Verbraucherzentralen warnen

Fake-Profile im Online-Dating: Betrüger leicht erkennen

Online-Dating
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Online-Dating – das Geschäft mit Fake-Profilen boomt. (Symbolbild)

Online-Dating-Portale werden immer beliebter. Wer online seine große Liebe sucht, sollte aber aufpassen – hinter dem vermeintlichen Traumpartner stecken häufig Fake-Profile.

Deutschland – Für Singles ist es in der Corona-Zeit noch schwieriger als sonst, den perfekten Partner zu finden. Bei der Partnersuche setzen daher immer mehr Menschen auf Online-Portale. Bei einigen Anbietern muss man aber höllisch aufpassen – statt mit dem neuen Traumpartner flirtet man hier mit hinterlistigen Mitarbeitern.

Verbraucherzentralenauf Landesebene organisierte Vereine
ZweckVerbraucherschutz
Mitglieder51 Verbraucherorganisationen

Online-Dating-Portale boomen in der Corona-Pandemie – Verbraucherzentralen warnen

Abstandsregeln, geschlossene Clubs und Homeoffice – die Corona-Maßnahmen machen es für Singles fast unmöglich, den neuen Partner auf analogem Wege zu finden. Noch häufiger als zuvor setzen viele daher auf Dating-Portale im Internet, um die große Liebe zu finden.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnte Anfang des Jahres davor, dass viele Online-Dating-Portale nicht verbraucherfreundlich seien. Statt die große Liebe zu finden, tappen viele Kunden in die Kosten- oder Abofalle (mehr Warnungen und Rückrufe auf RUHR24).

Online-Dating wird zur Kostenfalle – das sind häufige Probleme bei den Portalen

Bereits seit 2017 sammelte die Verbraucherzentrale Bayern entsprechende Beschwerden über Online-Dating-Portale. Das sind einige der häufigsten Probleme:

  • Vermeintlich günstige Probeabos, die ohne Ankündigung in ein teures, kostenpflichtiges Abo übergehen.
  • Wertersatzforderungen von teilweise mehr als 100 Euro im Falle des Widerrufs.
  • Oftmals berichten Verbraucher auch über massive Probleme bei der Kündigung – zum Beispiel durch nicht funktionierende Links.
  • Solche Probleme mit Vertragsschluss, Widerruf oder Kündigung enden nicht selten mit Inkassoforderungen.
  • Datenschutzprobleme – beispielsweise unerwünschte Werbemails oder Profile, die sich nicht löschen lassen.

Fake-Profil statt Traumpartner – viele Userdaten sind gefälscht

Ein weiteres, ganz wesentliches Problem beim Online-Dating: Fotos sind nicht selten „verschönert“ oder komplett gefakt. Und auch bei Angaben wie Beruf oder Ähnlichem kann man im Netz leicht schummeln.

Dass man bei einem allzu hübschen Foto besser aufpassen sollte, wissen dabei die meisten Nutzer mittlerweile. Einige unseriöse Portale setzen allerdings komplett auf die Fake-Masche: Hier existiert der Chatpartner gar nicht mehr.

Auch insgesamt nimmt der Online-Betrug in der Pandemie zu. So sind aktuell beispielsweise Fakes bei WhatsApp im Umlauf sowie falsche Nachrichten eines angeblichen Paketdienstes.

Dating-Betrug: Mitarbeiter werden auf zahlungswillige Kunden angesetzt

Vielmehr sind Mitarbeiter darauf angelegt, mit gefälschten Profilen Kunden anzulocken. Grundsätzlich könne man sich nie sicher sein, wie viele potenzielle Partner man auf einem Portal wirklich findet, warnt die Verbraucherzentrale Bayern.

So setzen andere Singlebörsen und Erotikportale Fake-Profile gezielt ein, um Kunden hohe Geldbeträge anzuknöpfen. Eine häufige Masche: Partnersuchende werden mit einem gefakten Profil von kostenfreien auf kostenpflichtige Portale gelockt.

