Besser tiefer in die Tasche greifen

Erdbeeren von Aldi, Lidl und Edeka im Test: Nur eine Sorte überzeugt

Die Erdbeersaison ist im vollen Gange. Doch nicht alle Beeren von Lidl oder Rewe sind zu empfehlen. Nicht nur geschmacklich versagen die Produkte.

Dortmund – Erdbeeren! Endlich wieder Erdbeeren! Supermärkte und Discounter wie Edeka oder Lidl bieten die roten Früchte endlich wieder an und wir greifen gerne zu. Doch nicht alle Beeren sind eine gute Wahl, wie ein aktueller Test zeigt.

PflanzeErdbeere
Wissenschaftlicher NameFragaria
FamilieRosengewächse (Rosaceae)

Erdbeeren von Aldi Süd, Lidl, Rewe und Edeka: Deutsche, spanische und italienische Beeren im Test

Der Südwestrundfunk (SWR) hat sich die roten Leckerbissen einmal ganz genau angeschaut und kam zu klaren Ergebnissen, was Geschmack und Pestizidrückstände angeht. Getestet wurden Erdbeeren von Lidl, Aldi Süd, Edeka und Rewe.

Dabei kamen die Beeren aus Deutschland sowie aus Spanien und Italien – immerhin kommen gerade zu Beginn der Saison die meisten Erdbeeren aus Spanien. Laut SWR machen sie gut dreiviertel der Waren aus.

Erdbeeren aus Deutschland überzeugen im Test vor allem beim Geschmack – sind aber auch teuer

Geschmacklich können vor allem die deutschen Erdbeeren überzeugen – wenn diese aktuell noch sehr teuer sind. Laut SWR kosten die heimischen Erdbeeren bei Lidl mehr als das Doppelte.

Doch der Straßentest wie auch der Test einer Back-Expertin zeigen: Zumindest wenn es um den Geschmack geht, lohnt es sich vielleicht doch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Aber auch die Lagerung der Erdbeeren kann viel ausmachen und ist nicht zu unterschätzen.

Deutsche Erdbeeren haben keine langen Transportwege und Lagerzeiten auf dem Buckel, das macht sich bemerkbar. Sie schmecken in der Regel süßer und fruchtiger. Konkurrenzprodukte wurden im Erdbeer-Test oft als zu wässrig oder sauer beschrieben.

Erdbeeren von Edeka, Rewe, Aldi Süd oder Lidl: Alle konventionellen Produkte belastet

Ein ebenfalls unterschätzter Faktor bei frischen Lebensmitteln sind unsichtbare Pestizide, die Spuren hinterlassen haben. Und das auch bei den Erdbeeren von Aldi Süd, Lidl, Edeka und Rewe mit Preisen zwischen 1,35 Euro und 3,80 Euro pro Schale. Dabei waren die deutschen Erdbeeren aus dem Supermarkt die teuersten.

Insgesamt haben die Tester vom SWR sieben Proben an ein Labor gesendet. Dabei handele es sich um fünf konventionelle und zwei Bio-Erdbeeren. Von den fünf konventionellen Beeren waren tatsächlich alle Proben belastet.

Pestizide in Erdbeeren: Rückstände lassen sich nicht abwaschen – wir essen sie mit

Zwar bewegen sich alle Werte im gesetzlichen Rahmen und keine Erdbeere überschreitet Grenzwerte mit den Pestizid-Rückständen, allerdings sollten die Ergebnisse dennoch kritisch betrachtet werden. Der vom SWR beauftragte Pestizid-Experte Lars Neumeister fasst es im Testbericht so zusammen: „Teilweise sind diese gesetzlichen Limits so hoch, dass die gemessenen Werte dagegen so klein aussehen. Aber die sind nicht so klein. Wir reden hier von Proben von über einem Milligramm insgesamt.“

Das Fatale daran: Die festgestellten Pestizide in den Erdbeeren lassen sich von Verbrauchern und Verbraucherinnen nicht abwaschen. Die Stoffe befinden sich in der Frucht.

Erdbeeren bei Aldi Süd, Lidl, Rewe und Edeka schneiden teilweise nicht gut ab.

Aldi Süd, Rewe und Lidl sehen trotz miesem Test-Ergebnis kein Problem bei den Pestiziden

Aldi Süd, Lidl und Rewe hingegen sehen kein Problem darin, dass unter anderem auch ein Pflanzenschutzmittel entdeckt wurde, welches besonders schlecht abgebaut wird und für Bienen giftig ist. Sie verweisen darauf, dass das Mittel in Deutschland und der EU zugelassen sei und sich die Werte unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte befänden.

Wer allerdings gut und gerne auf Pestizide auf seinen Erdbeeren verzichten kann, sollte zu Bio-Beeren greifen. Denn auch wenn diese aus Spanien oder Italien kommen, sind sie frei von den unerwünschten Rückständen. Wer zusätzlich auf Nummer sicher gehen will, kann die Erdbeeren auch im heimischen Garten anpflanzen.

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