Verwechslungsgefahr?

Granini gegen Edeka: Supermarkt darf Produkte nicht mehr verkaufen

Der Saft-Streit zwischen Edeka und Eckes-Granini spitzt sich weiter zu. Jetzt geht die Supermarktkette einen außergewöhnlichen nächsten Schritt und bezieht seine Kunden mit ein.

Update, Freitag (14. Januar), 18.17 Uhr: NRW – In dem bereits länger andauernden Streit zwischen Edeka und Granini ist ein Urteil gefallen – zumindest vorerst. Wie unter anderem SWR berichtet, hat das Hamburger Landgericht Eckes-Granini recht gegeben und entschieden: Edeka darf die umstrittenen Saftflaschen nicht mehr verkaufen.

EinzelhandelsunternehmenEdeka
HauptsitzHamburg
TochterunternehmenU.a. Netto, Marktkauf

Edeka verliert gegen Granini: Marke darf nicht mehr verkauft werden

Dem Gericht zufolge würde die Marke Albi des Supermarktes Flaschen verwenden, die typische Gestaltungsmerkmale des Produktes von Eckes-Graninis übernehmen. Allerdings hat Edeka auch noch die Möglichkeit, Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts einzulegen. Laut Chip hieß des derweil von Edeka: „Wir werden nun erst einmal die vollständige Urteilsbegründung abwarten und prüfen intensiv, ob wir weitere rechtliche Schritte einlegen.“ Aus der Welt geschafft ist der Streit also womöglich noch nicht.

Erstmeldung, Freitag (7. Januar): Der Streit zwischen Edeka und dem Safthersteller Granini läuft bereits einige Monate. Nun scheint er in die nächste Runde zu gehen und die beiden Konzerne ziehen weitere Register. Nachdem Granini mit einer Klage gegen Edeka erste Erfolge erzielt hatte, zieht die Supermarktkette jetzt nach und involviert sogar die Kunden in den Streit.

Edeka schmeißt Getränke aus dem Sortiment – Streit mit dem Hersteller eskaliert

Aber von Anfang: Was ist überhaupt der Grund für den Streit zwischen Edeka und Eckes-Granini? Ersten Informationen zufolge sollen sich die beiden Konzerne nicht auf eine gemeinsame Preispolitik geeinigt haben können. Edeka wollte den höheren Preisen des Saftherstellers nicht zustimmen.

Eckes-Granini zog daraufhin die Reißleine und stellte die Lieferung der Marken Granini und Hohes C ein. Aber auch der Hamburger Einzelhandelsriese fackelte nicht lang und ersetzte kurzerhand die Säfte von Eckes-Granini durch Getränke seiner Eigenmarke Albi.

Hat Edeka das Design von Eckes-Granini für seine Albi-Säfte kopiert?

Doch: Granini klagte gegen Edeka mit der Begründung, die Albi-Säfte würden der Marke von Eckes-Granini zu ähnlich sehen. Der Vorwurf „Design-Klau“ stand im Raum und hatte zur Folge, dass der Supermarktkonzern die Produkte seiner Eigenmarke wieder aus dem Regal nehmen musste (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Edeka-Streit geht in die nächste Runde – Kunden werden involviert

Wie der Streit nun am Ende ausgeht und ob Edeka die Säfte seiner Eigenmarke Albi wieder verkaufen darf, bleibt noch abzuwarten. Die Klage von Eckes-Granini soll am 13. Januar 2022 laut Lebensmittelzeitung vor dem Landgericht in Hamburg verhandelt werden. Bis dahin hat sich Edeka eine besondere Aktion überlegt. Der Einzelhändler bezieht seine Kunden plötzlich in den Streit mit ein.

Im jüngsten Newsletter will Edeka die Meinung der Kunden über Albi wissen. In einer Umfrage mit dem Titel „Ihre Meinung liegt uns am Herzen“ werden Fragen zum Design der Albi-Säfte oder zur Verwechslungsgefahr mit Granini gestellt. Dafür müssen sich Kunden sowohl die Saftflaschen von Granini als auch die von Albi genau anschauen, um den Vorwurf des Saftherstellers zu bestätigen oder zu entkräften.

Die Säfte von Granini sind nicht die einzigen Produkte, von denen sich Edeka in letzter Zeit getrennt hat. Nach einem Streit mit der Weltmarke Pepsico, flogen auch beliebte Getränke wie Pepsi und Schwip Schwap bei Edeka aus dem Sortiment.

Edeka geht im Saft-Streit ungewöhnlichen Weg und erstellt Kunden-Umfrage

Laut Chip.de ist es keine Seltenheit, dass sich Konzerne solcher Umfragen bedienen, um zu prüfen, ob Streitigkeiten in Sachen Marken- oder Designrechte gerechtfertig sind oder nicht. Normalerweise werden diese Umfragen nicht von den Unternehmen selbst, – wie im Falle von Edeka – sondern von Marktforschern durchgeführt.

Hintergrund der Umfrage ist, dass je nachdem wie sie ausfällt, Edeka die Ergebnisse vor Gericht nutzen könnte. Sollte sie positiv für den Supermarktriesen ausfallen, könnte das bedeuten, dass die Albi-Säfte – mit unverändertem Design – wieder zurück in die Regale kommen dürfen.

Wie Chip.de berichtet, gehen Experten jedoch davon aus, dass Edeka damit rechnet, den Rechtsstreit gegen Eckes-Granini zu verlieren. Mit der Umfrage will sich Edeka möglicherweise eine bessere Verhandlungsgrundlage schaffen. Kunden müssen sich jedoch noch bis zum 13. Januar gedulden, ob sie bald schon auf Granini-Säfte bei Edeka verzichten und stattdessen auf Albi-Säfte zurückgreifen müssen.

Rubriklistenbild: © Christian Keiter/RUHR24

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