Vor- und Nachteile

Gasheizung und Wärmepumpe im Kosten-Vergleich: Ergebnis überrascht

Ist es sinnvoller auf eine Wärmepumpe anstelle einer Gasheizung zu setzen? Ein Vergleich liefert die überraschende Antwort. Hier mehr erfahren.

Dortmund – Bei stetig steigenden Gaspreisen wie zum Beispiel in Dortmund kann es sinnvoll sein, sich nach Alternativen zur Gasheizung umzuschauen. Einen begehrten Ersatz könnte die sogenannte Wärmepumpe darstellen. Doch unter welchen Umständen ergibt ein Austausch überhaupt Sinn?

Gasheizung und Wärmepumpe im Kosten-Vergleich: Ergebnis überrascht

Schließlich heizen aktuell noch rund die Hälfte aller Haushalte in Deutschland mit Gas. Ein Rohstoff, der durch den Ukraine-Krieg und dessen Folgen für die Verbraucher immer teurer wird. Auf der anderen Seite freuen sich durch die vom Gesetzgeber angestrebte Energiewende Wärmepumpen immer größer werdender Beliebtheit – Stand 2021 wurden sie in gut jedem zweiten Neubau verbaut.

Wie aus einer Studie des Vergleichsportals Verivox (Stand: 4. Januar 2023) hervorgeht, kostet das „flüssige Gold“ für Neukunden im Mittel derzeit 15,9 Cent pro Kilowattstunde. Ähnlich drastisch verhält sich der Preisanstieg beim Strom. Zumindest auf dem freien Markt ist noch kein Rückgang der Kosten in Sicht. Im Gegenteil.

Auswirkungen der Energiepreisbremse auf Wärmepumpe und Gasheizung

Deutschlandweit wurde bei den Stromanbietern kräftig an der Preisschraube gedreht. So teuer war der Strom im einstigen „Land der Dichter und Denker“ noch nie. Ein langersehntes Entlastungspaket der Bundesregierung tritt ab März 2023 (rückwirkend zum 1. Januar 2023) in Kraft.

Ab dann sind 80 Prozent des Stromverbrauchs zu je 40 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Beim Gas können sich Verbraucher über einen subventionierten Preis von 12 Cent pro Kilowattstunde freuen, dieser ist ebenfalls auf 80 Prozent begrenzt. Doch welche Auswirkungen haben die sogenannte Preisbremse und die steigenden Kosten auf Wärmepumpe und Gasheizung, beziehungsweise wie schneiden diese im Vergleich ab?

Wärmepumpe statt Gasheizung: Vergleich liefert Antwort

Ist eine elektrische Wärmepumpe bereits jetzt in der Lage, das fossile Gas als Heizsystem zu ersetzen? Mit dieser Fragestellung hat sich das Vergleichsportal Verivox im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAZ) auseinandergesetzt. Mit einem durchaus überraschendem Ergebnis.

Die Wärmepumpe erfreut sich in Deutschland einer immer größer werdenden Beliebtheit.

„Basis der Kalkulation sind von Verivox ermittelte durchschnittliche Energiepreise in Deutschland Mitte Dezember. Als Modellbeispiel wird ein Einfamilienhaus angenommen“, heißt es hierzu bei der Frankfurter Allgemeine. Im Beispiel der Gasheizung wurde von einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zu je 17,83 Cent ausgegangen.

Wärmepumpe gegen Gasheizung: Was ist die bessere Wahl?

Bei der Wärmepumpe wurde hingegen für dasselbe Beispielhaus mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden zu je 39,86 Cent gerechnet. Voraussetzung für diese Musterrechnung ist jedoch eine gute Isolierung und eine damit einhergehend hohe Effizienz (Jahresarbeitszahl von 4) der Anlage.

In mäßig gedämmten Altbauten gingen die Experten des Fraunhofer-Instituts von einem geringeren Wirkungsgrad der Wärmepumpe und einer Jahresarbeitszahl von 2,7 – im unteren Effizienzbereich – aus. In jenem Fall würden 7500 Kilowattstunden benötigt, um das Beispielhaus zu heizen.

Kostenvergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung

HeizartJährliche Kosten
Gasheizung3.565 Euro
Gasheizung mit Preisbremse2.744 Euro
Wärmepumpe (effizient)1.993 Euro
Wärmepumpe (weniger effizient)2.938 Euro

Wie der Vergleich zeigt, ist die Wärmepumpe in ihren Unterhaltungskosten günstiger als die Gasheizung – zumindest ohne Gaspreisbremse. Mit dem von der Bundesregierung festgelegten Gaspreis rentiert sich die weniger effiziente Wärmepumpe gegenüber der fossilen Variante bei den jährlichen Kosen nicht mehr.

Vergleich Wärmepumpe gegen Gasheizung: Drei Punkte sollten bedacht werden

Was beim Verivox-Vergleich zwischen Wärmepumpe und Gasheizung jedoch gänzlich außer Acht gelassen wurde, ist, dass die Preisbremse der Regierung zeitlich begrenzt ist. Die vergünstigten Angebote sind zunächst bis April 2024 vorgesehen. Wie sich die Preise im Anschluss entwickeln, ist noch spekulativ.

Darüber hinaus sind die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe trotz großzügiger staatlicher Zuschüsse (unter bestimmten Bedingungen 40 Prozent im Idealfall, ohne Rechtsanspruch) noch deutlich höher. Es ist daher eine Einzelfallentscheidung, ab wann sich eine Wärmepumpe im Vergleich zu Gasheizung amortisiert.

Ab 2024 nimmt der Gesetzgeber dem Endverbraucher die Entscheidung zwischen Wärmepumpe und Gasheizung jedoch ohnehin ab: „Die Regierungskoalition hat vereinbart, dass jetzt gesetzlich fest- geschrieben wird, dass ab dem 1. Januar 2024 möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden soll‘“, heißt es in einer amtlichen Mitteilung von Juli 2022. Spätestens dann muss die Entscheidung gegen den fossilen Brennstoff ausfallen.

Rubriklistenbild: © Robert Poorten/Imago; Rene Traut/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24