Erntezeit = Fliegenzeit

Essigfliege auf Obst: Bundesamt empfiehlt bestimmte Maßnahme

Essigfliegen bedrohen die jährliche Obsternte – so auch die Kirschessigfliege. Mit einigen Tricks können Gartenbesitzer ihre Früchte schützen.

NRW – Der Frühling ist da! Im heimischen Garten blühen die Obstbäume und machen Lust auf Kirschen, Pfirsiche und Pflaumen. Doch nicht nur für menschliche Obstliebhaber sind die Früchte ein echter Hingucker. Unliebsame Gäste wie die Kirschessigfliege können die Ernte innerhalb von weniger als 14 Tagen zu einem Alptraum machen.

InsektEssigfliege (Frucht-, oder Obstfliege, lat. drosophila suzuuki)
FamilieTaufliegen
Ordnung Zweiflügler (Diptera)

Kirschessigfliege befällt reife Früchte am Obstbaum – Warnung vor Pflanzenschutzmitteln

Reifende und reife Früchte sind vor ihr nicht sicher: Die Kirschessigfliege legt ihre rund drei Millimeter großen Eier in Früchte, die noch am Baum hängen und in Kürze geerntet werden sollen. Das macht sie besonders lästig: Denn im Gegensatz zu den verwandten Essigfliegen hat es die drosophila suzuuki nicht auf faulende oder gärende, sondern auf noch frische und reife Früchte der Obstbäume abgesehen.

Für Obstliebhaber ein echtes Ärgernis: In dem kurzen Zeitfenster zwischen dem Fliegenbefall und der Ernte muss der Schädling schnell und effektiv bekämpft werden – sonst werden die Früchte schnell zu einem Fliegenparadies. Doch Pflanzenschutzmittel wie Insektizide sind für den Hausgarten nicht zugelassen, stattdessen müssen Gartenbesitzer die ungebetenen Gäste auf eine andere Art bekämpfen.

Kirschessigfliege kam von Asien nach Europa – Insekt macht Jagd auf Früchte

Seit rund 10 Jahren ist die Kirschessigfliege in Deutschland auf Früchtejagd. Zu ihrer Beute gehören laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht nur Süß-, oder Sauerkirschen, sondern auch Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Pflaumen, seltene Erdbeeren und auch einige rote Traubensorten.

In ihrem neuen Zuhause fühlt sich das Schadinsekt pudelwohl. Das liegt an den europäischen Klimabedingungen, den zahlreichen Obstkulturen, die der Kirschessigfliege während ihrer Vermehrungsphase zur Verfügung stehen sowie am kurzen, Klima-bedingten Generationenwechsel, der für eine rasche Ausbreitung des Insekts sorgt.

Kirschessigfliege: Netze und Trockenheit gegen den Befall

Um die Quälgeister loszuwerden, empfiehlt das BVL, die betroffenen Pflanzen „einzunetzen.“ Feinmaschige Netze, die im Idealfall eine Maschenweite von 0,8 bis 1,0 Millimeter haben, sollen die Kirschessigfliegen davon abhalten, überhaupt erst an die begehrten Früchte heran zu kommen. Wichtig hierbei: Erst beim Farbumschlag, d.h. bei der Reifung der Früchte sollte damit begonnen werden, ansonsten halten die Netze die Bestäuber ab.

Da die Kirschessigfliege feuchte und kühle klimatische Bedingungen bevorzugt, sollte der Baum regelmäßig zurückgeschnitten und Blätter rund um die Früchte entfernt werden. So kann der Baum schneller trocknen und ein entsprechend trockenes, besonntes Bestandsklima sichergestellt werden.

Um Früchte vor Schadinsekten zu schützen, gibt es verschiedenste Tricks – ganz ohne Pestizide.

Bei Kirschessigfliegen-Befall: Rückzugsgebiete entfernen und Fressfeinde einladen

Besonders wohl fühlen sich die Schadinsekten in schattigen und kühlen Rückzugsgebieten. Vermeiden sollte man daher eine Überkopfbewässerung sowie das Entstehen hoch gewachsener, schutzbietender Rasenflächen, die von Essigfliegen gerne aufgesucht werden.

Nichts fürchten Kirschessigfliegen so sehr wie Schlupfwespen, Vögel, Spinnen oder Ameisen. Damit diese auf Fliegenjagd gehen können, sollte der Garten mit den Obstbäumen naturnah gelegen sein.

Kirschessigfliegen: So wichtig ist die korrekte Entsorgung befallener Früchte

Sofern Früchte bereits befallen sind, kann dieser durch eine rechtzeitige Ernte reduziert werden. Auf dem heimischen Kompost sollten die Früchte allerdings nicht landen! Bereits gelegte Eier der Essigfliegen können so erhalten bleiben, außerdem tut man damit in aller Regel auch Maden einen Gefallen.

Um diese abzutöten, empfiehlt das BVL, „befallene Früchte zunächst in einem luftdicht geschlossenen Behälter oder in einer Plastiktüte mehrere Tage der Sonne“ auszusetzen, sie „in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen“ zu lassen oder „mit kochendem Wasser“ zu überbrühen. Erst danach sollten die Früchte entsorgt werden.

Bereits auf den Boden gefallene Früchte sollten regelmäßig entsorgt werden, denn auch sie können schnell zum Ziel von Kirschessigfliegen werden. Durch eine gute Bestandshygiene kann den Befall der Früchte reduziert werden.

Rubriklistenbild: © Hartenfelser/Imago

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