Dreiste Masche

Betrugsmasche bei Ebay-Kleinanzeigen – LKA warnt vor neuer Masche

Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt aktuell vor Betrügern bei Ebay-Kleinanzeigen. Die Kriminellen haben ihre Masche weiter optimiert.

Deutschland – Wie das LKA Niedersachsen mitteilt, werden die Betrüger auf dem Online-Portal Ebay-Kleinanzeigen „immer dreister“. Denn die Masche, die dort derzeit im Umlauf ist, ist besonders perfide. Um authentisch zu wirken, geben die Cyber-Kriminellen sich als Polizei aus (mehr News rund um Digitales auf RUHR24).

eBay KleinanzeigenOnline-Kleinanzeigen-Portal
Gründung2009
DachorganisationEbay Classifieds Group

Betrug bei eBay-Kleinanzeigen – Kriminelle versuchen, Verkäufer abzuzocken

Bereits seit Längerem warnt das LKA vor einer Betrugsmasche auf dem Online-Portal. Dabei würden vermeintliche Käufer – oftmals solche, die besonders schnell Interesse zeigen – angeblich Geld an ein Treuhandkonto überweisen. Erst dann, wenn das Paket angekommen sei, werde das Geld an den Verkäufer überwiesen.

Ein weiterer Trick: Die Gauner geben vor, dass sie eine Spedition mit der Abholung der Ware beauftragt hätten – und die Speditionskosten zunächst vom Verkäufer vorzustrecken seien. Diese würden dann mit dem Kaufpreis vom „Käufer“ erstattet.

Phishing bei eBay-Kleinanzeigen: Fake-Mails gaukeln Seriösität vor

Beide Maschen erscheinen zunächst leicht als Betrug durchschaubar. Allerdings wissen das auch die Kriminellen selber: Um seriös zu wirken, versenden die Betrüger daher gefakte Mails von falschen Speditionsfirmen oder Treuhandbanken, die das Ganze bestätigen.

Auch Fake-Mails von Zahlungsdienstleistern – wie zum Beispiel Paypal – geben vor, dass der Käufer bereits bezahlt habe und das Geld lediglich zurückgehalten werde, bis die Zahlung für den Transport erfolgt sei. Teilweise wurden laut Angaben des LKA Niedersachsen sogar eigene Webseiten dafür geschaffen (weitere Warnungen sowie Rückrufe auf RUHR24). 

Natürlich sehen Opfer, die die geforderten Summen tatsächlich überweisen, ihr Geld niemals wieder. Keine der Angaben in den Mails entspricht der Wahrheit.

Betrug bei Ebay-Kleinanzeigen – falsche Polizei-Mails sollen Nutzer hinters Licht führen

Scheinbar konnten die Kriminellen aber auch durch das Faken solcher Mails noch nicht so viele Opfer hinters Licht führen, wie geplant. Denn jetzt gehen die Cyber-Betrüger noch einen Schritt weiter: Sie missbrauchen den Namen der Polizei.

Laut LKA geht es konkret um die folgenden Bezeichnungen, die die Täter in den Fake-Mails verwenden:

  • „Bundespolizeiamt“,
  • „Bundesamt Polizei“,
  • „Regionales Polizeipräsidium Oberdeutschland“,
  • „Grenzschutzinspektion Hörsching“,
  • „Polizei Nordrhein-Westfalen“

Die gefakte Polizei-Mail soll die Opfer in falscher Sicherheit wiegen. Dazu wird angeblich polizeilich bestätigt, dass die entsprechende Bank das Geld erhalten habe.

Betrug mit falscher „Polizei“ – Kriminelle versuchen, auch kritische Ebay-Nutzer zu täuschen

Zugleich versuchen die Betrüger mit der Mail dem vorzubeugen, dass kritische Ebay-Kleinanzeigen-User dem Phishing auf die Schliche kommen. Denn es wird in der Mail mitgeteilt, dass die für die Transaktion zuständige Bank wegen Phishing-Verdachts sämtliche Transaktionen polizeilich überwachen lasse und die erfolgte Zahlung überprüft worden und seriös sei.

So lautet eine Passage der mit dem Betreff verschickten gefakten E-Mail:

  • „Wir tun unser Bestes, um betrügerische Online-Aktivitäten einzudämmen und zu verhindern. Aus diesem Grund überwachen wir alle internationalen und Online-Transaktionen, wenn wir ein Phishing bemerken, das wir sofort verhaften. Bei Iban wurde eine Überweisung (€1,350.00 EURO) auf Ihr europäisches Konto „DEXXXX“ Deutschland von Herr XXXX getätigt. Die ROYAL BANK genehmigte die Überweisung und das Geld wurde vom Konto des Käufers abgebucht. Wir haben überprüft und bestätigt, dass die Überweisung durchgeführt und zurückgehalten wurde, bis Sie die erforderliche Zahlung (€380.00 EURO) vom Käufer an das Versandunternehmen geleistet haben.“

Das LKA weist Nutzer darauf hin, dass die Mails, wie häufig bei Phishing, an den Rechtschreibfehlern durchaus als Fake zu erkennen seien. Solche Fehler deuteten auch auf Kriminelle hin, die eventuell aus dem Ausland agierten.

Das LKA Niedersachsen warnt vor Phishing-Mails bei eBay-Kleinanzeigen. Viele haben Rechtschreibfehler. (Symbolbild)

Phishing-Betrug bei Ebay-Kleinanzeigen – LKA hilft betroffenen Nutzern

Mit der Namensänderung wird sich bei dem beliebten Kleinanzeigenportal vermutlich bald einiges ändern. Die Empfehlungen bei Phishing bleiben aber gleich: So rät das LKA Verkäufern bei Ebay-Kleinanzeigen, grundsätzlich nicht auf derartige Mails zu reagieren. Auch sollten keinerlei Vorabzahlungen an unbekannte Transportunternehmen oder ähnliche Fake-Firmen geleistet werden.

Weder von falschen Banken- oder Transportdienstmails, noch von falschen Polizei-Mails solle man sich täuschen lassen. Wichtig zu wissen außerdem: Eine solche Phishing-Prüfung, wie in der gefakten Polizei-Mail beschrieben, werde von keiner Polizeidienststelle durchgeführt. Nutzer, für die solche Warnungen zu spät kommen, sollten sich umgehend an die örtliche Polizeidienststelle wenden und den Betrug melden.

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach/dpa; Collage: RUHR24

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