Preiskampf geht weiter

Edeka kämpft mit leeren Regalen: 150 Produkte drohen knapp zu werden

Erneut drohen Kunden von Edeka Lücken im Supermarkt-Regal. Zwei große Hersteller haben die Lieferung gestoppt. Betroffen sind mehr als 150 Produkte.

Dortmund – Das neue Jahr startet erneut mit erbitterten Streitigkeiten um die Preise zwischen Supermärkten und Lebensmittelherstellern. Aktuell ist der Vollsortimenter Edeka betroffen. Zwei Hersteller haben jetzt die Lieferungen ausgesetzt, sodass zahlreiche bekannte Markenprodukte knapp werden könnten.

Edeka-Regale könnten leerer werden: Marken wie Pepsi, 7Up, Lipton und Lay‘s betroffen

Seit Monaten gibt es in der Lebensmittelbranche regelrechte Preiskämpfe. Viele große Hersteller verlangen knackige Preiserhöhungen von den Lebensmitteleinzelhändlern. Edeka hatte sich bereits 2022 gegen Preissteigerungen gewehrt, mit Erfolg. Jetzt drohen dem Einzelhändler erneut Lücke in den Regalen aufgrund von Lieferstopps.

Nach Informationen der Lebensmittelzeitung beliefert der Getränke- und Lebensmittelhersteller PepsiCo den Supermarkt gegenwärtig nicht mehr flächendeckend. Viele Produkte aus dem Sortiment seien nicht bestellbar.

Der Konzern fordere von Edeka nun angeblich eine Preiserhöhung um ganze 30 Prozent auf das gesamte Sortiment. Dieser Forderung stellt sich Edeka jedoch entgegen, weshalb PepsiCo sofortige Lieferstopps veranlasst habe. Aussicht auf einen möglichen Kompromiss gebe es bislang noch nicht.

Bekannte Produkte der Marken Pepsi, 7Up, Lipton, und Lay‘s werden von PepsiCo hergestellt. Handelskonkurrenz Rewe rechne ebenfalls mit einer Eskalation des Preisstreits mit PepsiCo und bereite sich auch auf ausbleibende Lieferungen vor.

Edeka ist gegen Preiserhöhungen – und nimmt dafür Lieferstopps von mehr als 150 Produkte in Kauf

Die Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland kämpfen weiterhin gegen unverhältnismäßige Preisforderungen der Hersteller. So auch mit dem Konsumgüterkonzern Beiersdorf. Das Unternehmen hat aktuell ebenfalls Lieferungen an Edeka eingestellt.

Nivea-Produkte könnten bei Edeka möglicherweise bald knapp werden.

Den Kunden könnte das möglicherweise bald durch Lücken in den Regalen etablierter Kosmetikprodukte der Marken Nivea, Labello, 8X4, Eucerin und Hansaplast auffallen. Laut Lebensmittelzeitung seien mehr als 150 Produkte des Herstellers von den Lieferstopps betroffen (mehr zu Supermärkte und Discounter bei RUHR24).

Edeka spricht in den Fällen PepsiCo und Beiersdorf von „einseitigen“ Lieferstopps seitens der Hersteller. Die Lebensmitteleinzelhändler wollen gegenüber den Herstellern nicht nachgeben und bleiben trotz möglicher Regal-Leerstände standhaft.

Neue Preisforderungen von Lebensmittelherstellern: Bekannte Marken-Hersteller ziehen nach

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, droht auch Hersteller SC Johnson den Supermärkten mit Preiserhöhungen. SC Johnson vertreibt ein breites Sortiment an Reinigungs-, Hygiene-, Pflegeprodukte sowie Insektenschutz. Marken wie Glade oder Autan fallen darunter.

Zudem liegen ähnliche Forderungen auch vom Zwiebackhersteller Brandt und dem Marmeladen- und Honighersteller Göbber vor. Die Streitigkeiten um die Preise scheinen also noch lange kein Ende zu haben. Wie sich etwaige Lieferstopps auf das vorhandene Sortiment beim Einkaufen tatsächlich auswirkt, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Political-Moments/Kay-Helge Hercher/Imago; Collage: RUHR24

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