Keine gute Idee

Verpackungen von Eis niemals verwenden – sie sind schädlich für die Gesundheit

Eisverpackungen weiterzuverwenden, klingt eigentlich nach einem guten Ökotipp, um Plastikmüll zu reduzieren. Ist es aber nicht, wie Experten erklären.

Deutschland – Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Verbraucherzentralen warnen aktuell vor der Wiederverwendung von Eisverpackungen. Die Packungen von Speiseeis aus den Discountern und Supermärkten werden von vielen Verbrauchern zur Aufbewahrung von Lebensmitteln verwendet. Das birgt Gefahren, wie der BUND verdeutlicht.

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nichtstaatliche Umwelt- und Naturschutzorganisation
SitzBerlin
Gründung20 Juli 1975

Eisverpackungen zum Aufbewahren von Lebensmitteln – Experten warnen vor Risiken

Ob die Reste vom Mittagessen oder selbst Gekochtes wie Eintopf oder Apfelkompott: Zur Aufbewahrung im Kühlschrank oder zum erneuten Einfrieren verwenden viele im Haushalt übrig gebliebene Verpackungen von Eis.

Das scheint zunächst eine umweltfreundliche Alternative zur berühmten Tupperware zu sein – nutzt man doch den umweltschädlichen Plastikmüll so sinnvoll weiter. Denn gerade in den Sommermonaten bleiben in vielen Haushalten immer wieder Eisdosen übrig (weitere Warnungen und Rückrufe auf RUHR24).

Durch die Weiterverwendung wird vermeintlich nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel geschont. Der BUND warnt jetzt allerdings davor, dass es gefährlich sei, Lebensmittel in alten Verpackungen von Speiseeis aus dem Supermarkt aufzubewahren.

Eisverpackungen aus Kunststoff – schädliche Substanzen können ins Essen gelangen

Konkret besteht demnach ein Risiko immer dann, wenn die Plastikverpackung mit warmen oder sogar noch heißen Speisen in Berührung kommt. Das kann bei der Reste-Aufbewahrung des Mittagessens ebenso passieren wie bei selbst gekochtem und zu schnell abgefülltem Obst-Kompott und Ähnlichem.

In diesen Fällen können sich die Verpackungen leicht verformen. Schädliche Substanzen können sich so herauslösen und in das Essen gelangen. Der Grund: Eisverpackungen bestehen zumeist aus thermoplastischem Kunststoff, sogenannten Thermoplasten.

Eisverpackungen nicht weiterverwenden – auch die Verbraucherzentrale warnt

Auch die Verbraucherzentrale NRW warnt aus diesem Grund vor einer Weiterverwendung von Eisverpackungen, aber ebenso vor der von Joghurtbechern aus Kunststoff und Ähnlichem. Solche Plastikverpackungen dürfen auch in keinem Fall in der Mikrowelle erhitzt werden – sondern sind lediglich für den einmaligen Gebrauch gedacht.

Selbst um kalte Lebensmittel wie Kuchen einzufrieren, empfiehlt die Verbraucherzentrale aus Vorsorgegründen keine Plastikverpackungen weiterzuverwenden, auch wenn es hier unwahrscheinlicher ist, dass Chemikalien ins Essen übergehen als bei heißen Suppen oder Kompott.

Leere Eisdosen sollte man nicht für Vorräte verwenden (Symbolbild)

Denn: „Abfüller müssen eine Konformitätserklärung vorlegen, aber nur für einen speziellen Verwendungszweck“, erklären die Verbraucherschützer. Das bedeutet, nur unter bestimmten Bedingungen kann die Lebensmittelsicherheit – und damit auch die Gesundheit – garantiert werden.

Bei einem leeren Eisbehälter, der nur für fettfreie Sorbets und niemals zur Erhitzung gedacht ist, könnten sich beim Einfüllen heißer, fettiger Speisen schädliche Stoffe aus dem Plastik lösen – ein Gesundheits-Risiko, berichtet 24hamburg.de

Umwelt-Experte: Eisverpackungen nicht weiterverwenden, sondern ordnungsgemäß wegwerfen

Rolf Buschmann, Experte für Abfall und Ressourcen des BUND rät dementsprechend: „Eisverpackungen gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne und sollten fachgerecht recycelt werden. Um erneut Lebensmittel einzufrieren, sind sie nicht geeignet.“

Wolle man die Eisverpackungen nicht wegwerfen, so der Experte weiter, könne man sie höchstens noch zum Aufbewahren von kleinen Gegenständen wie Schrauben verwenden – niemals aber, um Speisen einzufüllen.

BUND-Experte: Auch bei wiederverwendbaren Verpackungen genau hinsehen

Grundsätzlich sei es für die Umwelt aber besser, Müll von vorneherein zu vermeiden als Packungen später weiterzuverwenden. Viele Einweg-Verpackungen sind mit dem neuen Plastikverbot ohnehin nicht mehr erlaubt. Eis könne man beispielsweise auch ganz leicht selbst herstellen – und dann in Mehrweg-Eisformen füllen, meint Rolf Buschmann.

Aber auch bei diesen Produkten zur Aufbewahrung von Self-made-Eis sei auf die Herstellerangaben zu achten, denn längst nicht alle seien unbedenklich. Ein wichtiger Hinweis für Verbraucher ist hier das Glas-und-Gabel-Symbol. Dieses zeigt an, ob eine Verpackung für Lebensmittel geeignet ist.

Rubriklistenbild: © Margit Wild/Imago

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