Preisexplosion

Edeka schmeißt Öl trotz Knappheit raus – Filiale macht Ansage

Als Folge des Ukraine-Kriegs wird in Discountern das Speiseöl knapp, die Preise steigen weiter an. Jetzt hat eine Edeka-Marktbetreiberin genug.

Trendelburg – Hamstern bis der Arzt kommt. Infolge des Ukraine-Kriegs ist Speiseöl immer teurer geworden, in manchen Discountern wie Aldi, Edeka und Lidl ist es gar nicht mehr zu bekommen. In einer Filiale im nordhessischen Trendelburg stemmt sich eine Edeka-Marktleiterin gegen die Preisexplosion – mit einer ungewöhnlichen, aber konsequenten Maßnahme.

UnternehmenEdeka
Gründung25. November 1907 in Leipzig
Umsatz61 Milliarden Euro (2020)

Speiseöl-Knappheit: Edeka-Marktleiterin stemmt sich gegen Preisexplosion

Speiseöl-Jäger haben es in diesen Zeiten bekanntlich nicht leicht. Entweder ist es ausverkauft oder nur zu Rekordpreisen erhältlich: Fünfzig Liter Speisöl kosten mittlerweile rund 40 Euro – für Gastronomen und ihre Kunden, die Fritten lieben, eine schwierige Zeit.

Auch im Edeka Neukauf-Müller im nordhessischen Trendelburg reiben sich Kunden momentan wohl verwundert die Augen. Denn Marktleiterin Anja Müller zeigt dem Speiseöl-Handel den fettigen Mittelfinger.

Knappheit von Speiseöl: Kundin macht beim Edeka-Einkauf eine ungewöhnliche Entdeckung

Laut tz hat eine Kundin bei ihrer Suche nach dem begehrten Sonnenblumenöl eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht, als sie das leere Regal vorfand, in dem das Flüssiggold sonst angeboten wird. „Unser Statement zum Thema Öl!!!!“ lautet der Titel des einzigartigen Verkaufsschildes.

Man werde Sonnenblumenöl für 4,99 Euro nicht verkaufen, stattdessen distanziere man sich von den Preisen. Schließlich gebe es Grenzen! Sobald man „wieder Ware zum vernünftigen Preisen einkaufen“ könne, werde man das Sonnenblumenöl „wieder in den Verkauf nehmen.“

Preisexplosion von Speiseöl: Edeka-Marktbetreiberin rät zu Alternativen – und erntet Verständnis

Bis dahin seien Kunden angehalten, auf Alternativen umzusteigen. Welche das seien? Edeka-Martkleiterin Anja Müller hat eine klare Vision: „Zum Braten gibt es in der Kühlung diverse Bratenfette. Vielen Dank“.

Nicole Schmidt, die Finderin der ungewöhnlichen Erklärung, hat das Schild überzeugt: „Das nenne ich mal ein Statement. Respekt für unseren EDEKA Neukauf Müller in Trendelburg“ kommentiert sie ihre Entdeckung bei Facebook.

Discounter wie Edeka verlangen für Öl hohe Preise.

Speiseöl-Knappheit: Edeka-Marktbetreiberin distanziert sich von hohen Preisen

Gesinnungsgenossen in Form weiterer Speiseöl-Rebellen eilen ihr schleunigst zu Hilfe: Das Facebook-Foto erhielt in den ersten 21 Stunden ganze 23 Likes.

Angesprochen auf ihr ungewöhnliche Bekenntnis zum Widerstand gegen die Preisexplosion von Speiseöl, erklärt sich die Edeka-Marktbetreiberin. Sie wollte sich von den aktuellen Preisen distanzieren, allerdings habe sie nicht damit gerechnet, dass sie „damit so einen Stein ins Rollen“ bringen würde, erklärte sie laut Der Westen gegenüber RTL.

Speiseöl-Knappheit: Anja Müller will keine „Schwarzmarkt“-Zustände bei Edeka

„Ich will hier einfach nur meinen kaufmännischen Alltag betreiben – keinen Schwarzmarkt“, so Anja Müller weiter. Derart horrende Preise für Öl zu verlangen, könne sie mit ihrem „Gewissen nicht vereinbaren.“ Sie selbst sei kaum noch an Speiseöl gekommen und habe trotz der hohen Preise nicht mehr Gewinn machen können.

Auch dass ihre Mitarbeiter von Kunden in der Vergangenheit immer wieder angepöbelt und für die Preisexplosionen oder die Rationierungen von Mehl und Speiseöl wegen der Hamsterkäufe zur Verantwortung gezogen wurden, wollte sie nicht mehr mitmachen. Die meisten Kunden hätten sich, wie Nicole Schmidt, aber solidarisch mit ihrer Maßnahme gezeigt.

Bratfreunde, die nun ohne Speiseöl dastehen, bittet die Edeka-Martkbetreiberin um Nachsicht: „Sobald wir wieder Ware zu vernünftigen Preisen einkaufen können, werden wir es wieder in den Verkauf nehmen.“ Bis dahin sollten Kunden „bitte auf Alternativen“ umsteigen.

Rubriklistenbild: © localpic/Imago; MiS/Imago

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