Nähe zur chinesischen Regierung

FBI ist wegen beliebter App „extrem besorgt“ – Millionen nutzen sie

Diese App hat bereits feste Größen wie Instagram und Twitter überholt. Doch immer wieder wird vor Tiktok gewarnt. Jetzt äußert sich das FBI besorgt.

Dortmund – Die Chance steht gut, dass ein Teil der Leserinnen und Leser dieses Artikels selbst einen Account bei dieser App hat. Immerhin verzeichnet Tiktok inzwischen 1,7 Milliarden User weltweit und hat Instagram oder Twitter längst überholt. Kritik an der App gibt es immer wieder, doch jetzt warnt sogar das FBI.

Tiktok im Visier: FBI erkennt konkrete Bedrohungen der App

Tiktok muss immer wieder Kritik aus der ganzen Welt einstecken – und gleichzeitig wächst die Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer. Ex-US-Präsident Donald Trump wollte die App in seiner Amtszeit sogar verbieten. Hauptkritikpunkt: die Nähe zur autokratischen chinesischen Regierung.

Trumps Vorhaben sollte allerdings nicht von Erfolg gekrönt sein. Aber: Das FBI, die zentrale Sicherheitsbehörde der Vereinigten Staaten, hat die Video-App weiter auf dem Schirm und erkennt konkrete Bedrohungen.

Tiktok: FBI wegen chinesischer App besorgt über nationale Sicherheit

In einer Anhörung über weltweite Bedrohungen zeigte sich Christopher Wray, Direktor des FBI, beunruhigt wegen der chinesischen App. Wray sei „extrem besorgt“ über Tiktoks Aktivitäten in den USA. Er habe Bedenken in Bezug auf die nationale Sicherheit.

Dabei gehe es vor allem um die mögliche Einflussnahme der chinesischen Regierung. Der FBI-Mann befürchte die Möglichkeit, dass die autokratische Regierung Zugriff auf Daten von Millionen Usern hätte oder sogar den Algorithmus so steuere, um Einflussoperationen durchzuführen. Darüber hinaus bestünde die Möglichkeit, Software auf Millionen Geräten zu kontrollieren und so persönliche Geräte zu kompromittieren.

Tiktok bestreitet Nähe zur chinesischen Regierung – Recherchen liefern anderes Bild

Tiktok selbst weist solche und ähnliche Vorwürfe seit jeher von sich. Das Unternehmen streitet ab, dass die chinesische Regierung Einfluss auf die App nimmt oder auf amerikanische oder europäische Daten zugreifen könnte (mehr digitale News bei RUHR24).

Doch immer wieder soll es Hinweise geben, dass die Nähe zur chinesischen Regierung sehr wohl vorhanden sein könnte. Der Bayrische Rundfunk berichtet, dass bei Tiktok und dem Mutterkonzern Byte Dance hunderte Mitarbeiter aktiv seien, die auch für die chinesischen Staatsmedien tätig waren oder noch tätig sind.

Christopher Wray, Direktor des FBI, ist extrem beunruhigt wegen der App Tiktok.

Tiktoks Mutterkonzern hat bereits chinesische Propaganda verbreitet

Zudem soll Byte Dance bereits versucht haben, über eine News-App chinesische Propaganda an westliche Smartphones auszuspielen. Dem Bericht zufolge sollen außerdem Daten von US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in zahlreichen Fällen aus China abgerufen worden sein.

Der Direktor des FBI und andere Mitglieder der US-Regierung sind davon überzeugt, dass Tiktok nicht in der Lage ist, die Daten der westlichen Bevölkerung vor der chinesischen Regierung zu schützen. Denn: Die Regierung kann die Daten per Gesetz einfordern.

Besonders europäische Nutzerinnen und Nutzer werden nun mit dem Thema Datenschutz behelligt. Denn ab dem 2. Dezember gilt eine neue Datenschutzrichtlinie, die es in sich hat. Tiktok weist darauf hin, dass Nutzerdaten von Mitarbeitenden außerhalb des Kontinents, auch in China, eingesehen werden können. Laut Stern ist bei dieser Datenschutz-Änderung bereits der politische Druck zu spüren, der von China ausgeübt wird. 

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