Pleite-Welle

Galeria Karstadt Kaufhof: 40 weitere Filialen müssen wegen Insolvenz schließen

Das größte deutsche Warenkaufhaus ist pleite: Galeria Karstadt Kaufhof mit Sitz in Essen muss nun rund ein Drittel seiner Filialen schließen.

Dortmund – Das deutsche Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof hat zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen zwei Jahre Insolvenz angemeldet. Rund ein Drittel aller Kaufhof-Filialen sollen schließen. Diese Maßnahme sei notwendig, um das Unternehmen zu retten, teilt Unternehmenschef Miguel Müllenbach gegenüber der FAZ mit. Die Schließung hat gravierende Folgen für die Mitarbeiter und die Innenstädte, weiß RUHR24.

WarenhauskonzernGaleria Kaufhof Karstadt
SitzEssen
Anzahl der Mitarbeiteretwa 18.000 Mitarbeiter (Stand: 2020)

Galeria Karstadt Kaufhof ist pleite: Gravierende Einschnitte – ein Drittel der Filialen soll schließen

Das deutsche Warenhaus hatte bereits vor knapp zwei Jahren Insolvenz angemeldet. Infolgedessen mussten zahlreiche Filialen in Deutschland geschlossen werden. Am Montag (31. Oktober) hat das Unternehmen erneut ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das bedeutet, dass ein externer Sachverwalter während der Rettungsmaßnahmen die Aufsicht übernimmt. Die Kontrolle liege jedoch weiterhin bei Galeria selbst (mehr zu Service-Themen bei RUHR24).

Doch um die Warenhauskette zu retten, seien tiefgreifende Einschnitte notwendig, so der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Etwa ein Drittel der 131 Filialen sollen geschlossen werden. Welche Galeria-Filialen geschlossen werden, soll innerhalb der kommenden drei Monate entschieden werden. Die Schließung treffe laut Unternehmenschef besonders wenig profitable Standorte.

Aktuell habe Galeria Karstadt Kaufhof vor allem mit den Auswirkungen der Inflation und steigenden Energiekosten zu kämpfen. Aus diesem Grund schien ein Schutzschirmverfahren unvermeidbar zu sein. Das Warenhaus ist nicht das einzige Unternehmen, das wirtschaftliche Probleme hat. Zuletzt ist auch ein Möbelkonzern nach 82 Jahren insolvent gegangen.

Galeria Karstadt Kaufhof meldet Insolvenz an: Gewerkschaft kämpft für Erhalt der Arbeitsplätze

Die Folge von deutschlandweiten Schließungen von Galeria-Filialen betreffe vor allem die Mitarbeiter. Viele müssen nun erneut um ihren Arbeitsplatz bangen. Denn wie der Galeria-Manager mitteilt, seien betriebsbedingte Kündigungen zahlreicher Mitarbeiter unumgänglich.

Die Gewerkschaft Verdi hat sich stellvertretend für die Mitarbeiter für die Rettung der Arbeitsplätze eingeschaltet. In einem Statement heißt es: „Wir kämpfen mit den Beschäftigten um den Erhalt der Arbeitsplätze und Standorte“. Zudem prangert die Gewerkschaft das Verhalten des Galeria-Eigentümers René Benko an.

Von dem österreichischen Milliardär fordern die Betroffenen mehr Unterstützung für die Rettung der Warenhauskette. „Die Frage ist: Wo ist jetzt René Benko? Den Beschäftigten jedenfalls stellt er sich nicht“, fragt Verdi kritisch.

Galeria Karstadt Kaufhof steht erneut vor der Insolvenz – mit Folgen für viele Filialen.

Warenkaufhaus geht pleite: Attraktivität von Innenstädten nimmt weiter ab

Der Rheinischen Post gegenüber beurteilt Handelsexperte Gerrit Heinemann das Warenkaufhaus insgesamt als Auslaufmodell. Nach seinen Einschätzungen könnten große Warenhäuser künftig als Einkaufszentren umfunktioniert werden. Wie sich das Unternehmen in Zukunft aufstellen wird, bleibt abzuwarten.

Jedoch bedeutet der Wegfall von Galeria Karstadt Kaufhof auch einen weiteren Verlust für deutsche Innenstädte. Um die Attraktivität von Shoppingmeilen in Städten weiterhin zu erhalten, plant die Stadt Dortmund beispielsweise ein eigenes City-Management.

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