Warnzeichen für Keime

Eis essen: Bundesamt warnt vor unsichtbaren Gefahren an Eisdielen

Eis ist durch seine Zutaten und Herstellung anfällig für Keime. In Cafés und Eisdielen haben es Erreger bei mangelnder Hygiene besonders leicht.

Dortmund – Die Lust auf Eis sogt im Sommer für lange Schlangen vor Cafés und Eiswagen. Ob Stracciatella, Erdbeere oder Vanille – Speiseeis kann gefährliche Keime enthalten. Darauf macht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit aufmerksam (noch mehr Informationen zu Warnungen bei RUHR24). In Eisdielen und Cafés kann es durch unsaubere Portionieren und Vorratsbehälter zu Verunreinigungen kommen. Mit unschönen Folgen für die Kundinnen und Kunden.

Speiseeis-KategorieZusammensetzung
Cremeeismindestens 50 Prozent Milch und auf einen Liter Milch mindestens 270 g Vollei oder 90 g Eigelb
Rahm- und Sahneeis18 Prozent Milchfett aus der verwendeten Sahne
Milcheismindestens 70 Prozent Milch
Eiscrememindestens 10 Prozent Milchfett
Fruchteiscrememindestens 8 Prozent Milchfett, mindestens 20 Prozent Frucht

Besonders anfällig für Keimbefall sind Frischobst, Schokolade und Rohmilch

Im Sommer gibt es eine schier unendlich scheinende Auswahl an Eis: von Sorbet über tiefgekühltes Eis im Supermarkt bis zur Kugel an der Eisdiele. Je nach verwendeter Fettquelle müssen Eissorten in Deutschland nach dem Lebensmittelbuch unterschiedlich bezeichnet werden. Bei Speiseeis, das ausschließlich unter Verwendung von Milchfett hergestellt wird, unterscheidet man die Kategorien in der oben stehenden Tabelle.

Alle diese Eiskategorien enthalten Zutaten, die vor dem Gefrierprozess pasteurisiert oder auf einem anderen Weg entkeimt wurden. Ausnahmen von dieser Regel sind Frischobst, Schokoladenstücke oder Rohmilch. Ohne die Pasteurisation haben sie ein höheres Risiko für Keime und müssen vom Hersteller deshalb besonders gereinigt und gelagert werden.

Keime im Eis: Magen-Darm-Symptome als Folge

In Deutschland gibt es also hohe Standards, Vorgaben und strenge Hygienekontrollen, um mikrobiologische Risiken so klein wie möglich zu halten. Wichtig ist aber auch der hygienische Umgang mit dem Eis in den Cafés, Eisdielen und -wagen, in denen es verkauft wird. Hier können Keime ins Eis und beim Essen dann in den menschlichen Körper gelangen.

In Eisdielen kann Eis mit Keimen in Berührung kommen.

Erreger wie Salmonellen, Enterobacter oder Yersinien bleiben auch im gefrorenen Erzeugnis lebensfähig, warnt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit. Durch eine unhygienische Umgebung können sie im Nachhinein auf das Eis gelangen und sich vermehren. Zum Beispiel, wenn Eisbehälter nicht ordentlich gesäubert wurden oder er Eisportionierer in unreinem Wasser steht. Wird das Eis zu warm gelagert, können sich ebenfalls krankmachende Erreger vermehren.

Trotz hoher Standards: Keime im Eis auch in Deutschland gefunden

Viele der bei Lebensmittelkontrollen in Deutschland gefundenen Erreger im Eis verursachen keine Beschwerden. Manche Keime können bei Eis-Liebhabern aber unschöne Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen hervorrufen. Leider ist es für den Verbraucher viel leichter zu erkennen, ob das angebotene Eis lecker ist, als zu wissen, ob eine Eisdiele verantwortungsvoll mit Hygiene umgeht oder nicht.

Warnzeichen für mögliche Keime im Speiseeis

Der Geschmack vom Eis ändert sich durch den Keimbefall nicht und die Erreger sind für das menschliche Auge unsichtbar. Deutliche Warnzeichen für eine erhöhte Gefahr für Keime sind eine dreckige Theke, hohe Eisberge (die Temperatur oben ist wärmer), angeschmolzenes oder von Kristallen überzogenes Eis.

Eisportionierer sollten am besten unter fließendem Wasser gereinigt werden und nicht in dreckigem Wasser stehen. Besonders in Ländern mit geringeren Hygienestandards sollte man auf diese Punkte ein Auge haben.

Rubriklistenbild: © F. Anthea Schaap/Imago

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