18 Produkte im Test

Öko-Test testet Eyeliner und kommt zu überraschenden Ergebnissen

Öko-Test hat 18 Eyeliner gekauft und in einer umfassenden Analyse auf kritische Inhaltsstoffe überprüft. Die Ergebnisse klaffen deutlich auseinander.

Dortmund – Nachdem Stiftung Warentest schon Mascara einem Test unterzogen hatte, stand nun ein weiteres Kosmetik-Produkt auf dem Prüfstand. Diesmal wollten die Experten von Öko-Test wissen, wie gut Eyeliner sind – also Schminke, mit der ein Lidstrich am oberen Wimpernkranz gezogen werden kann. Die Ergebnisse sind teilweise jedoch weniger hübsch anzusehen.

Öko-TextVerbrauchermagazin
Verkaufte Auflage112.433 Exemplare
ChefredakteurHans Oppermann

Öko-Test prüft Eyeliner im Labor auf gesundheitsgefährdende Problemstoffe

Im Gegensatz zum Kajalstift handelt es sich bei Eyelinern um Schminke, die in der Regel mit einem Pinsel aufgetragen wird und anstatt aus Wachs und Öl, eine dünnflüssige Mischung aus Farbpigmenten und sogenannten Filmbildnern ist. Da Eyeliner direkt am Auge aufgetragen werden, war es den Testern von Öko-Test wichtig, dass die Produkte keine Problemstoffe enthalten. Allerdings war das nicht bei allen der Fall.

So wurden insgesamt 18 schwarze Eyeliner auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht, aber auch auf Schwermetalle wie Arsen, Blei und Quecksilber. Zudem sollte die Schminke im Labor auf Formaldehyd, halogenorganische Verbindungen und weitere problematische Substanzen überprüft werden. Die Substanzen stehen alle im Verdacht gesundheitsschädigend, teilweise sogar krebserregend oder sogar erbgutschädigend zu sein (mehr Testberichte bei RUHR24).

Eyeliner im Test: Öko-Test hat 18 Produkte von bekannten Marken untersucht

Von den insgesamt 18 Eyelinern im Test waren sieben Produkte als Naturkosmetik zertifiziert – außerdem wurde wasserfeste und nicht-wasserfeste Schminke berücksichtigt. Getestet wurden unter anderem Eyeliner der Marken Maybelline (L‘Oréal), Nyx, Artdeco Cosmetic, Essence (Cosnova), Max Factor und Manhattan von Coty oder Börlind und Dr. Hauschka.

Aber auch Schminke der Drogerie-Eigenmarken von Dm, Rossmann und Müller waren im Test mit dabei. Preislich lagen die Eyeliner zwischen zwei und zwölf Euro. Der teuerste Eyeline war ein naturkosmetisches Produkt von Wala mit der Marke Dr. Hauschka.

Neun Eyeliner schneiden mit „sehr gut“ bei Öko-Test ab – Naturkosmetik unter den Verlierern

Die gute Nachricht zuerst: Nach den miserablen Ergebnissen des Mascara-Tests von Öko-Test waren die Experten positiv von dem Resultat der Eyeliner-Untersuchung überrascht. Insgesamt schnitten neun Eyeliner mit „sehr gut“ bei Öko-Test ab. Darunter viele Naturkosmetikprodukte, aber auch drei konventionelle Eyeliner. So liegen beispielsweise die Eigenmarken von Rossmann oder Dm durchaus im oberen Ergebnissequment. Mittelmäßig, das heißt „befriedigend“ ist jedoch keins der Produkte.

Doch die Testergebnisse zeigen auch: Nur weil ein Eyeliner mit einem Naturkosmetik-Zertifikat ausgezeichnet ist, muss er nicht per se gut sein. Denn ein Naturkosmetik-Eyeliner gehört zu den drei Verliereren im Test:

  • Cosnova: Essence Liquid Ink Eyeliner, 01. Note: mangelhaft. Grund: enthält Natriumlaurylsulfat
  • Coty: Max Factor X Colour X-Pert Waterproof, 01 deep black. Note: mangelhaft. Grund: enthält Propylparaben
  • Müller Drogeriemarkt: Terra Naturi Dip Eyeliner, 01 black. Note: mangelhaft. Grund: enthält Formaldehyd/-abspalter
  • Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).
Egal ob in Mascara oder Eyeliner: Schadstoffe haben in Schminke für die Augen nichts zu suchen.

Eyeliner im Öko-Test: Schadstoffe aber auch viele positive Ergebnisse im Test

In dem Naturkosmetik-zertifizierten Eyeliner der Müller Drogeriemarkt-Eigenmarke wurde in dem von Öko-Test beauftragten Labor Formaldehyd nachgewiesen. Die Substanz gilt als Kontaktallergen und reizt schon in geringen Mengen die Schleimhäute. In Schminke hat sie daher nichts verloren. In Naturkosmetik sind Verbindungen, die Formaldehyd nach und nach freisetzen können und als Quelle infrage kämen, nicht erlaubt. Es ist daher bislang unklar, wie der bedenkliche Stoff in den Eyeliner „Terra Naturi“ gekommen ist.

Immerhin: In keinem der getesteten Eyeliner fand Öko-Test das Schwermetall Arsen. Das chemische Element kommt häufig in Kosmetik vor und steht jedoch im Verdacht, krebserregend zu sein. Ebenfalls positiv bewerteten die Verbraucherexperten, dass in keinem der Naturkosmetikprodukte Parfüm enthalten ist.

Wer sich also bald einen neuen Eyeliner anschaffen will, hat eine gute Auswahl. Und dabei muss es nicht unbedingt teuer sein. Denn mit „sehr gut“ schnitten im Eyeliner-Test sowohl das teuerste als auch das günstigste Produkt ab.

Rubriklistenbild: © Rabbani and Solimene Photography/AFP

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