Zweiter Schritt im Sparplan

Energiesparmaßnahmen seit 1. Oktober: Diese Regeln gelten bei Strom und Gas

Ab dem 1. Oktober gibt es noch weitere Energie-Regeln. Damit will Robert Habeck die Krise bekämpfen. Es betrifft Unternehmen sowie private Haushalte.

Berlin – Im August hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) seine Energiesparverordnung vorgestellt. Damit soll in drei Schritten der Energieverbrauch in Deutschland stark gesenkt werden (weitere Service-News auf RUHR24).

NameRobert Habeck
Geboren2. September 1969 (Alter 53 Jahre), Lübeck
EhepartnerinAndrea Paluch (verh. 1996)
ParteiBündnis 90/Die Grünen
AmtVizekanzler und Wirtschaftsminister seit 2021

Energie-Regeln ab 1. September dienen der Sicherung von Energieversorgung

Der erste Schritt waren die kurzfristig wirksamen Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung. Diese sind am 1. September in Kraft getreten.

Seitdem dürfen beispielsweise Werbeanlagen von 22 Uhr bis 16 Uhr des Folgetages nicht mehr beleuchtet werden, genauso wie Gebäude und Baudenkmäler. Außerdem dürfen „Arbeitsstätten in nicht öffentlichen Nichtwohngebäuden“ nur noch bis 19 Grad geheizt werden, berichtet Merkur.de.

Zweiter Schritt im Energie-Plan von Robert Habeck ab 1. Oktober: Maßnahmen gelten für zwei Jahre

Zum 1. Oktober kommt zwar nun nicht die Gasumlage, aber nun folgt der zweite Schritt in Robert Habecks Energiesparplan. Ab dann gelten die mittelfristig wirksamen Maßnahmen für zwei Jahre. Diese betreffen folgende Bereiche:

Pflicht zur Heizungsprüfung und -optimierung: Alle Eigentümer von Gebäuden mit Gasheizungen müssen in den nächsten zwei Jahren ihre Heizung überprüfen lassen.

Die neuen Energiesparmaßnahmen von Wirtschaftsminister Robert Habeck gelten ab dem 1. Oktober für zwei Jahre.

Verpflichtender hydraulischer Abgleich für Eigentümer großer Gebäude mit zentraler Wärmeversorgung: Solange ein sogenannter hydraulischer Abgleich in großen Gebäuden mit Gasheizung noch nicht durchgeführt wurde, ist dies in den nächsten zwei Jahren Pflicht. Dadurch kann der Gasverbrauch gesenkt werden – die Kosten für den hydraulischen Abgleich muss der Eigentümer tragen.

Als große Gebäude zählen hier Wohngebäude ab sechs Wohneinheiten und Firmen mit öffentlichen Gebäuden ab 1000 Quadratmeter. Ausnahmen gelten hier, wenn:

  • Das Heizsystem in der aktuellen Konfiguration bereits hydraulisch abgeglichen wurde.
  • Innerhalb von sechs Monaten nach dem jeweiligen Stichtag ein Heizungstausch oder eine Wärmedämmung von mindestens 50 Prozent der wärmeübertragenden Umfassungsfläche des Gebäudes bevorsteht.
  • Das Gebäude innerhalb von sechs Monaten nach dem jeweiligen Stichtag umgenutzt oder stillgelegt werden soll.

Einsparungen in Unternehmen: Unternehmen, mit einem Energieverbrauch ab 10 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr, müssen ab dem 1. Oktober Energieeffizienzmaßnahmen durchführen. Dazu zählen unter anderem der Austausch von Beleuchtung mit LED, oder die Optimierung von Arbeitsabläufen und technischen Systemen. Hierzu zählt auch der zuvor genannte hydraulische Abgleich.

Energiesparmaßnahmen für Privathaushalte seit 1. September

Auch auf Privathaushalte wirken sich Habecks Pläne aus. Für sie gelten seit dem 1. September bereits diese neuen Regeln:

  • Keine verpflichtende Mindest-Temperatur in Mietwohnungen: Entsprechende Vorgaben in Mietverträgen werden unwirksam. Angemessenes Heizen sowie ausreichendes Lüften sind trotzdem Pflicht. Schäden in der Wohnung dürfen durch das Energiesparen nicht zustande kommen.
  • Verbot der Nutzung bestimmter Heizungsarten für Privat-Pools: Private Innen- und Außenpools sowie Aufstellbecken dürfen nicht mehr mit Gas oder Strom aus dem Stromnetz geheizt werden. Ausgenommen sind jedoch Pools, deren „Beheizung zwingend notwendig für therapeutische Anwendungen oder zur Abwehr von Schäden an der Poolanlage“ ist.

Rubriklistenbild: © Jürgen Heinrich/Imago, Piero Nigro/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24