Allergiegefahr

Eichenprozessionsspinner 2022 wieder aktiv – So schützt man Mensch und Tier vor Verletzungen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind wieder aktiv. Mensch und Tier sollten sich vor den Brennhaaren des Schädlings schützen.

Dortmund – Die kleinen haarigen Raupen des Eichenprozessionsspinners breiten sich durch den Klimawandel immer weiter aus. Ihre giftigen Haare können bei Mensch und Tier starke allergische Reaktionen hervorrufen. Dabei ist die Bekämpfung der Raupe eine mühsame Angelegenheit. Straßenmeistereien und Kommunen beginnen schon früh im Jahr mit der Beseitigung der Nester, berichtet Öko-Test.

SchädlingRaupe des Eichenprozessionsspinners
Folgen für Mensch und TierAllergische Reaktionen
Auslösergiftige Brennhaare der Raupe

Eichenprozessionsspinner ist wieder aktiv: Was macht die Raupe so gefährlich?

Der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner ist wieder aktiv. Ab April schlüpfen die Larven der Raupen, die dann im Frühsommer besonders viel Schaden anrichten. Im Zeitraum von Ende Mai bis Ende Juni verlieren die Raupen die meisten Haare, die vom Wind verteilt werden. Durch den Kontakt mit den Gifthärchen können starke allergische Reaktionen entstehen. Sie enthalten das Nesselgift Thaumetopein und führen daher häufig zu Reaktionen wie starken Ausschlag, Juckreiz, entzündliche Hautreaktionen, Augenreizungen, Fieber und Schwindel.

Wenn die feinen Härchen eingeatmet werden, können sie sogar Atembeschwerden wie Bronchitis und Asthma auslösen. Die allergische Reaktion kann mild ausfallen oder aber im schlimmsten Fall zu einem allergischen Schock führen. Die Verbreitung der Gifthaare über den Wind macht das Insekt so gefährlich. Eine Raupe hat etwa 500.000 Brennhaare, die mikroskopisch kleine Widerhaken haben. Zudem brechen die Haare leicht ab und können sich so noch einfacher über den Wind verbreiten.

Eichenprozessionsspinner können starke Augen- und Hautreizungen verursachen.

Eichenprozessionsspinner: Erkennungsmerkmale der Raupe – rasche Ausbreitung durch Klimawandel

Die haarige Raupe hat sich durch die wärmeren klimatischen Bedingungen in Europa und Deutschland rasch ausgebreitet. Lange galt sie als nahezu ausgestorben. Trockene und warme Regionen bewirken die Vermehrung der Populationen, teilt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mit (mehr zu Service-Themen bei RUHR24).

Mittlerweile weisen vielerorts Schilder auf die Eichenprozessionsspinner hin.

Die Erkennungsmerkmale sind ihr etwa vier bis fünf Zentimeter langer Körper, der vollständig mit Brennhaaren bedeckt ist. Ihre Farbe ist zunächst gelblich-braun und verändert sich dann zu grau-schwarz. Ein brauner Streifen auf dem Rücken der Raupe ist in späteren Entwicklungsstadien zu sehen.

An Bäumen von Eichen-Arten hängen sie zusammen als großes Nest. Dabei können die Nester große Ausmaße annehmen, sodass sie teilweise ganze Baumkronen bedecken. Häufig sieht man die Gespinste an den Stämmen der Bäume hängen. Für die nächtliche Futtersuche bilden die Insekten prozessionsartige Linienformationen, um in die Baumkrone zu gelangen. Davon haben die Schädlinge den Namen „Prozessionsspinner“.

Die Nester der Raupen können große Ausmaße annehmen.

Eichenprozessionsspinner: Allergiegefahr durch Brennhaare – Tipps zum Schutz vor den Raupen

Die Entdeckung eines Nests des Eichenprozessionsspinners sollte beim zuständigen Forstamt oder der Kommune gemeldet werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Methoden zur Bekämpfung der Raupe. Beispielsweise werden in Nordrhein-Westfalen winzige Würmer in die Baumkronen gespritzt, die zur Zersetzung der Raupe führen sollen.

Bei Verdacht auf Kontakt mit den giftigen Raupenhaaren, können folgende Tipps helfen:

  • Umgehender Wechsel der Kleidung, möglichst im Freien
  • Schuhe feucht reinigen
  • Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen
  • Mithilfe eines Klebstreifens sichtbare Raupenhaare entfernen
  • Gründliche Dusche mit Haarwäsche und Augenspülung
  • Bei Tieren gilt: Haustier baden
  • Bei Hautreaktionen sollte der Hausarzt aufgesucht werden
  • Bei Atemnot sollte sofort der Rettungsdienst alarmiert werden

Wenn bereits allergische Reaktionen auftreten, können laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kortisolpräparate oder Antihistaminika helfen. Bei Reaktionen im Atemweg werden Kortisonsprays und Sprays mit bronchienerweiternden Mitteln empfohlen. Wenn sich die Raupe zum Falter entwickelt hat, ist sie nicht mehr gefährlich für Mensch und Tier.

Eichenprozessionsspinner: Allergische Reaktionen bei Haustieren – Vorgehen gegen die Raupen

Auch Hunde und Katzen können durch die feinen Brennhaare an ungeschützten Stellen wie Schnauze und Schleimhäute allergische Reaktionen zeigen. Besonders beim Herumschnüffeln können Hunde die feinen Härchen einatmen und dadurch Schwellungen an Zunge und Lefzen bekommen. Das kann Atemprobleme verursachen, sodass ein Besuch beim Tierarzt unabdingbar ist. Betroffene Stellen sollten umgehend mit klarem Wasser abgespült werden.

Wer selbst gegen die Raupe vorgehen will, kann durch das Aufstellen von Nistkästen oder Fledermauskästen einiges bewirken. Die Raupen und die geschlüpften Falter stehen auf dem Speiseplan von zahlreichen Wildtieren.

Rubriklistenbild: ©  agrarmotive/Imago

Mehr zum Thema