Zoff zwischen Konzernen

Edeka: Streit mit Coca-Cola! Supermarkt droht mit drastischer Maßnahme

Edeka legt sich mit Coca-Cola an und plant, die beliebten Getränke des US-Konzerns aus seinen Filialen zu verbannen. Was bedeutet das für Kunden?

  • Womöglich gibt es bald keine Getränke von Coca-Cola mehr bei Edeka zu kaufen.
  • Aufgrund einer Unstimmigkeit ordnete die Supermarktkette einen Bestellstopp an.
  • Coca-Cola möchte die Zusammenarbeit jedoch fortführen.

Hamburg - Fanta, Cola, Apollinaris, Energydrink Monster oder Saftschorlen von Vio, alles Produkte der Coca-Cola-Company, zieren normalerweise die Regale bei Edeka. Rund 120 Produkte von Coca-Cola bietet die deutsche Supermarktkette normalerweise an. Doch seit Kurzem leeren sich die Regale. Grund dafür ist ein Streit zwischen den beiden Unternehmen.

Edeka will Coca-Cola aus den Regalen verbannen

Preiserhöhungen bei Lebensmitteln und anderen Waren verärgern in regelmäßigen Abständen die Kunden. Nur selten haben die Verbraucher jedoch die Chance, sich dagegen zu wehren. Anders sieht es hingegen bei den Möglichkeiten großer Firmen und Einzelhändler aus.

Das zeigt nun das Beispiel von Edeka. Denn der Supermarkt liegt mit Coca-Cola genau deshalb im Clinch. Laut der Lebensmittelzeitung hatte Coca-Cola im November 2019 die Bruttopreise für ihre Limo erhöht - damit war Edeka wohl nicht so ganz einverstanden.

Edeka übt mit Bestellstopp Druck auf Coca-Cola aus 

Edeka hatte deshalb seinen Filialen empfohlen, bestimmte Produkte von Coca-Cola nicht mehr zu bestellen. Mit dem Bestellstopp will der Einzelhandel deutlich machen, dass er nicht mit der Preiserhöhung von Coca-Cola einverstanden ist.

Außerdem soll mit der Maßnahme der Druck auf den US-Konzern erhöht und Edeka bei möglichen Verhandlungen gestärkt werden. Einige Händler hatten darauf reagiert und es entstanden erste Lücken in den Getränkeabteilungen bei Edeka.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Einzelhändler diese Taktik anwendet. Zu Beginn des letzten Jahres hatte Rewe Konsequenzen im Preiskampf gezogen und einige Produkte aus den Regalen verbannt. Und auch Edeka hat diese Methode bereits gegen Kraft Heinz und Nestlé angewendet. Kurzzeitig hatte der Einzelhändler rund 200 Produkte wegen Streitigkeiten über die Lieferpreise aus dem Sortiment genommen.

Edeka reagiert nicht nur auf die Preispolitik von Coca-Cola

Müssen Kunden nun bald auf Coca-Cola und Co bei Edeka verzichten? Der Fall könnte tatsächlich eintreffen und die Limo-Regale weiterhin leer bleiben. Denn Edeka scheint zu keinerlei Kompromissen bereit. In einem Schreiben von Edeka, welches der Lebensmittelzeitung vorliegt, heißt es, Grund für den Streit wären "nationale Differenzen" und "Unstimmigkeiten auf internationaler Ebene". 

Und das betrifft nicht nur die Preispolitik. Angeblich solle Coca-Cola seinen Händlern auch strengere Konditionen vorgeschrieben haben. So müssen Händler, um etwa Rabatte und Vergünstigungen zu bekommen, in Zukunft das ganze Sortiment von Coca-Cola anbieten und nicht nur einen Teil der Produktpalette. Auch damit schien Edeka ein Problem zu haben und wehrt sich mit dem Lieferstopp gegen die Vorgaben. Wie lange das Unternehmen daran festhalten will, ist noch unklar. Noch hat sich Edeka nicht dazu geäußert. 

Coca-Cola bedauert die Entscheidung von Edeka

Ganz im Gegensatz zu dem Getränke-Konzern. Der äußerte sich vor wenigen Tagen (31. Januar) öffentlich zu Streitigkeiten mit Edeka und bestätigte den Bestellstopp vonseiten des Einzelhändlers in einigen Regionen. 

Coca-Cola betonte außerdem, dass man die Entscheidung und den Schritt von Edeka bedauere. Dem US-Konzern liege sehr viel an einer weiteren Partnerschaft und man setze alles daran, den Dialog mit Edeka aufzunehmen, um über eine weiterführende und zukünftige Kooperation zu sprechen. 

Außerdem betrifft der Streit bislang nur einzelne Filialen bei Edeka. Der Lebensmittelhändler hatte seinen Filialen die Entscheidung überlassen, Coca-Cola vorerst aus dem Sortiment zu nehmen oder nicht. So haben zum Beispiel die Edeka-Märkte in NRW weiterhin die beliebte Limo im Angebot, heißt es in den Ruhr Nachrichten.

Edeka hat sich etwas Neues fürs Einkaufen während der Coronavirus-Pandemie überlegt. Mit einem Ampelsystem werden Kunden nun in den Markt gelassen.

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