzt, sollte sich in jedem Fall vom Händler das Zertifikat über die beschriebenen Schnelltest vorzeigen lassen. Liegt für die Maske kein Zertifikat über einen Schnelltest vor, sollte man davon lieber die Finger lassen. Das sind die Prüfungsstellen, die zugelassen sind:

  • DEKRA Testing and Certification GmbH,
  • TÜV NORD CERT GmbH,
  • Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e. V.,
  • ift Rosenheim GmbH,
  • TÜV Rheinland LGA Products GmbH,
  • PAConsult GmbH,
  • Institut für Arbeitsschutz der DGUV. 

KN95-Masken müssen laut Produktwarnungen.eu auch immer als CPA (Corona-Pandemie-Atemschutzmaske) oder Pandemie-Atemschutzmasken identifizierbar sein. Man sollte dabei keine Produkte kaufen, bei denen gleich mehrere Kennzeichnungen genannt werden – beispielsweise FFP2 und KN95 oder KN95 und CE oder KN95 und EN149. Denn das ist so nicht möglich und lässt ganz klar auf Fake-Masken schließen. Ausführliche Hinweise zum Erkennen einer konformen Pandemie-Atemschutzmaske finden Interessierte bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Rubriklistenbild: © Daniel Karmann/dpa; Collage: RUHR24