Dazu werden sie von einem Fake-Profil – inklusive überdurchschnittlich attraktivem Foto – kontaktiert. Um weiter in Kontakt zu bleiben, müssen Betroffene dann aber eine kostenpflichtige Mitgliedschaft abschließen.

Fake-Profile beim Dating – Achtung bei Moderatoren oder moderierten Diensten

Besonders ärgerlich für Verbraucher seien moderierte Dienste. Dabei verleiten Mitarbeiter die datingwilligen Nutzer mit erfundenen Profilen, möglichst viele kostenpflichtige Kontakte aufzurufen, warnen die Verbraucherzentralen. Ob ein Portal fiktive Profile einsetzt, könne man oftmals an den Formulierungen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder Nutzungsbedingungen erkennen.

Schlüsselwörter, die stutzig machen sollten, seien hier zum Beispiel:

  • Animateure
  • Profile
  • Controller
  • Moderator
  • oder moderierter Dienst

Profil-Fakes als Betrugsmasche – vor diesen Portalen warnen Verbraucherschützer

Insgesamt 187 Online-Dating-Portale haben die Experten des Marktwächters Digitale Welt sowie die Verbraucherzentrale Bayern identifiziert, die laut ihren AGB auch Fake-Profile einsetzen. Fast alle suggerieren dabei, man könne echte Menschen kennenlernen.

Das sind einige der unseriösen Anbieter und Internetadressen:

AnbieterAdressen
Boranu Online B.V.idates.com, lustdate18.com
HQ Entertainment Network GmbH & Co. KGflirtpiraten.com
IntermaxGroup AGdatingdienst.de
interyard GmbHdailyflirt.de
NB Networksinglekarussel.de

Die vollständige Übersicht findet man bei der Verbraucherzentrale. Einige der Seiten, die dort gelistet sind, existieren allerdings mittlerweile nicht mehr – gleichzeitig gibt es auch immer wieder neue Anbieter.

Abzocke beim Dating – auch bei seriösen Seiten ein Problem

Aber auch auf bekannten, seriösen Seiten tummeln sich zahlreiche Fakes. Dahinter kann ein harmloser Scherz, aber auch ein gefährlicher Betrug stecken.

Wie daserste.de recherchiert hat, sind beispielsweise sogenannte Spammer auf seriösen Portalen unterwegs, um Kunden für unseriöse Anbieter abzuwerben. Ein Problem sind auch immer noch „klassische“ Liebesschwindler, die auf Geldüberweisungen, Visums oder Flüge aus sind.

Video – Mord nach Internet-Flirt: Vorsicht beim Online-Dating

„Zu schön, um wahr zu sein“ – diese Anzeichen sprechen für einen Profil-Fake

Die Betrüger werden immer trickreicher und tatsächlich ist es oftmals gar nicht so einfach, ein Profil-Fake zu erkennen. Aber es gibt ein paar Hinweise. Neben Fotos, die „zu schön sind um wahr zu sein“ sollte man bei belanglosen Nachrichten misstrauisch werden, die austauschbar sind.

Ebenso bei anzüglichen Fotos, besonders hartnäckigen Nutzern oder natürlich dann, wenn der vermeintliche Traumpartner plötzlich Geld benötigt. Aber auch, wenn das angestrebte Treffen immer wieder abgesagt wird, ist Vorsicht geboten.

Missbrauchtes Modellfoto statt echtes Profilbild – Google hilft bei der Erkennung

Übrigens: Um ein Foto als Fälschung zu entlarven, kann man Google benutzen. Ganz einfach das Foto des Flirtpartners über die umgekehrte Google-Bildersuche hochladen.

Per Suchmaschine wird es so mit Bildern im Internet abgeglichen. Sollte es sich bei dem äußerst attraktiven Bild des neuen Flirts um ein zweckentfremdetes Modellfoto handeln, das sich auch auf anderen Seiten befindet, bekommt man es so angezeigt.

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