Allzweckwaffe aus Verkehr gezogen

Giftstoff in Einmachgläsern entdeckt: Rückruf in Deutschland

Einmachgläser sind unbestritten praktisch in der Küche und vielseitig einsetzbar. Doch nun muss ein ganzes Set der Allzweckwaffe zurückgerufen werden.

NRW – Ob Gelee, Marmelade, Kräuter oder Gewürze – Einmachgläser mit Schraubgewinde oder Deckel mit Hebelverschluss sind praktisch, um allerlei Leckereien wie beispielsweise Spargel einzulagern oder trocken und luftdicht aufzubewahren. Nun aber muss ein Hersteller für ein ganzes Set an Einmachgläsern einen Rückruf einleiten.

EinmachglasHohlglas, das zum Einkochen und Aufbewahren von Nahrungsmitteln verwendet wird
Gehören zuKonservengläsern
UnterscheidungGläser mit Schraubverschluss und jene mit Scharnier und Hebelverschluss

Einmachgläser können sich in der Küche als eine echte „Allzweckwaffe“ erweisen

Dass Einmachgläser für die Lagerung diverser Lebensmittel praktisch sind, wird wohl kein Küchenguru ernsthaft bestreiten. Hinzu kommt, dass sie von manchen als echte „Zerowaste-Allzweckwaffe“ gesehen werden, die zur Vermeidung von Plastikmüll beitragen können.

So ersetzen Einmachgläser schließlich Plastikdosen oder Verpackungen und schonen damit die Umwelt.

Hersteller ruft 5er-Set Einmachgläser zurück – giftige Substanz im Deckelinneren entdeckt

Doch wer auf die gläsernen Alleskönner schwört, sollte den von der Kaufhaus Wreesmann GmbH eingeleiteten Rückruf nicht unbeachtet lassen. Wie Produktwarnung berichtet, sollten Verbraucher vom folgenden Set Einmachgläser dringend die Finger lassen:

  • Artikel: Einmachgläser

    Verkaufseinheit: 5er-Set, 50ml
  • EAN: 8719202391251

Bei der Überprüfung der Gläser wurde ein Defekt entdeckt – Gift kann in Lebensmittel gelangen

Schließlich hätten „Produktprüfungen nicht tolerierbare Mängel aufgezeigt“, so der Hersteller. Da der Defekt „schwierig zu erkennen sei“, seien die Besitzerinnen und Besitzer des 5er-Sets Einmachgläser angehalten, „das Produkt ab sofort nicht weiterzuverwenden“.

Als konkreter Grund für den Rückruf gibt Produktwarnung „die Migration von Nonyphenol aus dem Deckelinneren“ an. Dieser könne auf Lebensmittel übergehen und die Gesundheit so gefährden.

Nonyphenol kann aus dem Deckelinneren wandern und die Gesundheit gefährden

Wie der Verband für unabhängige Gesundheitsberatung erklärt, sei die giftige Verbindung Nonylphenol „schwer abbaubar“ und könne „Allergien auslösen“. Wissenschaftler sollen schon im Jahr 1991 darauf aufmerksam geworden sein, „dass die Chemikalie wie das Hormon Östrogen wirkt und dadurch das Sexualhormonsystem stört“.

Dieses 5er-Set Einmachgläser ist von einem Rückruf betroffen.

Wer im Besitz der vom Rückruf betroffenen Einmachgläser ist, könne sie „gegen Erstattung des vollen Verkaufspreises oder gegen Ersatz eines anderen Artikels in jeder Filiale umtauschen“, heißt es von der Kaufhaus Wreesmann GmbH. Bei weiteren Fragen könne man sich an den Kundenservice unter der Telefonnummer 04952/94 11 0 oder per E-Mail an info@wreesmann.com wenden.

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