Einmalige Finanzspritze

Nicht alle Eltern bekommen bis zu 300 Euro Coronavirus-Kinderbonus - und es gibt weitere Haken

Für viele Menschen ist die Coronavirus-Krise eine finanzielle Herausforderung. Ein Bonus soll Familien nun entlasten. Aber nicht alle Eltern bekommen ihn.

  • Die Regierung hat den im Mai angekündigten, einmaligen Kinderbonus Anfang Juni beschlossen.
  • Er soll Familien während des Coronavirus finanziell unter die Arme greifen.
  • Allerdings wird das Geld nicht auf einen Schlag ausgezahlt und auch sonst ist die Zahlung keine Wohltat.

NRW - Bereits Mitte Mai hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) eine finanzielle Unterstützung pro Kind im Zuge der Coronavirus-Krise gefordert. Diese wurde am 3. Juni von der GroKo beschlossen. Doch das zusätzliche Geld hat auch einen Haken, berichtet RUHR24.de*.

Bundesfamilienministerin

Franziska Giffey

Geburtstag

3. Mai 1978 (42 Jahre) in Frankfurt (Oder)

Ehepartner

Karsten Giffey (verh. 2008)

Partei

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Ausbildung

Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin

Coronavirus: Kinderbonus ist laut Franziska Giffey "sozial gerecht"

Grundsätzlich gilt, dass für jedes kindergeldberechtigte Kind im Zuge der Coronavirus-Krise* einmalig 300 Euro ausgezahlt werden. "Der Kinderbonus ist sozial gerecht", so Giffey. Gutverdiener würden nicht übervorteilt, aber Familien mit kleinen und mittlerem Einkommen gestärkt.

Die 300 Euro extra pro Kind sollen demnach nicht auf Hartz-IV-Leistungen angerechnet werden. Bei der Steuer werden sie allerdings mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. Das bedeute für hohe Einkommen, dass sie am Ende nichts von dem Kinderbonus haben, berichtet die Deutsche Presse Agentur.

Kinderbonus wegen des Coronavirus: Das gilt jetzt für Familien

Die Zusatzzahlung von 300 Euro pro Kind soll gemeinsam mit dem Kindergeld auf den Kontos der Bürger landen - allerdings nicht in einem Rutsch. Wie Giffey erklärte, soll der Betrag auf je drei Monate verteilt werden. "Dann würden auf dem Kontoauszug für die Kindergeldzahlung nicht die 204 Euro stehen, sondern über drei Monate 304 Euro", so Giffey.

Wann genau der Kinderbonus ausgezahlt werden soll, bleibt zunächst unklar. Wie der Focus berichtet soll diese Information aber noch in den kommenden Tagen folgen.

Kinderbonus: Wer profitiert von der finanziellen Unterstützung während des Coronavirus?

Der Kinderbonus kommt außerdem nicht jeder Familie uneingeschränkt zugute: Familien mit einem Kind und einem zu versteuernden Jahreseinkommen ab 86.000 Euro profitieren nicht von der Zahlung. Das geht aus Berechnungen des Deutschen Steuerzahlerinstituts für die Rheinische Post hervor.

Der Kinderbonus ist sozial gerecht, meint Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Doch nicht alle profitieren von der Zahlung. 

Ab dieser Einkommenshöhe sei der Kinderfreibetrag günstiger als das um den Bonus erhöhte Kindergeld, so das Institut. Eine Familie mit zwei Kindern würde demnach ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 90.000 Euro nicht mehr vom Kinderbonus profitieren (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*).

Coronavirus: Bundesregierung will Kinderbonus verrechnen - nicht alle profitieren

Denn die Regierung will den Bonus mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnen, den in der Regel besserverdienende Familien nutzen. Auch vonseiten der Deutschen Kinderhilfe hagelte es Kritik. Der Kinderbonus sei nur ein "Tropfen auf den heißen Stein".

Für den Bundeschef der Kinderhilfe, Rainer Becker, handelt es sich um "eine Salamitaktik, um die Menschen ruhigzustellen". Allerdings soll der Kinderbonus auch nicht als Geldpolster dienen, sondern die Wirtschaft ankurbeln und sei daher "nicht als stressnehmender Faktor, sondern als zusätzliche Unterstützung um die Kaufkraft zu steigern", zu verstehen, so Giffey.

Coronavirus: Mehrwertsteuer-Senkung und Kinderbonus

Auch eine weitere vermeintliche Erleichterung für den Verbraucher ist nicht so wirkungsreich, wie vielleicht gedacht. Die Mehrwertsteuer soll für einen begrenzten Zeitraum von sechs Monaten gesenkt werden*. Allerdings werden die Kunden davon wahrscheinlich kaum etwas merken.

Denn die Teilnahme an dieser Maßnahme ist für die Einzelhändler freiwillig, bisher haben nur Supermärkte angekündigt, bei der Änderungen auch mitzuziehen. Hier dürften Kunden höchstens ein paar Centbeträge sparen.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt /Kay Nietfeld/dpa; Collage: RUHR24

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