Makeover für den Einkaufswagen

Edeka, Lidl und Aldi werden digital: So sieht die Zukunft beim Einkaufen aus

Die Logos von Aldi und Lidl
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Discounter wie Aldi und Lidl werden immer digitaler – auch die Einkaufswagen sollen es werden.

Besonders in der Corona-Krise ist er essenziell: der Einkaufswagen. In Zukunft soll er aber nicht mehr analog mit einer Münze entsperrt werden, sondern digital.

Dortmund – Bei Edeka, Lidl oder Aldi mit dem Smartphone oder der Smartwatch bezahlen – inzwischen völlig normal. Mit dem Smartphone Treuepunkte sammeln und Rabatte an der Kasse einlösen – auch völlig normal. Bald könnte es auch zur Normalität gehören, das Smartphone zu nutzen, um einen Einkaufswagen zu nutzen.

UnternehmenWanzl Metallwarenfabrik
GründerRudolf Wanzl
Gründung1947, Leipheim
ProdukteEinkaufswagen und Gepäcktransportwagen

Einkaufen bei Aldi, Lidl, Edeka und Co.: Technische Spielereien sollen ein Einkaufserlebnis schaffen

Der Einkaufswagen spielt in Supermärkten und Discountern eine zentrale Rolle. Jetzt in der Coronavirus-Pandemie dienen sie zum einen als Abstandshalter und zum anderen, können Händler so einfach kontrollieren, wie viele Personen sich im Markt befinden. Aber auch unabhängig von der Pandemie: Ohne Einkaufswagen geht nur wenig – besonders für Märkte. Denn es ist bewiesen, dass Menschen, die keinen Einkaufswagen nutzen, weniger kaufen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass Supermärkte und Discounter ihre Aufmerksamkeit immer wieder den Drahtwagen widmen. So testet Edeka in ausgewählten Filialen einen Einkaufswagen namens „Easy Shopper“. Mit ihm soll das lästige Anstehen an der Kasse der Vergangenheit angehören. Denn ein integrierter Scanner registriert die Waren, gezahlt werden kann per App (mehr News zu Edeka bei RUHR24.de).

Einkaufswagen von Aldi, Lidl oder Edeka: Wie die Märkte ihre Wagen schützen

Und da die Einkaufswagen für Märkte wie Lidl, Aldi oder Edeka so wichtig sind, haben sie sich verschiedene Techniken überlegt, um sie vor Diebstahl zu schützen. Aldi beispielsweise setzt einen geheimen Trick ein: Die Einkaufswagen bei Aldi haben eine Wegfahrsperre, versucht ein Kunde oder eine Kundin damit das Gelände zu verlassen, blockieren die Räder. Einmal gesperrt, hilft nur noch der Teppich, er in jeder Aldi-Filiale am Eingang liegt. Der spezielle Belag entriegelt die Räder wieder (mehr News zu Aldi bei RUHR24.de).

Eine weitere sehr bekannte Möglichkeit, die Einkaufswagen vor Diebstahl zu schützen: Das Pfandsystem – wer einen Einkaufswagen nutzen will, muss zunächst einmal einen Euro investieren. Keine große Investition, aber das System hat auch einen psychologischen Effekt, denn der investierte Euro symbolisiert, dass Kunden den Wagen zurückbringen müssen. Einkaufswagenchips aus Plastik funktionieren ebenfalls, manche Kunden wissen sich sogar zu helfen, indem sie ihren Wohnungsschlüssel in den Einkaufswagen stecken – davon rät Aldi allerdings dringend ab, die Gefahr bestünde, dass die Schlüssel abbrechen.

Einkaufswagen von Aldi, Lidl oder Edeka: Einkaufswagen sollen in Zukunft modernisiert werden

Doch bei dem bewährten Münzschloss an den Einkaufswagen bei Lidl, Edeka oder Aldi soll es nicht bleiben. Der Einkaufswagen-Hersteller Wanzl, der Märkte wie Lidl, Ikea, Aldi oder Netto beliefert, arbeitet bereits an einer smarten Lösung um den Drahtwagen vor dem Einkauf zu entsperren. Damit wären Münzen oder Chips überflüssig.

Einkaufswagen bei Aldi oder auch bei anderen Märkten könnten in Zukunft anders aussehen.

Wie das Magazin Chip berichtet, sollen Einkaufswagen dann mit dem Smartphone entsperrt werden. Dazu laden sich Kunden die jeweilige App des Supermarktes oder des Discounters herunter, halten das Gerät über das Pfandschloss des Einkaufswagens und können ihn so via NFC- oder Bluetooth-Signal entsperren. Zum Einkaufen eine App parat zu haben, ist für viele Kunden nichts Neues. Immer mehr Supermärkte oder Discounter wie Lidl bringen Apps raus und locken mit Aktionen und Rabatten (mehr News zu Lidl bei RUHR24.de).

Video: Smarte Einkaufswägen sollen Shoppen vereinfachen

Digitale Einkaufswagen: Vorm Einkaufen bei Lidl, Aldi oder Edeka mit dem Smartphone entsperren

Wie Chip berichtet, sei die Technik bereits marktreif doch wird der Münzschlitz an den Einkaufswagen von Lidl, Aldi oder Edeka nicht von heute auf morgen verschwinden. Denn besonders ältere Menschen wären noch auf die analoge Lösung angewiesen. Doch werde bereits in einer ersten Testphase evaluiert, wie das digitale Einkaufswagen-System bei den Kunden ankommt und ob es das Einkaufen überhaupt vereinfacht. Der Hersteller Wanzl meint, es könne noch Jahre dauern, bis der smarte Einkaufswagen bundesweit zum Einsatz kommt, denn auch der Anschaffungspreis könne die Händler zunächst abschrecken.

Welche Vorteile sich allerdings konkret durch das digitale Pfandsystem an Einkaufswagen ergeben, ist noch nicht ganz klar. Eventuell könnten die digitalen Einkaufswagen mit einer Art „Scan & go“-Funktion verknüpft werden wie es bereits Rewe in einigen Märkten testet. Ein Vorteil in der aktuellen Corona-Pandemie: Aktuell tragen nur noch wenig Menschen Bargeld mit sich, denn in vielen Märkten wird aus Hygienegründen ohnehin das bargeldlose Zahlen empfohlen.

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