Hinweis für Kunden

Edeka-Streit wegen Putzmittel von Erdal und Frosch: Lösung offenbar gefunden

Der Streit zwischen Edeka und einem Putzmittel-Hersteller wurde ad acta gelegt. Die Hintergründe:

Update, Donnerstag (3. März), 17.24 Uhr: Das ging schnell. Wie die Lebensmittelzeitung berichtete, sollen sich Edeka und der Putzmittel-Hersteller von Erdal und Frosch innerhalb einer Woche bei ihrem Streit geeinigt haben. Der rund einwöchige Lieferstopp soll damit wieder aufgehoben werden und die Putzmittel bei Edeka bereits wieder verfügbar sein.

Kunden können also aufatmen: Frosch und Erdal werden vorerst weiterhin im Supermarkt-Regal stehen. Genauere Hintergründe, wie es zu der schnellen Einigung kam, sind noch nicht bekannt.

UnternehmenEdeka
SitzHamburg
Gründung1898 in Berlin

Edeka: Streit um Preise – beliebtes Putzmittel fliegt aus dem Sortiment

Erstmeldung, Donnerstag (3. März), 12 Uhr: Weltweit steigen die Produktionskosten drastisch an. Lebensmittel, Getränke und andere Konsumgüter werden immer teurer. Hersteller und Händler streiten sich um Preise und Konditionen, was für Frust bei Kunden sorgt. Denn letztendlich sind sie es, die infolge der Streitigkeiten vor leeren Regalen stehen. Bei Edeka fliegt nun Putzmittel mehrerer bekannter Marken aus dem Sortiment, berichtet RUHR24*.

Hersteller von Lebensmitteln, Konsumgütern oder Haushaltsprodukten müssen mittlerweile immer höhere Preise für die Produktion ihrer Waren zahlen. Auch Rohstoffe, die zum Beispiel für die Herstellung von Möbeln benötigt werden, kosten mehr oder sind nicht lieferbar*.

Kein Wunder also, dass große Unternehmen ihre Produkte auch zu höheren Preisen an die Händler verkaufen wollen. Doch die haben auf die Preiserhöhungen offenbar wenig Lust.

Infolge kommt es zu hitzigen Verhandlungen, bei denen verschiedene Druckmittel eingesetzt werden: So drohen die Hersteller damit, ihre Produktion einzustellen oder Händler damit, bestimmte Marken auszulisten.

Putzmittel-Hersteller stellt Lieferungen an Edeka ein: Beliebte Marken bald nicht mehr im Sortiment

Bei Edeka haben sich die Verhandlungen zuletzt besonders zugespitzt, denn in den vergangenen Monaten flogen gleich mehrere große Marken aus dem Sortiment des Einzelhändlers: L’Oréal, Eckes-Granini* und zuletzt Pepsi und Schwipschwap des amerikanischen Konzerns Pepsi*.

Und als wäre das nicht schon genug Ärger für die Kunden, droht nun die nächste Geschäftsbeziehung bei Edeka zu platzen. Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, soll der Putzmittel-Hersteller Werner & Metz, der Marken wie Erdal, Frosch und tana anbietet, angekündigt haben, die Lieferungen an Edeka einzustellen.

Das Unternehmen „Werner & Metz“

Werner und Metz ist ein familiengeführter mittelständischer Hersteller von Putzmitteln mit Sitz im rheinland-pfälzischen Mainz. Die umsatzstärkste Marke ist „Frosch“, die seit den 80er-Jahren ökologische Haushaltsreiniger anbietet.

Höhere Preise sorgen bei Edeka für Ärger: Putzmittel-Hersteller „Werner & Metz“ beendet Geschäfte

Der Vertrag mit Edeka sei bereits im Januar dieses Jahres ausgelaufen. Doch der Putzmittel-Hersteller, dessen bekannteste Marke „Frosch“ sein dürfte, hatte den Einzelhändler weiter beliefert - unter der Bedingung, dass die Preise angepasst würden. Doch Edeka ließ sich darauf nicht ein. Gegenüber der Lebensmittel Zeitung sprach Reinhard Schneider, Geschäftsführer von Werner & Metz, von einer „unnachgiebigen Haltung“ des Konzerns.

Grund für die Preisanpassungen bei dem Mainzer Familienunternehmen seien nicht nur die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, sondern auch Investitionen in die Nachhaltigkeit der Putzmittel-Produkte (mehr News zu Discountern und Supermärkten* bei RUHR24).

Nach Aussage von Werner & Metz seien vernünftige Verhandlungen mit Edeka nicht möglich gewesen, weil das Hamburger Unternehmen „wiederholt auf Zeit gespielt“ hätte und beispielsweise Verhandlungstermine kurzfristig abgesagt worden seien.

Frosch ist die bekannte Marke von „Werner & Metz“ - und bald nicht mehr bei Edeka erhältlich.

Putzmittel fliegt bei Edeka aus dem Sortiment: Hersteller warnt vor weitreichenden Konsequenzen

Schneider warnte vor Konsequenzen, die solche Verhandlungen hätten: „Wenn Mittelständler so behandelt werden und ihre Preiserhöhungen nicht durchsetzen können, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie überstehen es nicht oder sie müssen deutliche Abstriche in der Qualität machen.“

Was das bedeuten könnte, zeigte sich zuletzt beim Waschmittel-Hersteller „Thurn Germany“. Das Unternehmen hatte im Juli 2021 als Folge von drastisch steigenden Rohstoffpreisen bei gleichzeitig sinkender Nachfrage während der Corona-Pandemie* Insolvenz angemeldet.

Kampf um die Preise: Edeka will sich nicht zu Verhandlungen mit Herstellern äußern

Ein Edeka-Sprecher hatte bereits mitgeteilt, dass sich das Unternehmen nicht zu den Verhandlungen mit einzelnen Lieferanten äußern könnte. Im Handelsblatt hatte er jedoch bereits im vergangenen Jahr betont: „Die marktbeherrschenden Hersteller konfrontieren uns verstärkt mit Forderungen nach Preiserhöhungen, und als Druckmittel setzen sie teilweise auch Lieferstopps ein.“

Viele dieser Forderungen nach Preiserhöhungen seien mit Blick auf die tatsächliche Entwicklung der Rohstoffpreise am Markt nicht nachvollziehbar. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema