Drogerien wollen Müll einsparen

dm und Rossmann testen neuen Service – Kunden sollten aber vorsichtig sein

Überfall auf den Rossmann in Fröndenberg: Die Polizei sucht den Täter, der einen Polizisten bedrohte.
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Überfall auf den Rossmann in Fröndenberg: Die Polizei sucht den Täter, der einen Polizisten bedrohte.

Mit einer neuen Produktlinie möchte Rossmann zukünftig weniger Müll produzieren. Allerdings können aktuell nicht alle Kunden mitmachen.

Deutschland – Nachhaltigkeit und Plastik sparen beim Einkauf wird für viele Verbraucher zunehmend wichtiger. Auch Supermärkte passen sich diesen Wünschen immer mehr an, etwa mit Verpackungen, die aus recyceltem Plastik bestehen. Rossmann und dm wagen nun einen größeren Schritt.

Unternehmen:Dirk Rossmann GmbH
Hauptstandort:Burgwedel
Gründung:17. März 1972, Hannover
Mitarbeiter:56.200 international (Stand: 2020)

Nachhaltigkeit: Rossmann bietet Produkte zum Nachfüllen an

Denn die Drogeriemärkte möchten zukünftig möglicherweise Waschmittel und Spülmittel zum Nachfüllen in ihren Filialen anbieten. Das soll an einer extra aufgestellten Station in einer Art Selbstbedienung der Kunden passieren.

Die Stationen wurden zum 1. Oktober in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Henkel und dem neuen Label „Love Nature“ installiert. Laut Mitteilung von Rossmann soll man zukünftig zwei Sorten Spülmittel und zwei Sorten Waschmittel als Refill-Variante zur Auswahl haben. Dm berichtete über die Neuerung auf seinen Social-Media-Accounts.

Nachfüllstationen bei Rossmann noch nicht überall verfügbar

Weniger Müll produzieren, Verpackungen nochmals verwenden und dadurch mehr Nachhaltigkeit in den Alltag integrieren, ist das Ziel der Auffüllstation. Allerdings können noch nicht alle Kunden von Rossmann davon profitieren. Denn die Refill-Stationen sollen zunächst nur in ausgewählten Großstädten aufgestellt werden. Darunter:

  • Hannover 30161, Lister Meile 61
  • Hannover 30451, Limmerstrasse 15 bis 17
  • Münster 48143, Ludgeristrasse 54
  • München 81925, Rosenkavalierplatz 12

Und auch dm stattet zunächst noch nicht jede Filiale mit der scheinbar nachhaltigen Variante aus. Hier sind es allerdings immerhin 15 Geschäfte, wie dm auf seiner Homepage mitteilt.

Keine eigenen Flaschen bei Nachfüllstation von Rossmann erlaubt

Die nachfüllbaren Waschmittel sind demnach nur in einer Testphase erhältlich. Kunden, die die Stationen nutzen, werden von Rossmann und dm auf deren Homepage darum gebeten, ihre Erfahrung mit dem Produkt und der Refill-Anwendungen zu bewerten.

Laut Informationen des Drogeriemarktes setzt die Nutzung der Station außerdem voraus, dass vorher ein entsprechender vollständig recycelter Plastikbehälter erworben wird. Ein eigenes Gefäß mitbringen, etwa eine Glasflasche, die als besonders nachhaltig gilt, scheint damit vorerst ausgeschlossen (mehr aktuelles über Rossmann auf RUHR24.de).

Nachfüllen bei Rossmann: Verbraucherzentrale warnt vor Marketingstrategie

Und noch ein weiterer Aspekt ist in Sachen Nachhaltigkeit mit Vorsicht zu genießen: Das Label „Love Nature“ ist zwar mit dem EU Eco-Siegel ausgezeichnet, agiert aber mit dem Großkonzern Henkel im Hintergrund, welcher ebenfalls Haushaltsmittel ohne entsprechende Auszeichnungen vertreibt.

Die Verbraucherzentrale warnt außerdem aktuell bei Naturkosmetik und weiteren Produkten davor, sich von Siegeln dieser Art und einer scheinbar „grünen“ Marketingstrategie blenden zu lassen. Demnach würden Hersteller sogar oftmals Siegel erfinden, um ihre Produkte als besonders nachhaltig und umweltverträglich anzupreisen.

Das Konzept der Nachfüllstation ist für Rossmann nicht vollkommen neu. In Tschechien wurden bereits im vergangenen Jahr in fünf Städten Nachfüllstationen aufgestellt. Dort soll es laut Lebensmittel Zeitung auch Weichspüler, Shampoo, Handseife und Duschgel als Refill-Variante geben. Allerdings werden dort keine Produkte mit Eco- oder vergleichbaren Label angeboten. Dm testet ein ähnliches Konzept hingegen schon länger in Österreich.

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