Waschmaschine, Spülmaschine und Co.

Neues Energielabel ab März: Was sich jetzt beim Kauf von Elektrogeräten ändert

Energielabel
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Gehört bald der Vergangenheit an: Das alte Energielabel (Symbolbild)

Ab März müssen Elektro-Händler auf das neue Energielabel umstellen. Für Verbraucher bringt das eine große Änderung mit sich, denn auch die Klassen ändern sich.

Deutschland – Waschmaschine, Spülmaschine oder Trockner: Viele Verbraucher orientieren sich beim Kauf von Elektrogeräten an den Energieeffizienzklassen. Denn energiesparende Geräte schonen nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Ab März wird es neue Klassen geben – und die unterscheiden sich wirklich deutlich von den alten.

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Neues Energielabel ab März: Energieeffizienzklassen ändern sich – Händler und Käufer müssen sich umstellen

Bereits seit November 2020 mussten Lieferanten ihren Geräten das neue EU-Effizienzlabel zum Energieverbrauch beilegen. Ebenso mussten sie dieses dem Händler seitdem auch für bereits gelieferte Geräte nachreichen.

Ab dem 1. März 2021 gibt es viele neue Änderungen für Verbraucher. Dazu gehört auch die Umstellung auf das neue Energielabel in den Geschäften und in Onlineshops. Die Händler haben dazu zwei Wochen Zeit. Das bedeutet, dass ab Mitte März nur noch das neue Energielabel gezeigt werden darf. Eine parallele Kennzeichnung eines Gerätes mit beiden Labels ist nicht vorgesehen.

Neues Energielabel kommt – Verbraucher müssen sich auf neue Werte und Bezeichnungen einstellen

Optisch ähneln sich beide Label zunächst. Ebenso wird das neue Effizienzlabel an der gleichen Stelle der Geräte angebracht wie zuvor. Die Angaben zum Stromverbrauch sind allerdings nicht vergleichbar. Wie die Verbraucherzentrale erklärt, wurde das Messverfahren grundlegend geändert. Bei der neuen Etikettierung wurde die tägliche Nutzung der Geräte besser berücksichtigt.

Demnach ist auch der angegebene jährliche Verbrauchswert in kWh auf dem neuen Label anders. Ebenso ändern sich die in Buchstaben angegebenen Energieeffizienzklassen. Verbraucher müssen bei ihrer Kaufentscheidung also neue Bezeichnungen beachten.

Neue Energieeffizienzklassen: Das geänderte Label macht Schluss mit dem Bestnoten-Wahnsinn

Bei den neuen Energielabels wird es keine Plus- oder Doppel-Plus-Klassen mehr geben, wie „A++“ oder „A+++“. Die Skala wird vielmehr immer von A bis G reichen.

Wie die Verbraucherzentrale bemerkt, wird die Kennzeichnung damit eindeutiger. Denn zuletzt hätten beispielsweise bei Kühlschränken fast alle Modelle immer in den Bestklassen gelegen. Für Kunden wird damit eine realistische Einschätzung der Energieeffizienz besser möglich sein.

Im Vergleich: Das neue und das alte Energielabel

Klasse D statt A+++ – strengere Anforderungen an die Sparsamkeit der Geräte

Mit der neuen Bewertung steigen auch die Anforderungen an die Sparsamkeit. Das hat zur Folge, dass die neuen Elektrogeräte in scheinbar schlechtere Klassen rutschen. Wie die Verbraucherzentrale erklärt, wird beispielsweise ein Großteil der derzeitigen „A+++“-Kühlschränke ab Mitte März nur noch ein D erhalten.

Nur ganz wenige erhielten demnach noch ein „C“. Die Klassen „A“ und „B“ würden hingegen bei Kühlschränken gar nicht mehr vergeben. Kunden dürfen sich also von vermeintlich schlechteren Energieeffizienzklassen nicht abschrecken lassen – sondern müssen zukünftig andere Richtwerte bei ihrer Kaufentscheidung zugrundelegen.

Video: Schummelei bei Energielabels

Energiesparende Elekrogeräte – neues Messverfahren bringt neue Kilowattstunden-Werte mit sich

Auch die neuen Kilowattstunden-Werte kann man nicht einfach mit den alten vergleichen. So werden sie beispielsweise durch die neuen Messbedingungen bei Spülmaschinen eher niedriger, bei Kühlschränken höher ausfallen.

Daneben wird das neue Label auch einen QR-Code erhalten. Darüber sollen Kunden weitere Produktinformationen abrufen können.

Neues Effizienzlabel – für diese Geräte wird es ab März gelten

Das Effizienzlabel wird ab März 2021 zunächst für folgende Elektrogeräte geändert:

  • Waschmaschinen
  • Spülmaschinen
  • Waschtrockner
  • Kühlschränke
  • Gefrierschränke
  • Fernseher
  • Monitore

Bei den Lampen wird sich das Label erst ab September 2021 ändern. Weitere Geräte wie Staubsauger, Wäschetrockner oder Backöfen sollen sogar erst ab 2024 neue Klassen erhalten. Weitergehende Informationen zum neuen Energielabel stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereit.

Verbraucherzentrale: Neue Energielabels sind besser und verbraucherfreundlicher

Die Verbraucherzentrale sieht in den neuen Labels eine deutliche Verbesserung gegenüber den alten. Zunächst erlaube die klare Kennzeichnung ohne Plus-Werte die schnellere Einschätzung des Energieverbrauchs. Zudem würden die neuen Prüfverfahren die tatsächlichen Bedingungen im Alltag besser berücksichtigen.

Die höheren Anforderungen und das Herabsetzen in niedrigere Effizienzklassen haben zudem noch einen weiteren Effekt: Hersteller sollen einen Anreiz bekommen, zukünftig noch energiesparendere Geräte zu produzieren.

Für Verbraucher bedeutet das aber auch: Sie müssen sich darauf einstellen, dass nicht nur ein „A“ mit mehreren Plus empfehlenswert ist, sondern auch Effizienzklassen wie C oder sogar D für vergleichsweise sparsame Geräte stehen. Außerdem wird die Tatsache, dass für einige Geräte das alte Label gilt, für andere hingegen das neue, sicher noch für Verwirrung sorgen.