Knabber-Snack bei Öko-Test

Erdnüsse im Test: Drei bekannte Marken enthalten Mineralöl

Öko-Test hat Erdnüsse bekannter Marken untersucht. Insgesamt fällt das Ergebnis überraschend positiv aus – von drei Produkte sollten Verbraucher aber die Finger lassen.

Deutschland – Als kleiner Snack für zwischendurch oder Knabberei am Netflix-Abend sind gesalzene und geröstete Erdnüsse hierzulande bei vielen Menschen beliebt. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat Produkte bekannter Labels wie Ültje, Ja! und Co. jetzt auf den Prüfstand gestellt – mit überraschendem Ergebnis.

Öko-TestVerbrauchermagazin
Erstausgabe1985
Erscheinungsweisemonatlich

Öko-Test prüft Erdnüsse – die meisten sind „sehr gut“

Denn insgesamt haben die Prüfer beim Erdnusstest wenig zu meckern. Sage und schreibe 16 der insgesamt 21 geprüften Produkte enthalten die Note „Sehr gut“. Weitere drei immerhin noch ein „Gut“.

Jeweils einmal vergeben die Tester von Öko-Test „Befriedigend“ sowie „Ausreichend“. Bemerkenswert: Keines der Erdnuss-Produkte fällt im Test komplett durch (weitere Testberichte auf RUHR24).

Erdnüsse im Test: Die Prüfer finden Mineralölbestandteile

Besonders erfreulich: Fast alle Produkte sind nahezu schadstofffrei. Das ist leider nicht selbstverständlich, denn gerade Schimmelpilzgifte wie Aflatoxin werden in Nüssen immer wieder zum Problem.

Drei beliebte Marken kritisieren die Tester allerdings. Denn darin hat das von Öko-Test beauftragte Labor Mineralölbestandteile gefunden – sogenannte gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH).

Mineralölwasserstoffe in Erdnüssen – diese Marken sind laut Öko-Test verunreinigt

Solche gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe können sich im menschlichen Fettgewebe und in der Leber anreichern. Welche Folgen das für den menschlichen Körper haben kann, ist noch nicht abschließend geklärt. In Tierversuchen haben sie aber zu Organschäden geführt.

Diese drei Erdnuss-Produkte sind belastet:

  • Besonders viel Mineralöl findet Öko-Test in Erdnüssen des Bio-Labels Alnatura. Produkt: Alnatura Erdnüsse geröstet & gesalzen, Preis pro 200g: 2,27 Euro, Mineralölbestandteile: MOSH erhöht, weitere Mängel: „Warnung: Kleine Kinder können an Nüssen ersticken“ oder ähnlich fehlt, analysierter Salzgehalt weicht vom deklarierten Salzgehalt ab, Gesamturteil: ausreichend
  • Ebenso stärker verunreinigt ist das folgende Produkt: XOX Erdnüsse geröstet gesalzen, Preis pro 200g: 1,40 Euro, Mineralölbestandteile: MOSH leicht erhöht, weitere Mängel: „Warnung: Kleine Kinder können an Nüssen ersticken“ oder ähnlich fehlt, analysierter Gehalt der gesättigten Fettsäuren weicht vom deklarierten Gehalt ab, Gesamturteil: befriedigend
  • Auch ein preiswertes Rewe-Produkt ist belastet: Produkt: Ja! Erdnüsse geröstet und gesalzen, Preis pro 200g: 0,89 Euro, Mineralölbestandteile: MOSH leicht erhöht, weitere Mängel: keine, Gesamturteil: gut

Erdnüsse bei Öko-Test – günstige Eigenmarken zählen zu den Testsiegern

Insgesamt lautet das Motto bei Erdnüssen aber: Teuer heißt nicht gleich gut. So zählt das stark belastete Alnatura-Produkt zu den teureren. Günstige Eigenmarken verschiedenster Supermärkte und Discounter wie Edeka, Penny, Aldi oder Kaufland erreichen hingegen die Bestnote. Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test.

Wer gute Erdnüsse snacken möchte, muss also nicht tief in die Tasche greifen. Genießen sollte man die Snacks aber besser in Maßen: Mit fast 600 Kalorien pro 100 Gramm sind Erdnüsse echte Energie-Bomben.

Rubriklistenbild: © A. Schauhube/dpa, Öko-Test; Collage: RUHR24

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