Warum eigentlich

Eicheln sammeln im Herbst 2021: Warum gibt es in diesem Jahr so wenige?

Wer im Herbst gerne Eicheln oder Bucheckern sammelt, hat es sicher bereits bemerkt: In diesem Jahr gibt es weniger Ausbeute als sonst – aber weshalb eigentlich?

Deutschland – Eicheln oder Bucheckern zu sammeln, hat in Deutschland lange Tradition. In diesem Jahr finden Sammler aber nur wenige Exemplare. Wald und Holz NRW hat bereits im Juli erklärt, weshalb damit zu rechnen ist.

BucheckernFrüchte der Rotbuche
Größeca. 1,5 Zentimeter
Kalorien je 100g588

Bucheckern und Eicheln – die Früchte sind bei Sammlern beliebt

Bucheckern eignen sich zum Verzehr: Sie enthalten im rohen Zustand zwar geringe Mengen eines Giftstoffes, gelten aber in geringen Mengen verzehrt dennoch als gesund und nahrhaft. Besonders schmackhaft sind Bucheckern, wenn man sie röstet.

Eicheln sind insbesondere im rohen Zustand für Menschen giftig. Um sie genießbar zu machen, müssen sie umständlich bewässert werden, um die enthaltenen Gerbstoffe zu entfernen, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung.

Bucheckern sammeln – 2020 gab es noch reichlich Früchte.

Daher werden sie mittlerweile nur noch selten für die Zubereitung von Speisen genutzt – wohl aber zur Fütterung von Wildtieren gesammelt. Wer Kinder hat, kann Eicheln natürlich auch für tolle Basteleien verwenden.

Bucheckern und Eicheln sammeln – deshalb ist 2021 kein gutes Jahr für Sammler

Zu welchem Zwecke auch immer: Wer im Herbst 2021 sammeln wollte, ging vielfach leer aus. Wie Wald und Holz NRW bereits im Juli 2021 erklärte, war das zu erwarten. Den Grund erklärt Saatgut-Experte Johannes Jesch: „Die meisten Bäume haben in diesem Frühjahr gar nicht oder nur schwach geblüht. Das ist mit Blick auf die Wiederbewaldung schade.“

In den letzten Jahren habe hingegen das sehr reiche Blühverhalten bei fast allen Baumarten zu guten Saatguternten geführt, erklärt Wald und Holz NRW – insbesondere auch bei den Rotbuchen und den Eichen (News zum Thema Garten bei RUHR24).

Wald-Experten: Klimawandel führt zu mehr Bucheckern und Eicheln

Experten sprechen bei solchen erntereichen Jahren wie beispielsweise 2020 von „Mastjahren“, wie waldwissen.net verdeutlicht. Denn Bäume, die sehr energiehaltige Samen produzieren – wie Eichen oder Buchen – haben eine alternierende Fruchtbildung. Es ist also normal, dass sie zwischen den Mastjahren nur wenige oder keine Samen bilden.

Wie baumpflegeportal.de anführt, trete bei Buchen eigentlich ca. alle drei bis sechs Jahre ein Mastjahr auf, bei Eichen sogar lediglich alle sechs bis zwölf Jahre. Dass wir in den letzten Jahren deutlich häufiger Bucheckern und Eicheln in Massen sammeln konnten, liegt laut der Experten vermutlich am Klimawandel.

Nur wenige Eicheln und Bucheckern 2021 – Erholung für die Bäume

So käme es vermehrt zu Spätfrost, was ein Mastjahr im Folgejahr begünstige. Außerdem bedingten warme und trockene Sommer einen höheren Blütenansatz. So erfreulich diese Entwicklung für Sammler auch sein mag: Für die Bäume bedeutet das auch einen höheren Energiebedarf.

So erklärt Saatgut-Experte Johannes Jesch laut Holz und Wald NRW, es erfordere von den Bäumen „eine enorme Kraftanstrengung, viele tausend Samen zu produzieren.“ Und weiter: „Die geringe Blüte kann also prinzipiell zur Erholung der Waldbäume beitragen, nach den letzten drei Stressjahren.“

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/picture alliance/dpa; Collage: RUHR24

Mehr zum Thema