Der Ärger ist groß

Eventim: Prozess wegen Corona-Absagen – Kunden warten auf Entschädigung

Ein Live-Konzert mit vielen Besuchern und Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg.
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Tickethändler Eventim mit Chef Klaus-Peter Schulenberg stehen in der Kritik, da Fans nach Corona-Verschiebungen von Konzerten ihr Ticket nicht zurückgeben durften.

Gegen Eventim startet ein Prozess. Viele Kunden warten noch immer auf Gutscheine oder Geld nach coronabedingten Veranstaltungs-Absagen.

NRW – Für zahlreiche Konzertbesucher sind die Corona-Absagen der Live-Shows in NRW und den anderen Bundesländern Deutschlands ärgerlich. Doch damit nicht genug – wer die Tickets umtauschen will, wird bei Eventim offenbar vor große Probleme gestellt. Das soll nun Folgen haben für den Tickethändler.

UnternehmenCTS Eventim
HauptsitzBremen
CEOKlaus-Peter Schulenberg (2000–)
GründerKlaus-Peter Schulenberg, Marcel Avram, Matthias Hoffmann

Eventim verärgert Kunden: Tickethändler verweigert Rückgabe von Tickets trotz Corona-Absagen

Wegen der Corona-Pandemie müssen Veranstaltungen immer wieder verschoben werden. Fans und Künstler sehnen sich nach den Shows mit tanzendem Publikum und Live-Musik. Doch ab wann solche Events wieder angeboten werden dürfen, ist bislang noch ungewiss. Während Eventim als Alternative zu Konzerten nun auch Termine für Corona-Impfungen in Dortmund anbietet, herrscht vermutlich bei vielen Kunden aktuell Ratlosigkeit.

Für die Konzertbesucher stellt sich die Frage, ob sie ihre Eintrittskarte behalten wollen, um einen neuen Termin zu nutzen oder ob sie die Karte umtauschen. Doch bei Kunden von Eventim soll sich die Rückgabe der Tickets schwierig gestalten. Offiziell ist es Eventim – so wie der Konkurrenz – gestattet, Gutscheine statt des Bargeldes anzubieten. Doch einige Kunden sollen weder Gutschrift noch Geld erhalten haben, schreibt die Verbraucherzentrale NRW.

Daher ist am Mittwoch (28. April) ein Prozess gegen Ticketvermittler CTS Eventim AG & Co KGaA gestartet. Das Urteil wird nach Informationen der Verbraucherzentrale NRW für den 9. Juni erwartet. Das Unternehmen habe eine Rückerstattung verweigert mit der Begründung, dass die betroffenen Veranstaltungen nur verlegt und deshalb noch aktuell seien. Es bestehe daher kein Grund für die Kunden, die weiterhin gültigen Tickets umzutauschen (mehr Service-News bei RUHR24).

Eventim vor Gericht: Kein Geld für Tickets – Verbraucherzentrale NRW reicht Klage ein

Zuvor hatte die Verbraucherzentrale NRW gemeinsam mit anderen Stellen der Organisation Eventim die Chance gegeben, sich mit einer Unterlassungserklärung zu melden. Doch dieses Dokument soll bei der Rückmeldung gefehlt haben, stattdessen haben die Kunden offenbar weiterhin Standardmails erhalten. Daher haben die Verbraucherschützer eine Klage beim Landgericht in München eingereicht und fordern eine „Rückzahlung der Ticketpreise“, schreibt RTL.de.

Dabei haben Kunden, die ihre Eintrittskarten vor dem 8. März 2020 gekauft haben, zumindest Anspruch auf einen Gutschein. Wer den Gutschein bis Ende des Jahres 2021 nicht einlösen kann, hat laut der Verbraucherzentrale NRW die Möglichkeit, dieses Guthaben gegen Geld einzutauschen. Bei persönlichen Gründen, die das Besuchen der Veranstaltung unzumutbar machen, kann dies auch schon vor Ende des Jahres geschehen.

Konzerte sind wegen der Corona-Pandemie aktuell verboten. Kunden können unter bestimmten Umständen das Geld für ihre Tickets bei Händlern wie Eventim zurückverlangen.

Aber nicht nur deshalb steht Eventim in der Kritik. Ist eine Veranstaltung komplett abgesagt, soll der Tickethändler nicht den vollen Preis der Eintrittskarten an seine Kunden zurückgezahlt haben. Warum das Unternehmen einen Teil der Kosten einbehalten hat, ist für die Verbraucherzentrale NRW nicht nachvollziehbar.

Eventim-Hammer: Konzerte künftig nur nach Corona-Impfung?

Der Veranstaltungs-Gigant hat auch auf andere Weise für Aufsehen gesorgt. Veranstaltungschef Klaus-Peter Schulenberg von Eventim hat mit einer Forderung der Pflicht zur Corona-Impfung für Konzertbesucher eine Welle der Empörung ausgelöst. Dadurch sollten 2022 wieder Konzerte mit Zuschauern erlaubt werden. Kurz darauf soll der Chef aber zumindest teilweise wieder zurückgerudert haben.

Wer auch auf die Konzerte im Jahr 2022 mit seinem Ticket verzichtet, der kann sich nun Hoffnung machen. Denn bereits am 2. Oktober 2020 hatte es ein Urteil in Bremen zu einem ähnlichen Fall gegeben. Dort wurde entschieden, dass die Kläger eine Rückzahlung von Eventim erhalten müssen. Schließlich hafte das Unternehmen als Ticketvermittler dafür, dass die Veranstaltung stattfindet, berichtet RTL.de. Inwiefern ein solches Urteil auch im neuen Prozess gilt, bleibt abzuwarten.

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