300 Euro vom Staat

Betrug bei Energiepreispauschale: Verbraucherschützer warnen vor fiesem Trick

Verbraucherschützer warnen aktuell vor Fake-E-Mails. Darin werden Empfänger aufgefordert, ihre Daten zu verifizieren, um das Geld der Energiepreispauschale zu bekommen.

Dortmund – Die Verbraucherzentrale NRW schlägt Alarm. Betrüger würden derzeit die angekündigte Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro dazu nutzen, Kapital aus der Unwissenheit von Verbrauchern zu ziehen. In E-Mails von angeblichen Banken behaupteten die Kriminellen, dass zur Auszahlung der Pauschale die persönlichen Daten von Empfängern abgeglichen werden müssten. Als SMS kämen auch gefälschte Nachrichten aus dem Bundesfinanzministerium, berichtet Merkur.de.

VereinVerbraucherzentrale
Gründung1. November 2000
Mitglieder51 Verbraucherorganisationen: 16 Verbraucherzentralen; 26 weitere Verbände; 9 Fördermitglieder

Betrüger nutzen Energiepauschale aus und wollen Verbraucher abzocken

Die Schreiben, welche die Kunden per E-Mail erreichen, sehen wie im Fall der Sparkasse (Bild unten) hochoffiziell aus und sind mit dem Logo des Bankinstituts versehen. Die Empfänger werden aufgefordert, die Internetseite zu öffnen und persönliche Daten zu hinterlegen.

Nur dann könne man die Energiepreispauschale von 300 Euro erhalten. Die Masche werde auch per SMS versucht. „Das ist reiner Blödsinn!“, warnen die Verbraucherschützer vor diesen Phishing-Mails der Gauner.

300 Euro vom Staat: Schreiben fehlerfrei in guter Grammatik verfasst

Unterzeichnet sind die Schreiben mit „Ihre Kundenberatung!“ und in fehlerfreiem Deutsch und guter Grammatik verfasst. Vergleichbare Behauptungen gäbe es inzwischen auch mit den Logos anderer Banken – zum Beispiel der Volksbanken und Raiffeisenbanken, erklärt die Verbraucherzentrale NRW das Vorgehen der Betrüger auf ihrer eigenen Einstiegsseite.

Fallen Sie nicht auf diesen Trick herein! Keine Bank oder Sparkasse muss Daten zur Auszahlung der Energiepreispauschale prüfen. Die Auszahlung erfolgt über den Lohn oder das Gehalt.

Verbraucherzentrale NRW

Betrug mit der Energiepauschale geht auch per SMS um – auf keinen Fall reagieren

Darüber hinaus soll auch per SMS aus dem Finanzministerium versucht werden, ahnungslose bzw. gutgläubige Verbraucher zu täuschen und sie auf dubiose Seiten ins Internet zu locken. Darin heißt es: „Sie müssen noch einen Betrag von 254,33 erhalten. Verifizieren Sie sich und erhalten Sie den Betrag“. Oder auch: „Die Regierung hat beschlossen, dass Sie eine Erstattung von €278,35 erhalten werden. Hier klicken, um die Zahlung zu erhalten“. (Anmerkung d. Redaktion: Die angehängten Links der Betrüger haben wir hier ausgelassen.)

Die Verbraucherschützer raten dingend davon ab, einen Link anzuklicken oder auf eine Nachricht zu antworten. Verbraucher sollten solche E-Mails direkt in den Spam-Ordner verschieben und weitere E-Mails oder SMS ignorieren bzw. die Absendernummer umgehend selbst sperren. Wer allerdings bereits auf einen Betrugsversuch hereingefallen ist, sollte bei der Polizei Anzeige erstatten und Kontobewegungen auf Geld-Abbuchungen beobachten.

Verbraucherschützer warnen aktuell vor Fake-E-Mails zur Energiepreispauschale. (Symbolbild)

Wer bekommt die 300 Euro brutto vom Staat?

Die Energiepreispauschale der Ampel-Koalition ist eine Einmalzahlung. Beantragt werden muss der Zuschuss nicht. Jeder, der zum 1. September 2022 in einem „ersten Arbeitsverhältnis“ steht und der einer der Steuerklassen 1 bis 5 unterliegt, soll das Geld in Höhe von 300 Euro brutto in der Regel über seinen Arbeitgeber ausgezahlt bekommen. Der Zeitpunkt, wann der Zuschuss ausgezahlt wird, kann allerdings variieren. Die Pauschale soll rund 44 Millionen Erwerbstätige entlasten. Aber auch Rentner und Studierende sollen profitieren.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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