Bügel-, Falt- oder Kettenschlösser

Fahrradschlösser bei Stiftung Warentest: Bestnote für Sicherheit und doch durchgefallen

Fahrräder, die mit Fahrradschlössern angeschlossen sind
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Mit dem richtigen Fahrradschloss können Verbraucher Dieben das Leben schwer machen.

Die Fahrradsaison beginnt. Wer sein Zweirad vor dreisten Dieben schützen will, sollte unbedingt auf ein Schloss zurückgreifen. Aber welches? Stiftung Warentest gibt Tipps.

Dortmund – Die Sonne kommt raus und allmählich steigen die Temperaturen. Das ist der Startschuss für die Fahrrad-Saison, die auch durch die Corona-Krise einen mächtigen Aufschwung erhält. Endlich wieder in die Pedalen treten! Doch wer sein geliebtes Fahrrad anschließend achtlos im Hinterhof stehen lässt, ist womöglich die längste Zeit mit dem Drahtesel unterwegs gewesen. Ein vernünftiges Fahrradschloss ist ein Muss.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
HauptsitzBerlin

Fahrradschlösser im Test: Stiftung Warentest findet neben guten Schlössern auch Schadstoffe

Allein in NRW wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik 2020 rund 60.000 Fahrräder geklaut. In ganz Deutschland waren es etwa 260.000. Damit Radfahrer nicht zu diesen Pechvögeln gehören, muss ein sicheres Fahrradschloss her. Die Stiftung Warentest hat sich daher auf die Suche gemacht – und ist fündig geworden.

Insgesamt hat Stiftung Warentest 20 aktuelle Fahrradschlösser (Bezahlartikel) auf Herz und Nieren geprüft, darunter Bügel-, Falt- und Kettenschlösser, fest installierte Rahmenschlösser mit Zusatzkette sowie Schlösser mit Textilmantel. Positiv: Die Hälfte der Schlösser ist gut – aus jeder Kategorie mindestens eins. Doch fünf Fahrradschlösser sind mit gefährlichen Schadstoffen belastet.

Fahrradschloss-Test: Bestnoten in der Aufbruchsicherheit und trotzdem durchgefallen

Die Schadstoffe, die in fünf Fahrradschlössern gefunden wurden, können der Fruchtbarkeit schaden oder stehen sogar im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Schlösser, die mit den Schadstoffen belastet waren, sind bei Stiftung Warentest durchgefallen – obwohl zwei von ihnen zu den am schwersten zu knackenden Fahrradschlössern gehören.

Die Bügelschlösser „New York Lock Fahgettaboudit Mini“ von Kryptonite und „Newton Pro“ von Axa hätten zwar das Zeug zum Testsieger gehabt, doch die Schadstoffe haben ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. In dem Schloss von Axa haben die Tester in der Ummantelung mehr Phthalat-Weichmacher gefunden als der EU-Grenzwert erlaubt. Der Weichmacher steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu schädigen.

Damit Verbraucher lange Freude an ihrem Rad haben, sollten sie es mit dem richtigen Fahrradschloss schützen.

Das Schloss von Kryptonite bot im Test zwar die beste Aufbruchsicherheit, allerdings enthält es denselben Weichmacher wie das Schloss von Axa und fällt damit durch den Test. Kryptonite habe die Messungen wiederholt, ist dabei allerdings zu anderen Ergebnissen gekommen. Besorgte Kunden könnten sich an den Kundendienst wenden (weitere Testberichte bei RUHR24).

Fahrradschloss kaufen: Stiftung Warentest hat klare Empfehlungen

Im Test kommt der Hersteller Kryptonite jedoch nicht gänzlich schlecht weg. Immerhin empfiehlt Stiftung Warentest gleich zwei Fahrradschlösser der Marke: das Faltschloss „Kryptolok 685“ für 50 Euro und das Kettenschloss „New York Chain 1210“ für 80 Euro. Und auch Axa findet sich in der Empfehlung der Tester wieder: Demnach sei das „Newton Promoto+ 4“ von Axa für 64 Euro ein guter Schutz für das Fahrrad.

Die empfohlenen Fahrradschlösser können besonders in der Aufbruchsicherheit punkten. Das „Kryptolok“ erhält in dieser Kategorie die Note 1,7, das „New York Chain“ sogar die Note 1,4. Das Fahrradschloss von Axa glänzt in der Kategorie mit einer 1,3.

Generell konnten die meisten getesteten Fahrradschlösser in der Kategorie Aufbruchsicherheit punkten. Nur ein Schloss, konnte von den Test-Dieben so schnell und leicht geknackt werden, dass es mit mangelhaft bewertet wurde und somit durch den Test gefallen ist: das „Ready for Race“ Faltschloss von RFR für rund 50 Euro.

Video: Keine Chance für Fahrraddiebe – diese Schlösser empfiehlt der TÜV

Fahrradschloss allein hilft wenig – entscheidend ist auch, wie das Fahrrad angeschlossen ist

Für welches Fahrradschloss sich Verbraucher auch entscheiden, wichtig ist auch, wie und wo das Fahrrad angeschlossen wird. Nutzen Fahrradfahrer das beste Schloss auf dem Markt, schließen es allerdings an einen Maschendrahtzaun fest, werden Diebe wenig Probleme haben, das Rad mitgehen zu lassen.

Radfahrer sollten ihr Gefährt an stabilen Pfählen oder Stangen anschließen. Für den idealen Schutz empfiehlt die Stiftung Warentest, die auch schon Kopfhörer testete, sogar gleich zwei Schlösser verschiedener Marken zu nutzen. So haben diebische „Markenspezialisten“ wenig Chancen. Wer jetzt noch das passende Fahrrad zum Schloss braucht, kann bei hna.de* nachlesen, worauf man achten sollte. *hna.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

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