Erster 24/7-Supermarkt eröffnet

Edeka überrascht mit neuer Filiale – die Deutsche Bahn mischt mit

Edeka hat eine neue Filiale eröffnet, in der einiges anders abläuft. Auch die Deutsche Bahn mischt bei dem neuen Supermarktkonzept mit, das ohne Mitarbeiter auskommt.

Stuttgart – Edeka möchte Amazon Go wohl Konkurrenz machen und startet dafür eine Kooperation mit der Deutschen Bahn. Die neuste Filiale des Supermarktes, die am 27. Februar in Baden-Württemberg eröffnet hat, ist der erste automatisierte Markt von Edeka. RUHR24 klärt auf, was es mit dem digitalen Supermarkt auf sich hat.

EinzelhandelsgeschäftEdeka
HauptsitzHamburg
TochterunternehmenNetto Marken Discount
Mitarbeiterzahl381.000 (Stand: 2019)

Edeka und Deutsche Bahn eröffnen digitalen Supermarkt mit über 800 Produkten

Wer in Renningen, einer Kleinstadt in Baden-Württemberg, bei Edeka einkaufen geht, wird sich auf einige Neuerungen einstellen müssen. Die gewünschten Produkte werden nicht mehr aus dem Regal geholt, sondern müssen entweder vorab per App oder vor Ort an einem Automaten bestellt werden (mehr News über Edeka bei RUHR24.de)

Im Hintergrund tragen Roboter dann die Einkäufe zusammen und stellen sie an der Ausgabe für den Kunden bereit. Bezahlt wird per Bankkarte oder direkt mit der App. Einschränkungen im Angebot soll es kaum geben: Von Grundnahrungsmitteln inklusive gekühlter Produkte bis hin zu Drogeriewaren hat die digitale Edeka-Filale alles im Angebot.

Rund 800 Produkte soll der Mini-Supermarkt künftig im Sortiment haben – viele davon auch in Bioqualität, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn, die bei der Entwicklung des automatisierten Einkaufserlebnisses mitgemischt hat. Auch auf frische Backwaren und Kaffee sollen die Kunden nicht verzichten müssen. Und das 24 Stunden und sieben Tage die Woche.

Edeka und Deutsche Bahn: Automatisierter Supermarkt kommt ohne Mitarbeiter aus

Doch nicht nur das Einkaufserlebnis an sich funktioniert in der digitalen Filiale von Edeka gänzlich anders. Auch Mitarbeiter sind weit und breit nicht zu finden. Für Angestellte im Einzelhandel mag diese Version des Einkaufens nach einem echten Horror-Szenario klingen. In Zeiten der Corona-Pandemie dennoch ein interessanter Ansatz.

Nur in absoluten Stoßzeiten zwischen 6 und 13 Uhr sollen Mitarbeiter beim Verkauf der Backwaren und Kaffee unterstützen. Wenn die Brottheke schließt, können die Kunden Brot und Brötchen weiter im Backshop auswählen. Sie werden dann der Bestellung hinzugefügt.

Kunden können ihre Einkäufe am Automaten tätigen – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Digitaler Supermarkt von Edeka und Deutsche Bahn: „Ein echter Gewinn“

Die erste Filiale dieser Art hat bereits Ende Februar eröffnet. Das Konzept wurde von der Deutschen Bahn gemeinsam mit dem Stuttgarter Start-up Smark entwickelt und dann in einem zweiten Schritt mit Edeka realisiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass der digitale Supermarkt, der den technischen Namen E 24/7 trägt, in Bahnhofsnähe liegt. Damit wolle man sowohl Anwohnern als auch Reisenden eine bessere Einkaufsmöglichkeit bieten.

Auch der Bürgermeister der Stadt Rennigen, wo der erste Zukunftssupermarkt eröffnet hat, zeigt sich begeistert: „Der Zukunftsbahnhof und alle dazugehörigen Angebote bieten nicht nur einen verbesserten Service für alle Durchreisenden, auch den Renninger Bürgern steht nun ein Bahnhof mit erhöhter Aufenthaltsqualität zur Verfügung. (...) Ein echter Gewinn.“

Edeka mit neuartigem Supermarkt-Konzept: Das plant der Handelsriese

Noch handelt es sich bei der Edeka-Filiale E24/7 um ein Pilotprojekt. Ob das digitale Supermarkt-Konzept, das ohne Mitarbeiter auskommt, auch in anderen Städten geplant ist, ist noch unklar. Doch Jürgen Mäder, Geschäftsführer von Edeka Südwest machte deutlich, das eine Ausweitung der Idee durchaus denkbar ist und weitere automatisierte Filialen bereits im Südwesten in Planung sind.

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, gibt es dazu aber noch keine genauen Angaben. „Viele Dinge sind noch offen, das ist ein Stück weit Forschung und Entwicklung“, so Mäder. Man wolle das Projekt möglichst schnell skalierbar machen, um weitere Pläne zu konkretisieren.

Der digitale Supermarkt der Deutschen Bahn und von Edeka kommt ohne Personal aus.

Auch die Deutsche Bahn zeigt sich offen für weitere digitale Edeka-Filialen. „Wenn es gut läuft, würden wir das schon gerne ausrollen“, so Tobias Boppré, Vertriebschef bei DB Station&Service im Südwesten. Der digitale Supermarkt in Bahnhofsnähe biete ganz neue Möglichkeiten. Im Gegensatz zu dem traditionellen Service Store komme der automatisierte Shop ohne Personal aus und könne 24 Stunden geöffnet haben, sagt Broopré.

Digitaler Supermarkt von Edeka und Deutsche Bahn: Ganz neu ist die Idee nicht

Edeka ist nicht der erste Supermarkt in Deutschland der eine digitale Filiale erprobt. Bereits 2019 wollte Real Amazon Go Konkurrenz machen und hatte einen automatisierten 24-Stunden-Convenience-Store eröffnet. Allerdings verzichtete man hier nicht auf das Personal.

Umgesetzt wurde die digitale Real-Filiale ebenfalls von Smark. Das Start-up lieferte auch hier die Technik und plante die vollautomatisierten Abläufe im Supermarkt. Nach dem Bankrott von Real war jedoch bereits nach einem Jahr mit dem Pilotprojekt Schluss. Wie es um die Zukunft des digitalen Geschäfts von Edeka und der Deutschen Bahn steht, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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