Impulskäufe drohen

Vorm Einkaufen besser keinen Kaffee trinken – Koffein hat teure Folgen

Vor dem Einkauf koffeinhaltigen Kaffee zu trinken, ist laut US-Forschern keine gute Idee. Ein Versuch lieferte erstaunliche Ergebnisse.

NRW – Morgens wirkt Kaffee bekanntermaßen wahre Wunder, auch im Haushalt ist er mitunter nützlich. Doch wer bei Supermärkten und Discountern wie Aldi, Lidl oder Rewe einkaufen geht, sollte vorher auf die bittersüße Köstlichkeit verzichten – aus einem einfachen Grund.

Kaffeeein je nach Röstgrad braunes bis schwarzes, koffeinhaltiges Getränk
Zutatengeröstete und gemahlene Kaffeebohnen, Samen der Frucht der Kaffeepflanze, und heißes Wasser
Bekannt seitzwischen 9. und 15. Jahrhundert (Brockhaus)

Laut Forschern ist Kaffeekonsum vor dem Einkauf keine gute Idee – Versuch zeigt Erstaunliches

Dass Einkaufen mit leerem Magen ordentlich ins Geld gehen kann, ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern wohl bewusst. Dass auch eine Tasse Kaffee vor dem Einkauf keine gute Idee ist, berichtet auch 24vita.de. Demnach hat genau das jüngst ein Forscherteam um Dipayan Biswas, Professor für Marketing von der University of South Florida (USF), in einer Studie herausgefunden.

Bei einem Versuch haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor dem Eingang diverser Geschäfte in Frankreich und Spanien Kundinnen und Kunden eine Tasse Espresso angeboten. Mehr als 300 Personen nahmen in insgesamt drei Experimenten ein Gratisgetränk an. Die eine Hälfte der Teilnehmer bekam echten Espresso, die andere entweder entkoffeinierten Espresso oder Wasser serviert.

Koffein im Blut verursacht Impulskäufe und einen längeren Kassenbeleg

Als die Probanden die Geschäfte mit ihrem Einkauf verließen, kontrollierten die Forscher ihre Kassenbelege – und entdeckten eindeutige Unterschiede. Denn die Warenkörbe der Gruppe, die zuvor den koffeinhaltigen Espresso getrunken hatte, waren deutlich voller, als jene der anderen Gruppe. Diejenigen mit Koffein im Blut hatten 50 Prozent mehr Geld ausgegeben und fast 30 Prozent mehr Produkte gekauft, berichten die Forscher.

Doch was genau bewirkt Koffein im Körper? Nach dem Espresso-Konsum wurde bei den Probanden das Glückshormon Dopamin im Gehirn ausgeschüttet. Dieses Hormon, das für das aktive Aufsuchen von Belohnungen verantwortlich ist, hat bei den Kunden zu einer Verminderung der Trieb- und Selbstkontrolle geführt und gleichzeitig impulsives Verhalten gefördert.

Vor dem Einkauf Kaffee zu trinken, ist einigen Wissenschaftlern zufolge keine gute Idee.

Nach Espresso-Konsum wollten sich Kunden belohnen

Die Folge waren Spontankäufe von Produkten, die zuvor nicht geplant waren und die sich die Kundschaft gönnen wollte. Was gut für den Händler ist, schlug sich negativ auf dem Kassenbeleg nieder. Überflüssige Wohlfühlprodukte wie Duftkerzen, Parfüms oder Massagegeräte landeten plötzlich im Warenkorb der Probanden.

Wer seinen Geldbeutel also schonen will, sollte vor dem Einkauf auf koffeinhaltige Getränke wie Kaffee verzichten. Allerdings ist es auch möglich, dass Menschen, die regelmäßig Koffein konsumieren, sich generell weniger beim Einkauf zurückhalten – ob mit oder ohne Kaffee.

Insgesamt sei das Genussmittel Kaffee laut Dipayan Biswas aber nicht zu verteufeln. Schließlich soll das beliebte Getränk laut Merkur.de mitunter positive Auswirkungen auf die Lebensdauer haben oder gar vor manchen Krebsarten schützen.

Rubriklistenbild: © Gottfried Czepluch/Imago; Design Pics/Imago; Collage: Julian Kaiser/RUHR24

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