Teuer gleich besser?

Fahrräder im Test: Sicherheitscheck offenbart überraschende Ergebnisse 

Stiftung Warentest hat zwölf Kinderfahrräder getestet. Insbesondere beim Sicherheitscheck kamen die Experten zu erschreckenden Ergebnissen.

NRW – Was gibt es Schöneres als eine Fahrradtour mit der Familie an Rhein und Ruhr bei strahlendem Sommerwetter? Damit auch die Kleinen ihren Spaß am Radeln haben und vor allem sicher sind, hat Stiftung Warentest zwölf Kinderfahrräder getestet – mit durchaus überraschenden Ergebnissen (mehr Testberichte auf RUHR24).

Stiftung WarentestGemeinnützige deutsche Verbraucherorganisation
Gründung4. Dezember 1964
HauptsitzBerlin

Stiftung Warentest: Zwölf Kinderfahrräder auf Sicherheitsstandards getestet

Um ein valides Ergebnis zu erhalten, hat Stiftung Warentest mit raderprobten Schulkindern echte Radel-Experten herangezogen. Alle zwölf getesteten 20-Zoll-Kinderfahrräder zwischen 270 und 575 Euro haben den Fahrtest mit guten Noten bestanden.

Doch bei den Sicherheitsüberprüfungen im Labor schnitten fünf Kinderfahrräder mangelhaft ab. Bei den Tests der Bremsen, auf Schadstoffe und auf die Haltbarkeit wurden teils schwerwiegende Mängel festgestellt. Zu den drei Verlierern gehören deshalb:

  • Woom Woom 4, Qualitätsurteil: MANGELHAFT(5,0) Fahren: gut (2,0), Eig­nung für das Kind: sehr gut (1,5), Hand­habung: gut (2,3), Sicherheit und Halt­bar­keit: mangelhaft (5,0),
    Schad­stoffe: ausreichend (3,7), mitt­lerer Laden­preis: 575,00 Euro
  • Winora Dash 20 3-Gang, Qualitätsurteil: MANGELHAFT(5,0), Fahren: gut (2,5), Eig­nung für das Kind: befriedigend(2,7), Hand­habung: gut (2,5), Sicherheit und Halt­bar­keit mangelhaft (5,0)
    Schad­stoffe: gut (1,9), mittlerer Ladenpreis: 430,00 Euro 
  • S‘cool Xxlite 20 Zoll 7-Gang, Qualitätsurteil: MANGELHAFT(5,0), Fahren: gut (2,0), Eig­nung für das Kind: befriedigend(2,6), Hand­habung: befriedigend(2,7), Sicherheit und Halt­bar­keit: mangelhaft(5,0),
    Schad­stoffe: ausreichend (3,8), mittlerer Ladenpreis: 460,00 Euro

Stiftung Warentest: Teuerstes Fahrrad belegt den letzten Platz

Wie Chip365 berichtet, gelangte Stiftung Warentest bei den Bremstests zu teils vernichtenden Urteilen. Allein vier Modelle erreichten die geforderte Bremswirkung nicht, bei einem Modell riss gar die Sattelklemmung.

Bei einem weiteren Kinderfahrrad riss die Tretkurbel am Pedalgewinde. Im Straßenverkehr sind Kinder auf den getesteten Drahteseln der fünf bekannten Marken Bulls, Raymon, S‘cool, Winora und Woom teilweise alles andere als gut aufgehoben.

Stiftung Warentest: Günstigere Kinderfahrräder nicht zwangsläufig unsicherer

Teure Markenfahrräder schnitten teilweise schlechter ab als günstigere Fahrräder. Das beste Beispiel dafür ist das oben gelistete Woom Woom 4 -Kinderfahrrad für 575 Euro, welches Test-Schlusslicht geworden ist.

Demgegenüber ist das günstige Decathlon City Bike 20 Zoll D4 Rock, mit einem mittleren Ladenpreis von 270 Euro, auf Platz drei gelandet. Alle Testergebnisse von Stiftung Warentest mit dazugehörigen Erklärungen gibt es hier.

Nicht alle Kinderfahrräder auf dem Markt sind sicher.

Stiftung Warentest: Fahrradsättel teilweise gesundheitsschädigend

Auffällig ist aber auch, dass keines der Fahrräder mit „sehr gut“ abgeschnitten hat. Nur drei Kinderfahrräder schnitten „gut“ ab, immerhin vier ließen die Tester noch zum Urteil „befriedigend“ kommen.

Der Grund für das überwiegend schlechte Abschneiden: Im Sattel zahlreicher Räder wiesen die Tester im Labor hohe Mengen des Phthalat-Weichmachers DPHP nach. Laut der Verbraucherzentrale sind Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate gesundheitsschädigend. Sie können die Leber, Nieren oder Hoden angreifen.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/Imago

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