Pläne zum Gaspreisdeckel

Entlastung durch die Gaspreisbremse: Eine Familie kann bis zu 1200 Euro sparen

Das Warten auf einen Vorschlag der Expertenkommission zum Gaspreisdeckel ist vorbei: Bis zu 1200 Euro könnte eine Familie sparen, wird der Vorschlag umgesetzt.

Berlin – Der Expertenkommission für die Gaspreisbremse in Deutschland stand zu ihrem eigenen Unmut nur sehr wenig Zeit zur Verfügung, um einen Entwurf für den Gaspreisdeckel vorzulegen. Ein Ergebnis gibt es nun trotzdem: Die Regierung müsse im Rahmen einer Sonderzahlung sowie Gaspreisbremse Entlastung schaffen, so die Kommission.

BundeskanzlerOlaf Scholz
Geboren14. Juni 1958 (Alter 64 Jahre), Osnabrück
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands

Gaspreisbremse wie hoch? Soviel können Verbraucher nach dem Vorschlag der Expertenkommission sparen

Die Einmalzahlung soll bereits im Dezember 2022 kommen, die Preis-Deckelung im März 2023. Vergleichsportale haben jetzt berechnet, wie viel durch die Preisbremse eingespart werden könnte: Für Familien sind es bis zu 1200 Euro pro Jahr, berichtet kreiszeitung.de. Sozialverbände und Gewerkschaften zeigen sich von den Plänen enttäuscht. Auch Rentner und Studenten sollen eine Sonderzahlung bekommen.

Nachdem es viele Diskussionen, Anregungen und Streitpunkte beim Gaspreisdeckel gegeben hatte, gibt es jetzt einen Vorschlag der Expertenkommission zur Gaspreisbremse: Ab März 2023 bis mindestens Ende April 2024 sollen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ein durch den Staat bezuschusstes sogenanntes „Grundkontingent“ beziehen können.

Angedacht ist dabei durch die Gaspreis-Expertenkommission ein Anteil von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. In diesem Rahmen soll der Staat einen garantierten Preis von 12 Cent pro Kilowattstunde sicherstellen. Der Verbrauch oberhalb der 80 Prozent muss dann zu den deutlich höheren Marktpreisen entrichtet werden. Es stellt sich eine Frage zur Gaspreisbremse: Wie hoch sind die Einsparungen konkret?

Entlastung durch die Gaspreisbremse: Eine Familie kann bis zu 1200 Euro sparen

Das Vergleichsportal Check24 hat hierzu jetzt Berechnungen angestellt. Das Portal geht bei seinem Beispiel von einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) aus. Gerechnet wird ausgehend von einem Durchschnittstarif von rund 20 Cent je Kilowattstunde (mehr Service-News bei RUHR24).

Das entspricht etwa dem Preis, der bei Neuverträgen derzeit fällig wird. Für einen Singlehaushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh kommt das Portal damit auf Einsparungen von 300 Euro jährlich. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt, könnten sich die Einsparungen einer Durchschnittsfamilie in diesem Rahmen auf über 1200 Euro belaufen.

Einmalzahlung und Gaspreisbremse: Erst Gas-Sonderzahlung, dann der Gaspreisdeckel

Die Entlastungen der Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) werden aller Voraussicht nach, auf Empfehlung der Expertenkommission, aus Einmalzahlung und Gaspreisbremse bestehen.

Während der eigentliche Gaspreisdeckel noch Zeit in Anspruch nimmt und deshalb erst im März 2023 kommen soll, dürfte es bei der Gas-Sonderzahlung schneller gehen: Geht es nach der Kommission, kommt sie bereits im Dezember 2022.

Die Gaspreisbremse kommt. Für viele bedeutet das eine große Entlastung.

Der Plan sieht vor, dass der Staat eine Monatsrechnung von Verbraucherinnen und Verbrauchern übernimmt, noch bevor die eigentliche Preisdeckelung erfolgt. Im Dezember soll „einmalig die jeweilige Abschlagszahlung aller Gas-Standardlastprofil-Kunden und Fernwärmekunden“ übernommen werden, so der Entwurf. Versorger müssen dafür einmalig auf die Erhebung der Abschläge verzichten, das Geld dafür erhalten sie vom Bund.

Hohe Belastung durch Inflation und Gaspreis: Enttäuschung über Gaspreisbremse und Entlastungen

Die finanzielle Belastung für die meisten Bürgerinnen und Bürger durch die Inflation und hohe Gaspreise ist gigantisch. Mit Blick auf die Vorschläge der Expertenkommission bei Gaspreisbremse und Einmalzahlung bricht man keineswegs überall in Jubelstürme aus, im Gegenteil. Es fehlt an sozialer Ausgewogenheit, finden viele: Eine klare Ober- und Untergrenze für den Verbrauch gibt es nicht.

Ein Sondervotum von Verdi-Chef Frank Werneke, selbst Teil der Kommission, hatte diese gefordert. In der jetzigen Fassung profitieren vor allem die oberen zehn Prozent – sie haben einen besonders hohen Gebrauch, wie die SZ berichtet, nämlich ebenso viel wie die unteren 40 Prozent insgesamt.

Gaskrise: Familien können einen beachtlichen Betrag Geld sparen

Der Verdi-Chef nennt das Modell in seiner aktuellen Fassung laut RND auch deshalb „nicht ausreichend sozial ausbalanciert“. Wer aus finanziellen Gründen schon zuvor sparen musste, hätte bei der Regelung einen klaren Nachteil. Ein weiteres Problem: Für die Monate Oktober, November, Januar und Februar gibt es keinerlei Hilfe.

Auch die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es brauche einen Härtefallfonds, noch vor der Preisbremse im März. Bis dahin würden viele Menschen frieren müssen, so Bentele. Was auf den ersten Blick gut aussieht, scheint dem auf den zweiten Blick kaum Stand zu halten, die Folge: Sorgen lindern die Pläne nicht.

Rubriklistenbild: © Florian Gaertner/photothek.de/Imago; CTK Photo/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24