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Kaum ein Tag vergeht, ohne dass etwas zurückgerufen wird. Diesmal trifft es den deutschen Einzelhändler Ernsting’s family. Das Unternehmen zieht T-Shirts für Jungen aus dem Verkehr.

  • Ernsting’s family ruft T-Shirts für Jungen zurück.
  • Die Artikel könnten krebserregend sein.
  • Kunden, die die Shirts gekauft haben, bekommen den Kaufpreis erstattet.

Weil es einen gesundheitsgefährdenden Azofarbstoff in zu hohen Mengen enthält, ruft Ernsting’s family aktuell ein T-Shirt für Jungen zurück. Es handelt sich bei dem betroffenen Produkt um das Shirt „LEGO NINJAGO“ des Herstellers Kabooki A/S.

In den vergangenen Wochen kam es vor allem bei Lebensmitteln immer wieder zu Rückrufen. Zuletzt sorgte dieser Fall bei Rewe für Furore. Oft werden die Produkte wegen Glassplittern zurückgerufen.

Ernsting’s family stellte den Mangel bei Kontrollen fest

Wie das Unternehmen mitteilt, wurde der Mangel an den T-Shirts bei Eigenkontrollen festgestellt. Der gesundheitsgefährdende Azofarbstoff steck in dem schwarzen Druck, der sich außen auf der Vorderseite der Shirts befindet.

Die Menge des Stoffes, die gefunden wurde, überschreitet den gesetzlichen Grenzwert. Ernsting’s family hat deshalb umgehend reagiert und das Textil-Produkt aus dem Sortiment genommen.

Kunden können die Shirts in jeder Filiale zurückbringen

Die Shirts gab es entweder in grün oder rot zu kaufen. Die Artikelnummern der Produkte sind 460125 und 458983.

Kunden, die die Kleidung gekauft haben, können die Artikel in jeder Ernsting’s family Filiale zurückgeben. Der volle Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des entsprechenden Kaufpreises erstattet.

Für mehr Informationen steht der Kundendienst des Unternehmens zur Verfügung. In Deutschland unter der 02546/98 9999 98 und in Österreich unter der +43 12675 502. Außerdem steht eine E-Mail-Adresse für Rückfragen zur Verfügung: kundenservice@ernstingsfamily.com.

Azofarbstoffe haben negative Wirkungen auf den Körper

In der Industrie werden Azofarbstoffe dafür verwendet, Lebensmittel und auch zum Teil Textilien zu färben. Vor allem knallige, leuchtende Farben können damit „produziert“ werden. Jedoch stehen die Stoffe in Verdacht, vor allem bei Kindern Gesundheitsprobleme zu verursachen.

Diese T-Shirts sind von dem Rückruf betroffen. Foto: Ernsting’s family

Ein entsprechender Hinweis mit dem Satz „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ ist daher seit dem 20. Juli 2010 auf Verpackungen Pflicht, die Azofarbstoffe enthalten. Viele Lebensmittel-Hersteller verzichten seitdem auf die Chemikalie und nutzen stattdessen pflanzliche Färbemittel.

Gesundheitsgefahren durch die Chemikalie

Doch was macht Azofarbstoffe so gefährlich? Schuld ist daran der Bestandteil Anilin, das heute hauptsächlich aus Erdöl gewonnen wird. Es steht im Verdacht, krebsrerregend zu sein.

Der menschliche Körper ist mittels Enzyme dazu in der Lage, die Azofarbstoffe in ihre ursprünglichen Bestandteile – also auch das Anilin – zu spalten. Dadurch könnten auch die Azofarbstoffe selbst als krebserregend gelten.

In den T-Shirts von Ernsting’s family sind bedenkliche Mengen der Azofarbstoffe gefunden worden.