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Tiere helfen beim Düngen im Garten: Doch es ist Vorsicht angesagt

Wer Pflanzen im Garten düngen will, kann dabei auf Haustiere setzen. Ein paar Einzelheiten sollten beim Düngen mit Tiermist jedoch beachtet werden.

Dortmund – Von Blumenbeeten und Gemüsegärten bis hin zu Pflanzen in Kübeln: Sie alle brauchen Nährstoffe, um zu wachsen. Doch wie kann man die Erde fruchtbarer machen? Eine günstige Lösung ist Tiermist. Mit ein paar Maßnahmen kann er unkompliziert als organischer Dünger im Garten oder auf dem Balkon genutzt werden.

OrtGarten, Balkon
DüngerTiermist
Quelle Pferde, Schafe, Hühner, Kaninchen

Pflanzen im Garten düngen: Tiermist ist wertvoller Dünger

Aber Tiermist ist nicht gleich Tiermist: Es gibt warmen und kalten Mist. Der kalte Mist kommt von Tieren wie Meerschweinchen, Kaninchen, Hasen oder Hühnern. Er wird „kalter Mist“ genannt, weil er bei der Zersetzung meistens keine Wärme produziert.

Anders ist das bei dem warmen Mist. Ihn ihm schlummern während der Zersetzung viele Bakterien, die Wärme produzieren. So viel Wärme, dass man die Haufen von warmen Mist oft dampfen sehen kann. Das ist bei Rinder- oder Pferdemist der Fall.

Die Mistqualität wiederum ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören zum Beispiel die Tierart, das Alter des Tieres, das Futter, die Lagerzeit oder die Art des Einstreu. Neben Tiermist können auch andere Hausmittel zum Düngen von Pflanzen verwendet werden.

Tiermist im Garten benutzen: Pflanzen einfach düngen

Laut MDR unterscheiden sich die Mistarten auch in ihrer Verwendungsweise. Beispielsweise sollte Pferdemist mindestens ein Jahr gelagert werden, bevor er als Dünger aufs Beet gegeben wird. Zusätzlich ist zu beachten, dass er Samen von sogenanntem Unkraut enthalten könnte, die nach dem Verteilen möglicherweise sprießen.

Auch Schafmist kann solche Samen enthalten. Er ist bekannt dafür, sehr trocken zu sein. So wie die anderen Mistarten ist allerdings auch er nährstoffreich und wird am besten im Frühjahr auf den Beeten verteilt. Mit Hundekot sollten Tierbesitzer allerdings nicht düngen. Er enthält zu viel Stickstoff und Phosphor und gilt sogar als umweltschädlich.

Haustier-Kot zum Düngen benutzen: Bestimmte Regel bei Hühnern beachten

Wiederum ist bei Hühnermist zu beachten, dass er nur im getrockneten Zustand zum Düngen verwendet werden sollte. Frischer Hühnermist birgt die Gefahr, Krankheitserreger zu verbreiten. Nach dem richtigen Lagern sollte das aber kein Problem mehr darstellen, da sich die Erreger beim Kompostieren größtenteils abbauen. Hühnermist hat einen hohen Phosphor-Anteil. Darauf sollte geachtet werden, weil viele Böden selbst schon reich an Phosphor sind.

Auch wer ein Kaninchen hat, kann dessen Kot als Dünger verwenden. Kaninchenmist als solches ist reich an Nährstoffen, besonders Kalium. Deshalb sollte der Mist mit organischem Material wie Blätter oder Rasenschnitt gemischt werden. Meistens wird der hohe Nährstoffgehalt aber schon mit dem Einstreu während der Haltung der Kaninchen verdünnt.

Tiermist als organischer Dünger: es ist Vorsicht geboten

Tiermist im Garten als Dünger zu benutzen klingt vielleicht erstmal ekelig, hat aber viele Vorteile. Ähnlich verhält es sich mit Urin, der etwa für Rosen ebenfalls ein guter Dünger ist.

Der Kot gibt dem Boden Nährstoffe, welche an die Blumen und Pflanzen weitergetragen werden. Außerdem fördert er kleine Organismen, die die Bodenqualität verbessern. Tiermist kann dafür sorgen, dass feste Böden lockerer werden oder in lockeren Böden mehr Wasser gespeichert wird. Aber worauf muss man achten, damit Tiermist auch wirklich als organischer Dünger funktionieren kann?

Tiermist kann als Dünger im Garten sehr nützlich sein.

Düngen mit Kot von Haustieren: Das tut den Pflanzen gut

Zum einen sollte darauf geachtet werden, den Tiermist richtig zu lagern. Am Besten schaufelt man hierzu einen Misthaufen und bedeckt ihn mit einer Plane. Der Haufen sollte eher in die Höhe statt in die Breite geschaufelt werden, sodass die Grundfläche des Misthaufens möglichst gering ist. Der Mist sollte mit Grasschnitt, Laub oder anderen Gartenabfällen gemischt oder auf den Kompost gegeben werden. Der Kot sollte mindestens 6 Monate gelagert werden, bevor er im Frühjahr benutzt wird.

Wichtig: Wenn man zu oft und zu viel düngt, dann droht eine Überdünung. Laut MDR kann man sich bei Gemüsebeeten an einer simplen Faustregel orientieren. Hier gilt: ungefähr drei Kilogramm Mist pro Quadratmeter zu verwenden. Mit dieser Faustregel sollte man jedoch nur alle drei Jahre düngen, um einer Überdüngung vorzubeugen. Wer sich wirklich sicher sein möchte, der kann mit einer Bodenanalyse die eigene Erde checken lassen.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago; zebra202/Panthermedia/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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