Tradition gebrochen

Gender-Debatte: Edeka benennt Studentenfutter um und kassiert Shitstorm

In einer Hand befindet sich Studentenfutter.
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Gender-Debatte im Supermarkt: Eine Edeka-Filiale verkauft jetzt „Student*innenfutter“.

Jahrzehntelang war die Mischung aus Nüssen und Rosinen als „Studentenfutter“ bekannt. Eine Edeka-Filiale in Deutschland bricht nun mit dieser Tradition.

Deutschland - Gendern soll dafür sorgen, dass keine Geschlechter ausgeschlossen werden. Mit einem entsprechenden Gendersternchen werden die Wörter klar als gegenderte Form deklariert. Eine Edeka-Filiale in Bayern geht jetzt einen Schritt weiter und benennt ein ganzes Produkt um.

Student*innenfutter bei Edeka löst Debatte aus: User reagieren mit Unverständnis aufs Gendern

„Welche Gefühle genau verletzt #Gendern eigentlich?“ - diesen Spruch und ein Glas mit „Student*innenfutter“ postete nun eine Edeka-Filiale aus der Nähe von Augsburg auf Twitter. Die Mischung von „fairfood Freiburg“ ist neu im Sortiment und sorgte laut Angaben der bayerischen Filiale bereits für viel Furore auf der eigenen Facebook-Seite. „Student*innenfutter geht gerade auf unserem Facebook-Auftritt steil“ kommentiert der Edeka.

Schon jetzt haben sich unter dem Tweet und auf Facebook etliche Kommentare angehäuft. Viel Verständnis für das gegenderte Nuss-Rosinen-Futter gibt es aber nicht:

  • Gefühle verletzt es keine, aber ich finde es albern auf eine Weise zu Gendern die Worte unnötig aufzubläht und mit dem Stern ein Stolpersteinchen einzufügen.
  • Kann ja jede machen, wie sie mag. Ich mag „Studi-Futter“ :-)
  • Was mich schon immer beschäftigt hat, dürfen das eigentlich nur Student*Innen futtern. Wird an der Kasse beim Kauf auch ordentlich der Studierendenausweis kontrolliert?

    Ansonsten fände ich den Begriff „Nervennahrung“ besser.

Edeka-Filialleiter Michael Wolly will nichts von der Sensationalität des Produkts gewusst haben

Gegenüber dem Online-Magazin Jetzt sagte der Filialleiter Michael Wollny, dass er das „Student*innenfutter“ einfach spannend und zunächst kommentarlos ins Regel gestellt habe. Dann hätte er ein Foto davon in den sozialen Netzwerken gepostet. Die Debatte übers Gendern würde ihn aber auch privat interessieren. Oder steckt doch vielleicht die Marketingabteilung hinter den Bildern?

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