Besondere Kooperation

Edeka wagt großen Schritt: Lebensmittel online bestellen funktioniert jetzt wie beim Milchmann

Edeka-Filiale
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Das Einkaufen bei Edeka könnte sich stark verändern.

Einkaufen von Lebensmitteln könnte sich in der Zukunft drastisch verändern. Die Supermarkt-Kette Edeka geht dazu einen großen Schritt.

Dortmund – In vielen Bereichen ist es normal, sich Konsumgüter und Produkte nach Hause liefern zu lassen. Die Pizza wird via Lieferando bestellt, neue Schuhe kommen als Paket und auch Getränkekästen werden von Flaschenpost vor die Haustür geliefert. Um Lebensmittel einzukaufen, ist aber meistens der Gang zum Supermarkt nötig.

SupermarktEdeka
HauptsitzHamburg
Kundenservice0800 3335211

Edeka: Supermarkt setzt verstärkt auf Online-Shopping – was sich für Kunden ändert

Das könnte sich in Zukunft ändern. Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka wagt nun einen großen Schritt. Der Supermarkt arbeitet eng mit dem niederländischen Start-up Picnic zusammen, um den Onlinehandel weiter auszubauen. „Picnic wird der Online-Arm von Edeka werden“, sagte Edeka-Chef Markus Mosa Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf.

Denn Picnic ist genau das: ein reiner Online-Shop für Lebensmittel. Wer seinen Einkauf bei dem Start-up bestellt, bekommt diese an die Haustür geliefert. Bisher ist das Unternehmen nur in NRW präsent und liefert dort noch nicht flächendeckend. Picnic hat aber 2020 enorm von der Corona-Krise profitiert und die Anzahl der Kunden von 50.000 auf 200.000 erhöht. Laut Picnic-Chef Fredric Knaudt könnte das Unternehmen schon im nächsten Jahr in andere Bundesländer expandieren.

Edeka arbeitet mit Start-up Picnic zusammen: Revolution beim Einkaufen

Nach Angaben des Edeka-Chefs Mosa habe sich der Onlinehandel mit Lebensmitteln 2020 insgesamt verdoppelt. Auch Edeka wollte den Einstieg hier nicht verpassen. Deshalb hat sich das Unternehmen bereits vor einiger Zeit zu der Kooperation mit Picnic entschlossen. Das Start-up würde am ehesten die Chance bieten, im Onlinehandel mit Lebensmitteln auch Geld zu verdienen.

Picnic unterscheidet sich vor allem in einem Punkt von seiner Konkurrenz: Während Kunden bei anderen Anbietern meistens den genauen Zeitrahmen für die Lebensmittel-Lieferung auswählen können, liefert Picnic nur zu selbst festgelegten Zeiten, wie auch Merkur.de* berichtet. Das Unternehmen wirbt hier mit dem „Milchmann-Prinzip.“ Dieses würde eine bessere Auslastung der Fahrzeuge und vor allem niedrigere Kosten garantieren. Welches Konzept für Kunden besser funktioniert, ist wohl eine Geschmacksfrage.

Auch Edeka hat von der Corona-Krise profitiert

Scheinbar möchte Edeka an diesem Prinzip auch nichts ändern. Denn der Supermarkt will nur vom Erfolg von Picnic profitieren, aber nicht das Ruder übernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. „Wir streben keine Mehrheit an dem Unternehmen an, keine Kontrolle“, so Mosa. Komplexe Geschäfte dieser Art würde man besser denen überlassen, die es könnte (mehr aktuelle News zu Edeka bei RUHR24).

Video: Edeka, Aldi, Netto: Diese Handelsketten gehören zusammen

Edeka ist sowohl an Picnic Deutschland zu rund 35 Prozent beteiligt, als auch an dem niederländischen Mutterkonzern. Der Supermarkt versorgt Picnic also nicht nur bereits in Deutschland mit Produkten, sondern auch international.

Auch Edeka habe massiv von der Corona-Krise profitiert. Der Edeka-Verbund soll seine Umsätze 2020 um rund 9,5 Prozent auf 61 Milliarden Euro gesteigert haben. Weitere Wachstumshoffnungen hat Mosa aber nicht für das aktuelle Jahr. „Das Wachstum von 2020 lässt sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Ich wäre sehr zufrieden, wenn es uns gelingt, die Umsätze von 2020 wieder zu erreichen.“  *Merkur.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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