Was dann zu tun ist

Ebay Kleinanzeigen warnt vor Betrügern: Konten werden derzeit angegriffen

Das Portal Ebay Kleinanzeigen warnt aktuell vor Angriffen auf Nutzerkonten. Die Zahl der Identitätsdiebstähle sei rapide angestiegen – Ware käme teilweise nicht an.

Deutschland – Auch im zweiten Pandemie-Jahr kaufen mehr Menschen denn je ihre Weihnachtsgeschenke online. Um ein schnelles Schnäppchen zu machen, ist Ebay Kleinanzeigen bei Verbrauchern beliebt. Wer derzeit auf dem Kleinanzeigen-Portal unterwegs ist, muss aber offenbar aufpassen, weiß RUHR24.*

Ebay Kleinanzeigengrößtes Online-Kleinanzeigen-Portal in Deutschland
Gründung2009
SitzKleinmachnow, Deutschland

Ebay Kleinanzeigen warnt vor Betrügern – bestellte Ware kommt nie an

Denn wie das Portal selbst in einer Mitteilung erklärt, häuften sich aktuell Identitätsdiebstähle. Binnen eines Jahres sei die Zahl der Nutzeranfragen im Zusammenhang mit Nutzerkonten-Übernahmen um 250 Prozent gestiegen, warnt Ebay Kleinanzeigen.

Ebay-Sicherheitsexperte Jöran Rieß erklärt: „In den vergangenen Monaten drehte sich zeitweise nahezu die Hälfte aller Anfragen an unseren Kundenservice um Account Takeover.“ Die eigentlichen Kontoinhaber meldeten sich meist erst dann, wenn sie merkten, dass Fremde über ihr Konto Dinge inserieren.

Der Betrug trifft dann im Endeffekt die potenziellen Käufer am härtesten. So erklärt Jöran Rieß: „Etwas später melden sich dann weitere Geschädigte bei uns, die Geld überwiesen und vergeblich auf ihre Ware gewartet haben.“

Ebay Kleinanzeigen warnt: Täter haben es durch das Darknet zu einfach

So ein Account Takeover – also die missbräuchliche Verwendung eines Nutzerkontos durch Betrüger – sei für die Täter nicht schwierig, verdeutlicht das Portal. Denn sobald die Betrüger die E-Mail-Adresse kennen, müssten sie lediglich noch das Passwort knacken, um uneingeschränkten Zugriff auf ein Konto zu erhalten (weitere Digital-News* auf RUHR24).

Aber nicht nur Ebay-Konten, auch E-Mail-Konten selbst seien oftmals ein Ziel. Einmal geknackt, seien E-Mail-Postfächer für die Kriminellen wie ein „öffentlich zugänglicher Briefkasten“ – sie könnten unbemerkt mitlesen.

eBay Kleinanzeigen warnt vor feindlichen Account-Übernahmen. (Symbolbild)

Tatsächlich seien es nur selten echte Hacker, die für die Angriffe verantwortlich sind. Vielmehr mache es das Darknet auch weniger versierten Betrügern zunehmend leichter. So gäbe es dort unzählige Listen mit Passwörtern und E-Mail-Adressen, die über entsprechende Shops von den Kriminellen gekauft werden können.

Ebay Kleinanzeigen warnt vor Darknet-Betrügern und Passwort-Programmen

Besonders bemerkenswert: Solche verbotenerweise im Darknet verkauften Daten stammten häufig aus Datenlecks bekannter Unternehmen. Neben den erbeuteten Datensätzen nutzten Täter aber auch spezielle Programme, die verschiedenste Kombinationen automatisiert ausprobieren – und so Passwörter knacken.

Wie Ebay Kleinanzeigen meint, machten es viele Opfer den Betrügern zu einfach, wenn sie beispielsweise für verschiedene Accounts stets dasselbe Passwort verwenden. Vielmehr sollte für jede Anwendung immer ein neues Passwort gewählt werden. Dieses sollte zudem möglichst lang sein und kryptische Buchstaben-Zeichenfolgen enthalten, um Wörterbuch-Attacken zu vermeiden.

Identitätsdiebstahl bei Ebay und Co.: Das raten die Experten vom BSI

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt außerdem die folgenden Ratschläge zur Vermeidung von Identitätsdiebstahl:

  • niemals Passwörter oder andere Daten eingeben, wenn Dritte zusehen
  • keine Passwörter auf dem Smartphone speichern
  • bei einer Online-Anmeldung niemals mehr preisgeben als unbedingt nötig
  • Software und Betriebssysteme immer auf dem neuesten Stand halten
  • nicht auf Phishing-Angriffe hereinfallen (Aktuell kursieren beispielsweise Phishing-Nachrichten im Namen von Dm* sowie ein Whatsapp-Betrug, der mit Weihnachts-Emojis lockt*.)

Wie das BSI weiter mitteilt, sollten geschädigte Opfer stets Strafanzeige bei der Polizei stellen. Dazu sollten am besten Screenshots gemacht werden, um den Fall möglichst exakt schildern zu können.

Wer Mahnungen per Briefpost erhält, beispielsweise weil über seinen Account Sachen verkauft wurden, die die Käufer nie bekommen haben, sollte laut BSI bestenfalls einen Anwalt zurate ziehen. Zwar seien auch Inkasso-Mahnungen, insbesondere solche per Mail, nicht selten gefälscht – aber bei einem gerichtlichen Mahnbescheid sei schnelles Handeln gefragt. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Dernbach; Collage: RUHR24