Betrüger verunsichern Bürger

Abzocke bei 300-Euro-Energiepauschale: Sparkassen-Kunden müssen aufpassen

Die Auszahlung der Energiepreispauschale ruft aktuell Kriminelle auf den Plan. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor gefälschten Schreiben.

Deutschland – Die noch im zweiten Entlastungspaket beschlossene Energiepreispauschale soll allen Beschäftigten mit dem Septembergehalt ausgezahlt werden. Damit will die Bundesregierung Erwerbstätige entlasten, die aufgrund der steigenden Energiepreise mehr Kosten für ihren Arbeitsweg stemmen müssen. Betrüger versuchen derzeit, daraus Profit zu schlagen, und verbreiten falsche Infos.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)Behörde
Gründung1. Januar 1991
SitzBonn

Betrug mit der Energiepauschale: Phishingmails im Namen der Sparkasse im Umlauf

Via Twitter warnt das BSI aktuell vor einer entsprechenden Phishing-Mail, die Kriminelle verschicken. Betroffene werden darin aufgefordert, ihre Daten zu verifizieren, um den 300-Euro-Bonus zu erhalten. Die Fake-Mail wird im falschen Namen der Sparkasse verschickt. Die Betreffzeile lautet: „Wir überweisen die Energiepauschale“, „Jetzt Energiepauschale sichern!“ oder ähnlich.

Die Cyberexperten weisen darauf hin, dass das Schreiben keine für Phishing-Mails sonst so typische Rechtschreibfehler enthalte und eine „täuschend echte Aufmachung“ habe. Dementsprechend wirkt die Mail auf den ersten Blick seriös (weitere Warnungen auf RUHR24). 

300-Euro-Bonus im September – Betrüger versuchen, Bankkunden zu locken

Die Kriminellen verfolgen mit ihrem Fake das Ziel, sensible Daten abzugreifen. Ihre Masche: Sie behaupten, dass es nötig sei, die eigene Identität zu bestätigen, um den Anspruch auf eine Auszahlung der Energiepauschale überprüfen zu lassen und das Geld zu erhalten. Zugleich fordern sie die potenziellen Opfer auf, ihre persönlichen Daten einzugeben. Dann – so das falsche Versprechen – werde die Summe von der Sparkasse überwiesen.

Wie die Verbraucherzentralen berichten, werden ähnliche Schreiben auch bereits im falschen Namen anderer Banken an ahnungslose Empfänger verschickt. Im Phishing-Radar der Verbraucherschützer wird beispielsweise vor einer entsprechenden Mail an Volksbank-Kunden gewarnt.

Betrug mit dem 300-Euro-Bonus – Vorsicht vor Smishing im Namen des Finanzministeriums

Auch per SMS kursiert die Betrugsmasche bereits. Wie das BSI erklärt, werde aktuell auch ein entsprechendes Smishing (Zusammensetzung aus SMS und Phishing) verschickt.

Die Betrüger geben dabei vor, die SMS käme vom Bundesfinanzministerium. Darin heißt es: „(Bundesministerium der Finanzen) Sie müssen noch einen Betrag von 254,33 erhalten. Verifizieren Sie sich und erhalten Sie den Betrag ...“. Es folgt ein Link, der zu einer Betrugsseite führt.

Auszahlung der Energiepauschale – Verifizierung ist nicht notwendig

Rund um das Wann und Wie der Auszahlung des 300-Euro-Bonus herrscht aktuell bei einigen Bürgern noch Unklarheit – was den Cyberkriminellen in die Karten spielen könnte. Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang: Die Energiepauschale von 300 Euro brutto wird Erwerbstätigen vom Arbeitgeber mit dem Gehalt ausgezahlt. Eine Verifizierung der persönlichen Daten bei einer Bank oder Sparkasse ist dafür in keiner Weise notwendig.

Auch, wer das Geld nicht mit dem Septembergehalt ausbezahlt bekommt, sollte sich nicht verunsichern lassen. Denn die Bundesregierung hat den Arbeitgebern hier einen zeitlichen Spielraum eingeräumt. Alle wichtigen Infos dazu stellt das Bundesfinanzministerium auf seiner Webseite bereit.

Smishing- und Phishing-Abzocke mit der Energiepauschale – Mails gehören in den Spam-Ordner

Wer von dem Betrug mit der Energiepauschale betroffen ist, sollte die entsprechenden Links natürlich in keinem Fall anklicken. Die Verbraucherzentrale rät außerdem, auch niemals auf derartige Nachrichten zu antworten. Mails sollten stattdessen in den Spamordner geschoben werden und Absender von Fake-SMS-Nachrichten gesperrt.

Wer doch einen Link aufgerufen habe, könne vorsorglich Anzeige bei der Polizei erstatten – das gelte insbesondere dann, wenn die Opfer ungewöhnliche Kontoabbuchungen oder Online-Bestellungen in ihrem Namen bemerkten.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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