Forscher warnen

Eier kochen und dabei sparen – aber Warnung vor Gesundheitsgefahr

Beim Kochen von Eiern sollte man lieber nicht am falschen Ende sparen. Ein Trick birgt sogar Risiken für die eigene Gesundheit.

Dortmund – Aktuell gibt es in Deutschland noch kaum einen Sektor, der nicht von stetig steigenden Kosten betroffen ist. Ob in Supermärkten und Discountern oder beim Energieanbieter – die Kostenspirale dreht sich nach oben.

Spartrick beim Eier kochen birgt Gesundheitsgefahr

Bei einer Inflationsrate von 10 Prozent (Statistisches Bundesamt, Dezember 2022) sind die Verbraucher zum Sparen gezwungen. Die Möglichkeiten hierzu sind vielfältig.

Doch beim näheren Hinsehen eignen sich einige Methoden nur bedingt oder mitunter gar nicht. Ein vermeintlicher Spartrick beim Eierkochen birgt sogar gesundheitliche Risiken.

Spartrick überrascht: Eier mit Regenwasser kochen

So ließe sich beispielsweise bei der Zubereitung von Eiern bares Geld sparen, wenn man sie nicht in Leitungs-, sondern in Regenwasser kochen würde. Die Vorteile liegen auf der Hand. Schließlich könnten neben der Kostenersparnis auch die Pflanzen im heimischen Garten profitieren.

Beim Kochen geben die Eier unter anderem Kalzium in löslicher Form ans Wasser ab. Zum einen können Pflanzen Regenwasser noch besser aufnehmen als Leitungswasser – und zum anderen trage der Mineraldünger vor allem zur „Festigkeit von Stängeln und Blättern bei“, begründet TikTok-User „Frankies_Garten“ seinen kuriosen Spartrick.

Forscher warnen: Eierkochen im Regenwasser birgt Gefahren

Dass das Eierwasser nach dem Kochen auf keinen Fall weggeschüttet werden sollte, ist hinlänglich bekannt. Doch was für die Pflanzen als empfehlenswert gilt, ist nicht gleichermaßen auf den Menschen übertragbar.

Die Idee, seine Eier in Regenwasser zu kochen, sollte man aus gesundheitlichen Gründen überdenken.

Denn: Regenwasser ist kein Wellness-Drink für den menschlichen Organismus. So konnte in einer Studie der Universität Stockholm nachgewiesen werden, dass das Regenwasser weltweit mit der umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien-Gruppe PFAS* kontaminiert ist.

Perfluorierte Alkylsubstanzen - PFAS*

PFAS sind eine Gruppe von Industriechemikalien, die etwa 4700 Substanzen umfasst. Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften werden sie seit langer Zeit in vielen Industriebereichen und auch im Haushalt weit verbreitet eingesetzt (Quelle: Umweltbundesamt).

Regenwasser kontaminiert: Spartrick beim Eierkochen nicht nachmachen

Wie die Forschergruppe feststellte, lag die weltweit gemessene PFAS-Konzentration im Regenwasser oftmals über dem dänischen Grenzwert für Trinkwasser. Die Qualitätsstandards für europäische Binnengewässer wurde in vielen Fällen überschritten. Die Idee, seine Eier in Regenwasser zu kochen, sollte folglich gründlichst überdacht werden.

Darüber hinaus berichtet die Verbraucherzentrale-NRW auf ihrer Homepage: „Folgende Dachmaterialien können allerdings gegen die Nutzung des vom Dach abfließenden Regenwassers sprechen, weil diese Stoffe die Pflanzen beziehungsweise die Umwelt schädigen können: Kupfer, Zink, Dächer aus Teerpappe mit Bitumenabdichtungen sowie Betondachpfannen, wenn diese mit Bioziden behandelt sind.“

Gesundheitliche Folgen drohen: Regenwasser nicht zum Eierkochen verwenden

Neben den bereits aufgezeigten Risiken sollte zudem bedacht werden, dass Regenwasser auch durch Vogelkot, tote Tiere, Laub und andere Umwelteinflüsse kontaminiert sein kann. Es eignet sich trotz Sparpotenzials eben nicht zum Kochen.

Im schlimmsten Falle könnte der Verzehr schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Ergo greift man beim Eierkochen lieber auf das altbewährte Leitungswasser zurück, welches in Deutschland strengen Kontrollen unterliegt.

Rubriklistenbild: © Chromorange/Imago

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