Kunden müssen sich auf Neuerung einstellen

Coronavirus: Edeka startet Innovation - lästige Pflicht fällt dadurch am Eingang weg

Coronavirus: Viele Supermärkte dürfen Kunden nur mit einem Einkaufswagen betreten. Nun will Edeka den Kundenfluss anders regeln.
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Coronavirus: Viele Supermärkte dürfen Kunden nur mit einem Einkaufswagen betreten. Nun will Edeka den Kundenfluss anders regeln.

Neben der Maskenpflicht dürfen Kunden in vielen Supermärkten nur mit einem Einkaufswagen den Laden betreten. Bei Edeka bald nicht mehr.

  • In Supermärkten ist es häufig nicht einfach den Mindestabstand bei vielen Kunden im Markt zu halten.
  • Edeka nutzt ein neues System, um die Kundenanzahl im Markt zu kontrollieren und regulieren.
  • Auch andere Supermärkte versuchen aus der Situation das Beste zu machen.

Berlin - Das Coronavirus* hat unser Einkaufsverhalten mächtig auf den Kopf gestellt. Für fast jeden in Deutschland ist es mittlerweile Pflicht einen Mund-Nase-Schutz im Supermarkt zu tragen. Gleichzeitig sollen so wenig Kunden wie möglich im Markt sein.

Mindestabstand während des Coronavirus: Supermärkte führen Einkaufswagenpflicht ein

Damit die Kundenanzahl im Markt nicht ihr Maximum überschreitet, haben viele Supermärkte eine Einkaufswagenpflicht eingeführt. Jeder Kunde oder jeder Haushalt darf nur mit einem Einkaufswagen den Laden betreten, berichtet RUHR24.de*.

Da es nur eine begrenzte Anzahl an Wagen gibt, kann auch nur eine begrenzte Anzahl an Kunden eintreten. Zudem halten die meisten Kunden durch einen Einkaufswagen einen größeren Abstand zu anderen Menschen.

Coronavirus: Edeka und Blipstream entwickeln neue Technologie zur Kundenzählung

Um das einfacher zu gestalten, haben sich das Start-Up Blipstream und der Edeka Food Tech Campus zusammen gesetzt und eine Möglichkeit erarbeitet, die Kundenanzahl im Markt einfacher zu kontrollieren. Die Technologie soll eine korrekte Zählung gewährleisten.

Dafür wird ein 3D-Infrarotsensor im Eingangsbereich genutzt. Dieser soll bewegende Objekte erkennen können und zählen. Zudem soll der Sensor zwischen Menschen und Einkaufswagen differenzieren können: "Die dahinterliegende Software berechnet mittels "virtueller Schranke" die Laufrichtung und übermittelt die aktuelle Personenanzahl im Markt", heißt es in einer Pressemitteilung von Edeka.

Edeka: Ampelsystem soll bei Kundenzählung helfen

Bevor Kunden den Markt betreten, werden sie mithilfe eines Ampelsystems darauf hingewiesen, ob sie eintreten dürfen oder nicht. "Die digitale Kundenzählung hilft nicht nur uns, eine sekundengenaue Übersicht über die Personenanzahl im Markt zu haben. Sie ist auch im Sinne des Kunden, der nicht verpflichtet ist, einen Einkaufswagen zu nutzen", erklärt Jörg Kunert, einer der ersten Edeka-Markt-Inhaber, der Blipstream einsetzt.

Ursprünglich wurde die Technologie auch für Supermärkte entwickelt. Jedoch für einen anderen Bereich. Damals war die Idee, dass das System die Kunden im Kassenbereich zählt, sodass der Supermarkt schneller reagieren kann, falls eine weitere Kasse benötigt wird. Wie viele der 11.200 Edeka-Märkte, die inzwischen auf blaue Kassenbons setzen*, das System schon verwenden oder nutzen werden, ist unbekannt.

Immer wieder kommt es zu Ärger wegen der Maskenpflicht in Supermärkten: In Schwerte griff ein Mann ohne Mundschutz eine Angestellte an, weil diese ihn auf seinen Fehler hingewiesen hatte.

Blipstream und Edeka: Zählsystem bei Konkurrenz wäre auch möglich

"Auch wir sind davon überzeugt, dass die Situation in Supermärkten und anderen Läden weiterhin eingeschränkt/ mit speziellen Auflagen verbunden sind, um die Kunden eines Geschäftes bestmöglich zu schützen", antwortet Jake Manning von Blipstream auf eine Anfrage der Redaktion.

Coronavirus: Viele Supermärkte dürfen Kunden nur mit einem Einkaufswagen betreten. Nun will Edeka den Kundenfluss anders regeln.

Laut Jake Manning würde das Start-Up derzeit nur Edeka mit ihrer Technologie unterstützen. Blipstream sei aber offen, "auch anderen Einzelhändlern bei ihren Herausforderungen zu helfen."

Video: Wegen Corona: Supermarkt verweigert Kind den Zutritt

Auch andere Supermärkte versuchen das Beste aus der derzeitigen Situation mit dem Coronavirus zu machen. So hat beispielsweise Aldi an der Uniklinik in Frankfurt einen eigenen kleinen Aldi-Markt für die Mitarbeiter des Krankenhauses aufgebaut*. So können diese zu passenden Uhrzeiten und auch geschützter einkaufen gehen.

Rewe versucht das Gesundheitspersonal mit einem kostenlosen und bevorzugten Lieferservice zu unterstützen. Gleichzeitig können diese aber auch in einem Rewe-Markt einkaufen gehen und bekommen fünf Prozent Rabatt*. Der Rabatt gilt für Klinikpersonal, sowie Personal aus Altenheimen, Arztpraxen und auch Rettungssanitäter.

casi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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